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Medizin

03. Dezember 2018 DGHO 2018: Multiples Myelom, Hodgkin-Lymphom und kutanes T-Zell-Lymphom im Fokus

Bei der diesjährigen DGHO-Jahrestagung war Takeda mit einem breiten wissenschaftlichen Programm vertreten: Im Fokus standen u.a. die Themen Multiples Myelom (MM), Hodgkin-Lymphom und kutanes T-Zell-Lymphom. Das entsprechende Satellitensymposium fand unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Einsele, Würzburg, statt. Auch indikationsübergreifend wurde etwas geboten: „Frauen in der Onkologie: Berufung leben – Chancen ergreifen“ war das Thema eines weiteren Symposiums.
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Brentuximab Vedotin (ADCETRIS®) war bisher indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30+ Hodgkin-Lymphom nach einer autologen Stammzelltransplantation bzw. nach mind. 2 Vortherapien, wenn eine Stammzelltransplantation oder eine Kombinations-Therapie nicht infrage kamen, und zur Therapie von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem systemischen anaplastischen großzelligen Lymphom (sALCL). Seit Anfang 2018 kann das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat auch zur Behandlung erwachsener Patienten mit CD30+ kutanem T-Zell-Lymphom (CTCL) nach mind. einer vorangegangenen systemischen Behandlung eingesetzt werden (1). Dr. Michael Weichenthal, Kiel, unterstrich die Effektivität von Brentuximab Vedotin in dieser Indikation anhand der ALCANZA-Studie, einer klinischen Phase-III-Studie, die 2017 in The Lancet publiziert wurde (2). Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt: 56,3% der Patienten unter Brentuximab Vedotin erreichten eine objektive Ansprechrate (ORR) über mind. 4 Monate (ORR4) im Vergleich zu 12,5% im Kontroll-Arm (Methotrexat oder Bexaroten nach Wahl des Prüfarztes). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag unter Brentuximab Vedotin bei 16,7 Monaten im Vergleich zu 3,5 Monaten im Kontroll-Arm (HR=0,27; p<0,0001). Ein komplettes Ansprechen (CR) wurde von 16% im Brentuximab Vedotin-Arm erreicht. Im Kontroll-Arm erreichten dies 2% der Patienten (p=0,0046). Dabei zeigte die symptombedingte Belastung, gemessen anhand des Skindex-29, einen statistisch signifikanten Vorteil zu Gunsten Brentuximab Vedotin (-27,96 vs. -8,62; p<0,0001) (2).

MM: Orale Therapie entspricht Patientenpräferenz

Die Frage nach der optimalen Therapiedauer beim MM stand im Fokus des Vortrags von Dr. Hans-Jürgen Salwender, Hamburg: „Zu den möglichen Vorteilen einer kontinuierlichen Therapie könnten Verbesserungen beim progressionsfreien Überleben, der Ansprechdauer und dem Gesamtüberleben gehören. Dem stehen mögliche Nachteile wie z.B. die Verminderung der Therapieoptionen nach dem Versagen der kontinuierlichen Therapie oder Toxizitäten entgegen.“ Die Rationale für eine kontinuierliche Behandlung unterstrich Salwender anhand des VISTA-Trials, welcher unter der Dreifach-Kombination aus Bortezomib, Melphalan und Prednison über mehr als 54 Monate eine anhaltend ansteigende Ansprechtiefe demonstrierte (3). Dies steht im Einklang mit Daten der Studie TOURMALINE-MM1, die für den oralen Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Rd) mit zunehmender Therapiedauer ebenfalls eine steigende Ansprechtiefe sowie eine steigende Anzahl an Patienten mit einem sehr guten bzw. kompletten Ansprechen zeigte (4). Das vollständig orale Triplett-Regime Ixazomib+Rd steht seit über einem Jahr zur Therapie erwachsener Patienten mit rezidiviertem/refraktärem (r/r) MM und mind. einer Vortherapie zur Verfügung (5).
 
Faktoren, die zum Erfolg einer kontinuierlichen Therapie beitragen, sind Salwender zufolge u.a. gute Verträglichkeit, die adäquate Schulung des Patienten sowie die Möglichkeit der oralen Applikation. Dies bestätigt die Patientenpräferenzstudie von Bauer et al.: Mit weitem Abstand vor den anderen Attributen war es den Patienten wichtig, dass einerseits die Therapie wirksam ist und sie andererseits die Medikation oral einnehmen können und nicht zur Applikation einer Dosis in Praxis oder Ambulanz kommen müssen (6).
 
Hinweise auf Überlebensvorteil unter Ixazomib+Rd

Die Wirksamkeit von Ixazomib+Rd verdeutlichte Dr. Daniel Lechner, Wien, Österreich, anhand der China-Continuation-Studie, die eine signifikante Verbesserung von PFS und Gesamtüberleben (OS) bei vorbehandelten erwachsenen Patienten mit r/r MM unter Ixazomib+Rd vs. Placebo+Rd bei limitierter zusätzlicher Toxizität zeigt (7). Darüber hinaus legt die Studie TOURMALINE-MM1 dar, dass dieses Therapieregime die schlechte Prognose von Patienten mit einer Hochrisikozytogenetik überwinden kann: So war das PFS unter Ixazomib+Rd bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko mit dem von Patienten mit Standardrisiko vergleichbar (8).
 
„Der Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Rd schafft für die Therapie gute Voraussetzungen durch seine Verträglichkeit sowie die effektive Symptomkontrolle bzw. Wirksamkeit auch bei Patienten mit einem hohen zytogenetischen Risiko. Um bei der oralen Darreichungsform die nötige Adhärenz zu gewährleisten, ist eine gute Aufklärung und Betreuung des Patienten durch den behandelnden Arzt entscheidend“, so das Resümee von Lechner.
 
Frauen in der Onkologie

Obwohl 65% der Studienabsolventen der Medizin weiblich sind, machen Frauen in Führungspositionen an Universitätskliniken nur etwa 10% aus (9). Zu den Gründen, warum Frauen in der Onkologie selten in leitende Funktionen aufsteigen, zählen zum einen äußere Bedingungen, wie unflexible Arbeitszeiten und eine fehlende Kinderbetreuung. Als weitere Ursachen nannte Prof. Dr. Alexandra Nissen-Rünzi, Mannheim, die geringere Bereitschaft von Frauen sich Wettbewerbssituationen zu stellen und der Mangel an beruflich erfolgreichen weiblichen Vorbildern. In einer von Andrea Rexer, München, moderierten Podiumsdiskussion diskutierten Prof. Dr. Marion Subklewe, München, und Dr. Annamaria Brioli, Jena, über alltägliche Probleme, aber auch Erfolge und Ansätze zur Verwirklichung ihrer eigenen Karriereziele. Beide betonten dabei die Bedeutung von Netzwerken, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen. Um Frauen gezielt in der Verwirklichung ihrer individuellen Karriereziele zu unterstützen, hat Takeda Oncology die Initiative „Frauen in der Onkologie“ gegründet. Schirmherrin ist Prof. Dr. Monika Engelhardt, Freiburg. Weitere Informationen zu „FidO“ (Frauen in der Onkologie) finden Sie unter www.fido.jetzt.

Quelle: Takeda

Literatur:

(1) Fachinformation ADCETRIS®, Stand Januar 2018.
(2) Prince HM et al. Lancet 2017;390:555–566.
(3) Harousseau JL et al. Blood 2010;116:3743-3750.
(4) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-34 Supplementary Appendix.
(5) Fachinformation NINLARO®, Stand September 2018.
(6) Bauer S et al. PCN217, 20. Europäischer Kongress der International Society for Pharmacoeconomics and Outcome Research (ISPOR), November 2017, Glasgow, Schottland.
(7) Hou J et al. J Hematol Oncol 2017;10:137; DOI 10.1186/s13045-017-0501-4.
(8) Avet-Loiseau H et al. Blood 2017;130:2610-2618.
(9) Beerheide R. Dt. Ärzteblatt 2017;114:10.


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