Samstag, 29. Februar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

15. Oktober 2018 Checkpoint-Inhibitoren auch bei urologischen Tumoren: Positive Studienergebnisse beim Nierenzell- und Urothelkarzinom

Die Immunonkologie hat auch in der Urologie einen immer höheren Stellenwert. Dies gilt insbesondere für das fortgeschrittene metastasierte Nierenzellkarzinom und Urothelkarzinom der Blase, wie Experten auf dem DGU-Kongress in Dresden betonten. Von allen Tumoren des Urogenitaltrakts hat das Nierenzellkarzinom die höchste Mortalität und jährlich versterben 12.000 Menschen in Deutschland an diesem Tumor. 20-30% der Patienten weisen bereits bei Diagnosestellung Metastasen auf, sagte Prof. Dr. Stefan Siemer von der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlands.
Anzeige:
Fachinformation
RCC: Positive Ergebnisse aus Phase-III-Studie für Nivolumab/Ipilimumab

Für Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten RCC könnte in Zukunft die Kombination von Nivolumab (Opdivo®) und Ipilimumab (Yervoy®) eine therapeutische Option sein, erklärte der Urologe. So wurde in der CheckMate-214-Studie bei mehr als 1.000 Patienten mit bisher unbehandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom ein deutlicher Überlebensvorteil im Vergleich zum derzeitigen Therapiestandard Sunitinib gezeigt. In der Gruppe der Patienten mit einer intermediären bis hohen Risikogruppe (etwa 75% der Patienten) wurde nach einem Follow-up von mind. 17,5 Monaten eine signifikante Reduktion des Mortalitätsrisikos um 37% im Vergleich zu Sunitinib erreicht (p<0,0001), berichtete der Urologe. 9,4% der Patienten erreichten unter der Kombination eine komplette Remission (1). Die Kombination wird aufgrund dieser positiven Ergebnisse in den aktuellen europäischen Leitlinien bereits als Firstline-Therapie beim fortgeschritten/metastasierten RCC mit ungünstigen Risikoklassen genannt (2). Der Zulassungsprozess der EMA für diese Indikation ist aber zurzeit noch nicht abgeschlossen.

Nivolumab auch beim Urothelkarzinom

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht resezierbaren oder metastasiertem Urothelkarzinom, bei denen eine vorangegangene Platin-haltige Therapie versagt hat, ist Nivolumab als Monotherapie heute bereits zugelassen. Grundlage der Zulassung war hier u.a. die CheckMate-275-Studie. In die Phase-II-Studie waren 270 Patienten eingeschlossen, von denen nach einem Follow-Up von mindestens 8,3 Monaten 20% ein objektives Ansprechen zeigten und bei weiteren 22% eine Stabilisierung der Erkrankung erreicht wurde. Nach den jetzt vorliegenden 2-Jahres-Daten lebten nach 24 Monaten noch 29% der Patienten (37% der Patienten mit PD-L1 ≥ 1% und 23% bei PD-L1 < 1%) (3). Insgesamt konnte bei 6% der Patienten eine komplette Remission erzielt werden, berichtete Siemer.

Maria Weiss

Quelle: Satellitensymposium „Immunonkologie bei urologischen Tumoren“; DGU, 27. 9.18, Dresden; Veranstalter: Bristol-Myers-Squibb

Literatur:

1. Escudier B et al; ESMO 2017; Abstract Nr. 1845
2. Ljundberg B et al;. Guidelines on renal cell carcinoma. 2017. Verfügbar unter: http://uroweb.org/guideline/renal-cell-carcinoma/
3. Sharma P et al; AACR 2018;  Abstract Nr. CT178


Das könnte Sie auch interessieren

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie

Kinder mit Leukämie – eine Herausforderung für die ganze Familie
© Fotolia_164519107_XL_c_pingpao

Wird bei einem Kind Leukämie diagnostiziert, so hat das für die ganze Familie dramatische Veränderungen zur Folge. Neben den gesundheitlichen Sorgen, tun sich weitere Problemfelder auf: Wie kann der Alltag organisiert werden trotz hoher physischer und emotionaler Belastung? Wie lassen sich Beruf, Betreuung des kranken Kindes in der Klinik und die Fürsorge für die Geschwister vereinbaren und welche finanziellen Konsequenzen hat das? Zum Weltleukämietag am 28. Mai...

Mehrheit der Deutschen erwartet bei Krebstherapien Fortschritte

Mehrheit der Deutschen erwartet bei Krebstherapien Fortschritte
© Gorodenkoff - stock.adobe.com

Bei der Behandlung von Krebs erwarten die Deutschen in den kommenden Jahrzehnten die größten medizinischen Fortschritte. 6 von 10 Bundesbürgern rechnen mit neuen Erkenntnissen und Therapien in diesem Bereich. 38 % der Deutschen verbinden große Hoffnungen mit der Stammzellenforschung, 35 % erwarten Fortschritte bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Deutschen zum...

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?

Diagnose Krebs: Wer hilft bei hoher psychischer Belastung?
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

„Sie haben Krebs“ – kaum ein Betroffener wird diesen Satz je vergessen. Von jetzt auf gleich gerät das Leben aus den Fugen. Fragen, Ängste, Traurigkeit, Wut – alles wirbelt durcheinander. Auch die Zeit der Behandlung bis hin zur Nachsorge bringt Belastungen mit sich, die Betroffene an ihre Grenzen bringen können. Nimmt die psychische Belastung überhand oder dauert sie lange an, kann psychotherapeutische Hilfe sinnvoll sein. Der...

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Checkpoint-Inhibitoren auch bei urologischen Tumoren: Positive Studienergebnisse beim Nierenzell- und Urothelkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.