Sonntag, 25. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

06. August 2018 CML: Jeder Zweite verbleibt in therapiefreier Remission

Für die ersten TKI-Absetzstudien mit Nilotinib liegen bereits die Drei-Jahres-Daten vor. Der CML-Experte Prof. Andreas Hochhaus diskutierte die Daten beim EHA-Kongress.
Anzeige:
Mit einer Zehn-Jahres-Mortalität nahe derjenigen der Normalbevölkerung ist die Therapie der chronisch myeloischen Leukämie (CML) mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) bekanntlich ein Erfolgsmodell. Trotzdem kann die TKI-Therapie Grenzen und mögliche Nachteile mit sich bringen, sagte Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Direktor des UniversitätsTumorCentrums Jena. Dazu zählen chronische, niedriggradige Nebenwirkungen, etwa Magen-Darm-Probleme, ein Wechselwirkungsrisiko bei Multimorbidität oder der Nachteil, dass während Schwangerschaft oder Stillzeit kein TKI eingenommen werden kann. Für Imatinib sind zudem Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei einer Therapie im Kinder und Jugendalter bekannt. Hinzu kommt der Kostenaspekt einer lebenslangen TKI-Therapie.

Unabdingbare Voraussetzung für ein Absetzen des TKI ist ein anhaltend tiefes molekulares Ansprechen, betonte Hochhaus. Mit diesen Patienten kann ein TKI-Stopp grundsätzlich besprochen werden. Dabei erreichen unter dem Zweitgenerations-TKI Nilotinib (Tasigna®) fast doppelt so viele Patienten diese Voraussetzung wie unter Imatinib (37,9 vs. 21,6%), zitierte er Daten der ENESTnd-Studie.

Molekulares Monitoring unabdingbar

Für Nilotinib wurde das potenzielle Absetzen der Therapie bereits in die Fachinformationen aufgenommen. Grundlage dafür waren u.a. die Absetzstudien ENESTfreedom und ENESTop, deren 144-Wochen-Daten nun beim EHA-Kongress präsentiert wurden. In der ENESTfreedom-Studie war das Absetzen nach einer Erstlinientherapie mit Nilotinib geprüft worden, in ENESTop nach einer Zweitlinientherapie. Beide Studien ergaben nun, dass fast die Hälfte der Patienten etwa 3 Jahre nach Absetzen immer noch in einer therapiefreien Remission ist (mindestens MR4; 46,8 bzw.48,4%). Bei einem Verlust des Ansprechens erreichten fast alle Patienten unter erneuter Nilotinib-Gabe wieder ein gutes molekulares Ansprechen (MMR; 98,9 bzw. 97,1%) oder eine tiefe molekulare Remission (MR4,5; 92,3 bzw. 91,2%).

Häufigste Nebenwirkung beim Absetzen des TKI waren muskuloskelettale Schmerzen, die jedoch im Verlauf zurückgehen, berichtete Hochhaus. Vor und nach dem Absetzen der CML-Therapie ist ein engmaschiges molekulares Monitoring in einem validierten Labor sehr wichtig, betonte er: „Unter Therapie ist ein BCR-ABL-Monitoring alle 3 Monate medizinisch sinnvoll.“ Gemäß Fachinformationen müssen nach Absetzen von Nilotinib die BCR-ABL-Transkriptmengen und das große Blutbild einschließlich Differentialblutbild für ein Jahr alle 4 Wochen bestimmt werden. Anschließend kann das Intervall auf alle 6 Wochen, nach 2 Jahren auf alle 12 Wochen verlängert werden.

Jochen Schlabing

Quelle: Meet-the-Expert „CML-Therapie heute und morgen“, EHA, 16.06.2018, Stockholm; Veranstalter: Novartis


Das könnte Sie auch interessieren

Experte klärt in Videos laienverständlich über AML auf

Experte klärt in Videos laienverständlich über AML auf
© littlebelli / Fotolia.com

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine sehr komplexe und aggressive Erkrankung, häufig mit einer ungünstigen Prognose. Oft bleiben nach dem ersten Schock für die Patienten viele Fragen im Arzt-Patientengespräch ungestellt oder die Betroffenen können nicht alle Informationen aufnehmen und verarbeiten. Auf der Patientenwebsite www.krebsratgeber.de von Janssen können Betroffene gezielt Antworten rund um das Thema AML in expertengeprüften...

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und deren Angehörigen Mut zu machen. In...

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CML: Jeder Zweite verbleibt in therapiefreier Remission"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren