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Medizin

23. November 2018 CLL: PFS unter BTK-Hemmer unabhängig von IGHV-Status

Der IGHV-Status gilt als wichtiger Prädiktor für die Prognose der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), das gilt jedoch nicht für die Therapie mit einem Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor, wie eine Auswertung der RESONATE-2-Studie verdeutlicht.
Das Behandlungsspektrum der CLL hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert. Hierzu beigetragen hat u.a. die Zulassung des Bruton-Tyrosinkinase(BTK)-Inhibitors Ibrutinib (Imbruvica®), der zur Behandlung von CLL für die Erstlinientherapie unabhängig von Alter, Fitness und zytogenetischem Profil zugelassen ist. Insbesondere Hochrisiko-Patienten mit einer 17p-Deletion oder einer TP53-Mutation können von dem Kinasehemmer profitieren, erinnerte Prof. Dr. Clemens Wendtner, München. Bei diesen Patienten stelle Ibrutinib den Standard in der Erstlinientherapie dar.

Ein weiterer prognostischer Marker ist der Mutationsstatus der variablen Segmente der Immunglobulin-Schwerketten-Gene (IGHV). Besonders interessant seien hier die Daten zu Ibrutinib. Im Rahmen der RESONATE-2-Studie wurde das progressionsfreie Überleben (PFS) unter Ibrutinib im Vergleich zu Chlorambucil bei älteren CLL-Patienten (≤ 65 Jahre) untersucht und nach IGHV-Status stratifiziert. Gegenüber Chemotherapie reduzierte Ibrutinib unabhängig vom IGHV-Status das Risiko für Progression oder Tod (2-Jahres-PFS): Bei Patienten ohne IGHV-Mutation war das Risiko mit dem Kinasehemmer um 83% reduziert, mit IGHV-Mutation um 92% (jeweils p<0,0001). „Der Risikofaktor unmutierter IGHV-Status wird sozusagen nihiliert“, resümierte Wendtner. „Das wäre ein Argument, bei älteren Patienten mit unmutiertem IGHV-Status primär Ibrutinib zu applizieren."

Zu berücksichtigen sind die Nebenwirkungen, da es unter dem BRK-Hemmer laut Referent bei 40-50% der Patienten zu Blutungen kommt, wovon die meisten allerdings leichtgradig seien. Zum Management der Nebenwirkungen verwies er auf die Empfehlungen: „Wenn Sie kleine Blutungen haben, heißt das nicht, dass Sie abbrechen müssen. Sie können die Substanz weiter dosieren.“ Bei Vorhofflimmern solle die Ibrutinib-Behandlung kurzzeitig unterbrochen, jedoch schnellstmöglich wieder aufgenommen werden, wenn sich die kardiologische Situation normalisiert habe.    

Dr. rer. nat. Kerstin Tillmann



 

Quelle: Symposium „CLL und MCL – was haben wir erreicht?“, DGHO 2018, 28.9.2018, Wien; Veranstalter: Janssen


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