Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

26. April 2018 CLL: Leitlinie etabliert richtungsweisende Standards

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat erstmals eine interdisziplinäre S3-Leitlinie zur „Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)“ vorgelegt. Die Leitlinie entstand unter Federführung der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.. Sie erfüllt eine wichtige Funktion bei der langfristigen und kontinuierlichen Qualitätsoptimierung der Versorgung von CLL-Patienten.
Anzeige:
„Diverse Fragestellungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei CLL-Patienten werden derzeit kontrovers diskutiert und entsprechend unterschiedlich in der Patientenversorgung umgesetzt“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Hallek, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO, Leiter der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln und Koordinator der Leitlinie. Das betreffe zum Beispiel die Diagnostik und Bedeutung der prognostischen Marker für die Therapieentscheidung, die Wahl der Erstlinien- und Rezidivtherapie sowie Details der Nachsorge. „Die neue Leitlinie kann wesentlich dazu beitragen, die Behandlung von Patienten mit einer chronischen lymphatischen Leukämie zu standardisieren und zu optimieren.“

Neben den konkreten Empfehlungen zu den einzelnen Fragestellungen haben die Autoren der Leitlinie die folgenden spezifischen Qualitätsziele abgeleitet:

• Initialdiagnostik: Neben der Anamnese und der üblichen körperlichen Untersuchung sollen die Gesamtzahl der Leukozyten und der Anteil an Lymphozyten im Differentialblutbild bestimmt sowie eine Immunophänotypisierung durchgeführt werden.
• Indikationsstellung: Im Fall einer fortschreitenden CLL oder eines Rezidivs soll vor Therapiebeginn und vor jeder Therapieänderung zeitnah eine umfassende Diagnostik erfolgen. Dazu zählt auch die Bestimmung des TP53-Deletions- und Mutationsstatus. Auf diese Weise lassen sich Patienten identifizieren, die häufig nicht ausreichend auf Standardtherapien ansprechen.
• Erstlinienbehandlung: Sofern keine Kontraindikation für den Einsatz einer Antikörpertherapie vorliegt, ist die Chemoimmunotherapie einer alleinigen Chemotherapie vorzuziehen.
• Studienteilnahme: Wenn möglich, soll den Patienten die Behandlung im Rahmen klinischer Studien angeboten werden.

Quelle: DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.


Das könnte Sie auch interessieren

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps

Als Krebspatient auf Reisen – hilfreiche Tipps
© Jenny Sturm / Fotolia.com

Ein Kurzurlaub in der Therapiepause – das hört sich für viele Betroffene verlockend an. Mal abschalten und die physischen und psychischen Belastungen der Erkrankung vorübergehend hinter sich lassen. Aber: Kann ich das als Krebspatient? Und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Reisen mit Krebs“ beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Bauchspeicheldrüse, das unbekannte Organ

Die Bauchspeicheldrüse (griech.: Pankreas) ist eine der größten Drüsen des Menschen. Dennoch ist nur wenigen bekannt, wo sie sich befindet und welche Funktionen sie übernimmt. Die Bauchspeicheldrüse ist ein keilförmiges Organ, ungefähr so groß wie eine Hand: ein bis zwei Zentimeter dick und etwa 15 Zentimeter lang. Sie liegt mitten im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Mit ihrem sich verjüngenden Ende – dem...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CLL: Leitlinie etabliert richtungsweisende Standards"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.