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Medizin

18. September 2018 Brustkrebs: Wie geht es nach der Therapie weiter?

Die Diagnose Brustkrebs ist ein Schock. Eine große Bandbreite möglicher Therapien sorgt mittlerweile dafür, dass die Mehrheit der Betroffenen die Erkrankung überlebt. Doch wie geht es nach der Therapie weiter? Werden Reha-Leistungen in Anspruch genommen? Wie sieht es mit der Rückkehr in den Beruf aus? Die Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Bonn und die Deutsche Krebsgesellschaft führen nun gemeinsam ein Projekt durch, das diese Fragen erhellen soll. Das Vorhaben wird mit 167.000 Euro von der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert.
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Neben Frauen sind auch Männer von Brustkrebs betroffen – wenngleich nur etwa jeder hundertste Betroffene männlich ist. Aufgrund vielfältiger Therapien sind die Heilungschancen gut: Bei Männern überleben rund 70% und bei Frauen etwa 90% die ersten 5 Jahre nach der Diagnose. Wenn die Therapie anschlägt, können die Patientinnen und Patienten erst einmal aufatmen. Aber wie geht es nach einer einschneidenden Krebserkrankung weiter? Nehmen die Betroffenen Leistungen der medizinischen Rehabilitation in Anspruch? Kehren sie danach in ihren Beruf zurück?

„Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass etwa 60% der Brustkrebspatientinnen und -patienten Reha-Leistungen in Anspruch nehmen“, berichtet Prof. Dr. Nicole Ernstmann von der Forschungsstelle für Gesundheitskommunikation und Versorgungsforschung an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und vom Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn – Standort Bonn, dem interdisziplinären Krebszentrum des Universitätsklinikums Bonn. „Außerdem kehren viele vor der Erkrankung noch Berufstätige nicht in ihren Beruf zurück.“ Welche Ursachen das hat, darüber ist die Datenlage noch dürftig.

Das neue Projekt „Breast Cancer Patients‘ Return to Work” (B-CARE) soll dazu Aufschluss geben. Die Deutsche Rentenversicherung fördert das Vorhaben in den nächsten 2 Jahren mit insgesamt 167.000 Euro. Prof. Ernstmann vom Universitätsklinikum Bonn und Dr. Christoph Kowalski von der Deutschen Krebsgesellschaft leiten gemeinsam das Projekt, das von der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. und der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. unterstützt wird.

530 Betroffene sollen befragt werden

In den nächsten beiden Jahren sollen 530 ehemalige Brustkrebspatientinnen persönlich und postalisch befragt werden. B-CARE nutzt zusätzlich Daten aus der im Rahmen des Nationalen Krebsplans geförderten PIAT-Studie und verknüpft diese mit den aktuellen Befragungsdaten sowie Routinedaten. Dadurch soll es erstmals möglich sein, die individuellen Erfahrungen, Präferenzen und Entscheidungen bezüglich Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung von Frauen nach einer Brustkrebserkrankung umfangreich abzubilden.

„Ein wichtiger Aspekt der sozialen Teilhabe und Wiedereingliederung nach einer Brustkrebserkrankung ist die Rückkehr zur Arbeit“, sagt Ernstmann. Vor diesem Hintergrund sei es das Ziel von B-CARE, die psychosozialen Faktoren zu untersuchen, die die Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen und die Rückkehr in den Beruf begünstigen.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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