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Medizin

17. Dezember 2018 Brustkrebs: Durch Biomarker wird die Bildung von Knochenmetastasen früher erkennbar

Knochen- und Krebsspezialisten haben im Rahmen einer Studie 2 Biomarker des Knochenstoffwechsels identifiziert, mit denen sich der Verlauf einer Brustkrebserkrankung über einen Zehnjahreszeitraum besser vorhersagen lässt. Das aus Medizinern des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des Universitätsklinikums Essen bestehende Team erhofft sich davon eine präzisere Risikoeinschätzung, aus der sich personalisierte Therapien mit dem Ziel ableiten lassen, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern. Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Ärzte und Wissenschaftler im Fachjournal Clinical Cancer Research (1) veröffentlicht.
Das Entstehen von Knochenmetastasen als schwerwiegende Spätkomplikation vieler Tumorerkrankungen lässt sich bisher nur schwer vorhersagen. Diesem Problem gingen Ärzte und Forscher der Universitätsklinika Dresden und Essen in einer Studie nach, in die insgesamt 509 Patientinnen mit lokal begrenztem, noch nicht metastasierten Brustkrebs eingeschlossen wurden. Mit RANKL und OPG bestimmten die Forscher zum Zeitpunkt der Operation 2 Proteine im Blut. Diese beiden Biomarker sind aus dem Knochenstoffwechsel bekannt, wo sie die Knochen abbauenden Osteoklasten regulieren. Zudem wurden zeitgleich in das Knochenmark verstreute, disseminierte Tumorzellen (DTC) analysiert.

Die Studie ergab, dass ein hoher RANKL-Spiegel v.a. bei Patientinnen mit nachgewiesenen DTC auftritt und ein fast 5-fach erhöhtes Risiko für das spätere Auftreten von Knochenmetastasen anzeigt. „Einige wenige Tumorzellen im Knochenmark hinterlassen bereits deutliche Spuren bei diesen Biomarkern“, so Studienkoordinator PD Dr. Tilman Rachner vom Dresdner Uniklinikum. Mit RANKL und OPG lässt sich das Knocheninnere und somit die mögliche Ausbreitung von Metastasen besser einschätzen. Eine frühzeitige Analyse der beiden Biomarker und die Bestimmung von DTC kann die Vorhersage für das Auftreten von Knochenmetastasen bei Brustkrebspatientinnen verbessern, schreiben die Wissenschaftler in der Publikation zur Studie. Bevor aber diese Bluttests im klinischen Alltag eingesetzt werden, sind weitere Studien zur Validierung nötig.

„Da wir mit Denosumab einen Antikörper gegen RANKL bereits als bewährtes Medikament gegen Osteoporose haben, ergibt sich daraus eine interessante Therapiemöglichkeit, vor allem bei einer Hoch-Risiko-Gruppe für Knochenmetastasen“, fügt Prof. Lorenz Hofbauer an. Er ist Sprecher des nationalen Schwerpunktprogramms µBONE der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das seit 2018 Mechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumoren erforscht, um daraus neue Ansätze zur Prävention und Therapie von Knochenmetastasen zu entwickeln.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Literatur:

(1) Rachner TD, Kasimir-Bauer S, Göbel A et al.
Prognostic value of RANKL/OPG serum levels and disseminated tumor cells in non-metastatic breast cancer.
Clin Cancer Res 2018; doi:10.1158/1078-0432.CCR-18-2482.


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