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Medizin

23. April 2019 Brustfellkrebs: Biomarker ermöglichen Früherkennung

Da sich die Biomarker bereits ein Jahr früher nachweisen lassen als Brustfellkrebs bisher diagnostiziert werden konnte, verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten für die betroffenen Patienten und – so die Hoffnung – auch ihre Überlebenschancen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung in Hannover hin.
Lange Latenzzeit

Ein Tumor, der das die Lungen umgebende Brustfell befällt, wird in den meisten Fällen durch das Einatmen von Asbeststaub hervorgerufen. Aufgrund der langen Latenzzeit dieser Krebserkrankung (Mittelwert: 50 Jahre) treten trotz langjährigem Asbestverarbeitungsverbot weiterhin Erkrankungsfälle mit Mesotheliom auf. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist mit einer Überlebenszeit von etwa 12 Monaten besonders ungünstig, zumal die Erkrankung meist erst erkannt wird, wenn sie schon weit fortgeschritten ist und die Therapieoptionen limitiert sind.

Frühere Diagnostik

Jetzt haben Forscher des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) 2 Biomarker ermittelt, die sich im Blut von Mesotheliom-Patienten nachweisen lassen – und zwar bereits ein Jahr früher als die Krankheit bisher diagnostiziert werden konnte. Dadurch verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten für die betroffenen Patienten und möglicherweise auch ihre Überlebenschancen. Außerdem werden die Patienten bei dem neuen Verfahren zur Früherkennung nicht durch invasive Eingriffe oder Strahlung belastet. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung in Hannover hin.

Mesotheliom-spezifische Biomarker: Calretinin und Mesothelin

Die Forscher des IPA haben über 10 Jahre hinweg regelmäßig das Blut von fast 2.800 Personen mit einer Asbest-Staublungenerkrankung oder einer durch Asbest verursachten Erkrankung des Brustfells auf mögliche, frühe Hinweise auf ein Mesotheliom untersucht. Dabei konnten sie eine große Anzahl von Proben aus dem Vorfeld der Erkrankung sammeln, die es so bisher noch nicht gegeben hat. „Ermittelt wurden 2 Mesotheliom-spezifische Biomarker – Calretinin und Mesothelin, mit deren Hilfe sich durch eine kombinierte Blutanalyse bis zu 50% der Tumoren ein Jahr früher als bisher entdecken lassen“, berichtet Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. „Dadurch könnten Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Mesothelioms künftig die Chance auf eine frühzeitigere Behandlung bekommen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass mit einer früheren Diagnose und Therapie eines Mesothelioms auch eine Verbesserung der Überlebensaussichten für die Patienten verbunden ist.“

Häufigste Ursache: Asbest

Obwohl die Verwendung von Asbest schon vor mehr als 25 Jahren in Deutschland verboten wurde, ist die Häufigkeit von Asbest verursachten Berufskrankheiten aufgrund der langen Latenzzeit zwischen dem Zeitpunkt der Asbestbelastung und dem Ausbruch der Krebserkrankung weiterhin hoch: Mehr als die Hälfte der durch Berufskrankheiten bedingten Todesfälle gehen laut Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung auf Asbest zurück.

Besonders gefährdete Berufsgruppen

Zimmermänner der 40er Jahrgänge haben ein stark erhöhtes Risiko, während ihrer Lebenszeit an einem Mesotheliom zu erkranken, gefolgt von Berufsgruppen wie Klempner, Elektriker und Maler. Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Betroffenen, noch bevor sie 30 Jahre alt wurden, Asbeststaub ausgesetzt waren. Das ist darauf zurückzuführen, dass die ersten Asbestschutzmaßnahmen erst im Laufe der 70er Jahre entwickelt wurden, so dass die größte Exposition in den 60er und 70er Jahren stattgefunden haben dürfte. Damals wurden die sehr populären Asbest-Dämmstoffe zu Renovierungszwecken vor allem von Zimmermännern aufgeschnitten oder aufgerissen. Da sich die anderen genannten Berufsgruppen oft gleichzeitig auf der Baustelle befanden, waren auch diese oft dem Asbeststaub ausgesetzt und sind daher ebenfalls betroffen. Zusätzliches Zigarettenrauchen verschlechtert die Prognose dabei noch um ein Vielfaches.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


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