Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. August 2019 Bronchialkarzinom: „Uniportal-VATS“-Methode ermöglicht gering-invasive Resektion

Mit nur einem kleinen Schnitt von etwa 3 Zentimetern Länge ist nun erstmals am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) ein kompletter Lungenlappen bei einem Patienten mit einem Bronchialkarzinom chirurgisch entfernt worden. Thoraxchirurg Dr. Sebastian Krämer nutzte dabei die Methode „Uniportal-VATS“. VATS steht für „video-assisted thoracic surgery“, also für eine minimal-invasive Operation im Brustkorbbereich unter Videokamerasicht. „Uniportal“ bezieht sich auf den einzig dabei nötigen Einschnitt. Die Methode wird am UKL bereits seit längerem für kleinere Operationen angewendet. Zum ersten Mal kam sie nun in der vergangenen Woche bei einem deutlich größeren Eingriff zum Einsatz. Dem Patienten geht es sehr gut, er kann bereits wieder nach Hause entlassen werden. Das UKL wendet diese Minimalform der Schlüssellochchirurgie als bisher einzige Klinik in Leipzig und Umgebung an.
Anzeige:
VATS-Lobektomie

„Noch bis vor einigen Jahren konnte ein Karzinom in der Lunge nur durch die Öffnung des Brustkorbs entfernt werden“, berichtet Krämer. „Zunehmend drängte dann jedoch aus Ländern wie den USA oder Dänemark die VATS-Lobektomie auch zu uns. Mit der Uniportal-Variante sind jetzt nicht einmal mehr 3 oder 4 kleine Schnitte nötig, sondern nur noch einer“, erklärt er.
Kam die moderne Methode am UKL bisher bei kleineren Eingriffen wie Lungenmetastasen oder einem Pneumothorax zum Einsatz, stand nun erstmals ein deutlich größerer Eingriff an. „Hier wird das Kleine durch noch Kleineres ersetzt“, beschreibt Krämer. „Alle Patienten haben Anspruch darauf, so gering-invasiv wie nur möglich operiert zu werden“, sagt er. „Dies versuchen wir grundsätzlich zu erfüllen.“

Die nötige Technik eignete sich Krämer in einem Kurs bei Dr. Diego Gonzales-Rivas an, einem international renommierten Experten der uniportalen Thoraxchirurgie, der unter anderem in La Coruña in Spanien und im chinesischen Shanghai tätig ist. Dessen gern und oft gebrauchter Spruch „Stay calm and think uniportal!“ ist dem Leipziger Chirurgen dabei positiv in Erinnerung geblieben.
Dem Patienten, der Anfang vergangener Woche als erster auf diese Weise operiert wurde, geht es sehr gut. Der 58-jährige Mann aus dem Leipziger Raum kann nun wieder nach Hause entlassen werden. Er galt als Risikopatient und profitierte somit besonders von der Methode.

Keine künstliche Beatmung und Verzicht auf Drainage

Drei Merkmale kennzeichnen nach Aussage Krämers die zukunftsweisende Thoraxchirurgie: Erstens das uniportale Arbeiten, zweitens die Spontanventilation (der Patient ist während der OP zwar in Narkose versetzt, atmet jedoch selbst und erhält keine künstliche Beatmung), sowie drittens „tubeless“ – der Verzicht auf die Thoraxdrainage. „Hier gelingt es uns, unmittelbar während der Operation die Lunge sofort abzudichten. Somit dringt keine Luftfistel nach außen“, erläutert Krämer. Die bedeute weniger Schmerzen, schnellstmögliche Erholung und sofortige Mobilisation. „Am Universitätsklinikum Leipzig wenden wir bereits alle 3 Methoden nach Bedarf an. Es gab auch bereits Patienten, bei denen – das ist dann der optimale Fall – alle 3 Methoden angewendet werden konnten“, so der UKL-Experte.

Quelle: Universitätsklinikum Leipzig


Das könnte Sie auch interessieren

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht
© NCT/UCC/Philip Benjamin

Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele Patienten mit fortgeschrittenen Hauttumoren. Bereits...

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Bronchialkarzinom: „Uniportal-VATS“-Methode ermöglicht gering-invasive Resektion"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich