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Medizin

14. Juli 2017 Bortezomib verlängert Gesamtüberleben bei Patienten mit multiplem Myelom

Im Rahmen einer aktuellen Veröffentlichung wurden die Effektivität und Sicherheit der Arzneistoffe Bortezomib, Thalidomid und Lenalidomid für die Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom beschrieben. Die Auswertung zeigte, dass alle 3 Arzneistoffe die Gesamt-Ansprechrate und das progressionsfreie Überleben (PFS) verbesserten.
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Für die Arbeit wurden die Ergebnisse von systematischen Reviews mit Meta-Analysen von randomisierten, kontrollierten Studien zum diesem Thema recherchiert und die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt. Es konnten 29 Studien zur Effektivität und Sicherheit von Bortezomib, Thalidomid und Lenalidomid für die Behandlung des multiplen Myeloms gefunden werden.

Sowohl die Therapie mit Bortezomib, Thalidomid als auch Lenalidomid führte zu einer verbesserten Gesamt-Ansprechrate sowie zu einer Verlängerung des PFS. Allerdings konnte nur unter Behandlung mit Bortezomib ein längeres Gesamtüberleben im Vergleich zur Kontrollgruppe (Induktionstherapie, Dauertherapie oder jede Phase der Behandlung) erreicht werden. Zu den unerwünschten Ereignissen einer Therapie mit Bortezomib, Thalidomid oder Lenalidomid gehörten Thrombosen/Embolien, periphere Neuropathien und zweite primäre Tumore.

Die Autoren schlussfolgern, dass Bortezomib aufgrund des günstigen Effekts auf das Gesamtüberleben, die Gesamt-Ansprechrate und das progressionsfreie Überleben eine interessante Option als Erstlinientherapie für das multiple Myelom sein könnte. Allerdings bewerten die Studienautoren die vorliegende Qualität der Evidenz als moderat oder niedrig, sodass weitere Forschung notwendig ist, um die Ergebnisse abzusichern.

Quelle: Beilit

Literatur:

Aguiar PM, de Mendonça Lima T, Colleoni GWB et al.
Efficacy and safety of bortezomib, thalidomide, and lenalidomide in multiple myeloma: An overview of systematic reviews with meta-analyses.
Crit Rev Oncol Hematol. 2017 May;113:195-212. doi: 10.1016/j.critrevonc.2017.03.014.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28427509
 


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