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Medizin

15. November 2018 Biomarker bestimmen zunehmend die Therapiestrategie

Biomarker werden für die Therapie von Krebserkrankungen immer wichtiger, denn die Behandlungsstrategien orientieren sich zunehmend an spezifischen Eigenschaften des Tumors oder Lücken in der Abwehr des Patienten. Diese Informationen können von vornherein bestimmte Therapiestrategien nahelegen oder ausschließen.
Der PD-1-Rezeptor dient T-Lymphozyten als "Checkpoint" bei dem sich gesunde Zellen mit ihrem PD-1-Liganden als normal "ausweisen" können. Die Bindung des Liganden an den PD-1 Rezeptor hindert zytotoxische T-Zellen daran, die Apoptose auszulösen. Der Ligand wird u.a. von Endothelzellen, Pankreas-Inselzellen, Hepatozyten und Zellen des Immunsystems gebildet.

Auch Tumorzellen entziehen sich der Apoptose durch Expression des Liganden. Dieser Selektionsvorteil wird im Zeitalter der Checkpoint-Inhibitoren jedoch zum Nachteil: Der Ligand wird zum Target der Therapie. Der Grad der PD-L1-Expression ist u.a. abhängig vom Tumortyp, den Vortherapien und den Eigenschaften der Umgebung des Tumors.

Der Checkpoint-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®), der die Bindung des Liganden an den PD-1-Rezeptor blockiert, wird bereits beim malignen Melanom, Nicht-Kleinzelligen Lungenkarzinom, Nierenzellkarzinom, Non-Hodgkin-Lymphom, plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren und dem Urothel-Karzinom erfolgreich eingesetzt.
 
Tumorzellen, die den Faktor B7 exprimieren, können an den CTLA-4(cytotoxic T-lymphocyte-associated protein 4)-Rezeptor auf T-Zellen binden und aktivierte T-Zellen hemmen. Dieser Checkpoint wird durch den CTLA-4-bindenden Antikörper Ipilimumab (Yervoy®) blockiert.

Myelomzellen: erst markiert, dann massakriert

Nicht nur Lymphozyten – auch Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) können mit Hilfe von Antikörpern dabei unterstützt werden, Krebszellen abzutöten. Der Oberflächenmarker SLAMF7 wird auf Myelomzellen und NK-Zellen exprimiert. Der Antikörper Elotuzumab (Empliciti®) aktiviert NK-Zellen und markiert Myelomzellen, die dann durch antikörpervermittelte Zytotoxizität abgetötet werden.

Hohe Tumorlast: starke Immunogenität

Die Tumormutationslast (TMB) ist ein potentieller Biomarker, der dabei helfen könnte, das individuelle Potential immunonkologischer Therapien einzuschätzen. Die TMB ist hoch, wenn exogene Faktoren wie Strahlung oder chemische Karzinogene an der Entwicklung der Krebserkrankung beteiligt waren, so z.B. beim malignen Melanom und Lungenkrebs. Viele Mutationen führen zu vielen Neoantigenen, die dem Immunsystem fremd sind.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Symposium „Precision Immuno-oncology: Driving patient selection and clinical care through biomarker-testing", ESMO, 22.10.2018, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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