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Medizin

28. Juli 2015 B-Zell-Lymphome – Vorteile der Therapie mit subkutanem Rituximab

Zur Behandlung des follikulären Lymphoms (FL) und des diffus-großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) ist seit Juni 2014 die subkutane Darreichungsform von Rituximab (MabThera® SC) verfügbar. „In der Gesamtheit hat dies in unserer Klinik zur Etablierung der subkutanen Darreichung als neuem Behandlungsstandard in diesen Indikationen geführt“, berichtet Dr. Arne Trummer, Hannover.

Dr. Arne Trummer,  Hannover

Interview mit Dr. Arne Trummer, Oberarzt, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Medizinische Hochschule Hannover:

Herr Dr. Trummer, hat der Einsatz von MabThera SC Auswirkungen auf Abläufe und Prozesse Ihres Klinikalltags?

 

Trummer: Wir halten unsere Therapieplätze zwischen 8:00 und 16:30 Uhr bereit. Bei der Gabe von intravenösem Rituximab war ein Therapieplatz oftmals über sechs Stunden und somit praktisch für einen Tag komplett blockiert. Mit der Umstellung auf die subkutane Darreichung hat sich das geändert. Aufgrund der erheblich verkürzten Abläufe mit einem Gesamtaufenthalt der Patienten von nur noch ein bis zwei Stunden sind wir in der Lage wesentlich flexibler zu planen. Wir können die Patienten z.B. auch mittags oder in Randzeiten einbestellen. Das kommt uns in Anbetracht unserer vielen Lymphompatienten sehr entgegen.

 

Welche Vorteile ergeben sich konkret für Ärzte und Pflegepersonal?

Trummer: In unserer Tagesklinik läuft die Applikation von MabThera SC komplett durch das geschulte Pflegepersonal. Der Arzt wird deutlich entlastet, da beispielsweise  kein intravenöser Zugang gelegt werden muss und sich der Dokumentationsaufwand reduziert. Auch für das Pflegepersonal haben sich die Abläufe vereinfacht. Bei der intravenösen Gabe von Rituximab waren die Infusionskontrolle, die Kontrolle der Vitalparameter und damit die Dokumentation vergleichsweise aufwändig. Mit der subkutanen Applikation ist die benötigte Nettozeit pro Patient deutlich verkürzt. Das macht sich im Alltag klar bemerkbar. Wir haben auch früher versucht, Patienten in Randzeiten in die Tagesklinik aufzunehmen, doch dies führte wegen der langen Infusionszeiten nicht selten zu Zeitdruck, speziell am Nachmittag. Das hat sich deutlich entspannt.

Vorteile von MabThera SC


Wie profitieren Patienten von MabThera SC?

Trummer: Auch hier gibt es sehr praktische Vorteile. Da wir Kapazitäten gewinnen, können wir mehr Patienten behandeln. Unsere Patienten schätzen sehr, dass sie sich nur eineinhalb bis zwei Stunden in der Tagesklinik aufhalten müssen und nicht sechs Stunden. Wichtig ist, dass auch die Patienten flexibler planen können. Insbesondere müssen sie nicht mehr zwingend gleich morgens um 8 Uhr hier sein. Da nicht wenige unserer Patienten einen längeren Anfahrtsweg haben, ist das ein durchaus relevanter Aspekt.

Literatur:

(1) Davies A, Merli F, Mihaljevic B. et al. Pharmacokinetics and safety of subcutaneous rituximab in follicular lymphoma (SABRINA): stage 1 analysis of a randomised phase 3 study. Lancet Oncol 2014; 15: 343-352.
(2) Rummel M, Kim TM, Penteda C et al., EHA-Kongress 2014, Mailand, Abstract #P467

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