Montag, 17. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

24. Oktober 2018 BRAF V600-mutiertes Melanom Stadium III: Aktualisierte Wirksamkeitsdaten zu Dabrafenib + Trametinib in der Adjuvanz

Eine neue Follow-up-Auswertung der Phase-III-Studie COMBI-AD bestätigt unter der Kombination aus Dabrafenib und Trametinib die relative Reduktion des Rezidivrisikos um über 50% gegenüber Placebo – auch über den verlängerten Nachbeobachtungszeitraum von 44 Monaten (1). Eine auf dem ESMO präsentierte Modellierung* zur zukünftigen Wahrscheinlichkeit, dass kein Rezidivereignis eintreten wird, schätzt den Anteil unter der Kombinationstherapie auf 54% (vs. 37% im Placebo-Arm) (1). Bereits die zuvor veröffentlichten Daten zum Nachbeobachtungszeitraum von median 34 Monaten hatten gezeigt: Ca. 6 von 10 Patienten, die mit der Kombinationstherapie adjuvant behandelt wurden, lebten nach 3 Jahren rezidivfrei (2).
Anzeige:
Fachinformation
Seit August 2018 steht Patienten mit Dabrafenib (Tafinlar®) in Kombination mit Trametinib (Mekinist®) die erste und bislang einzige Therapie zur adjuvanten Behandlung von erwachsenen Melanom-Patienten im Stadium III mit einer BRAF V600-Mutation nach vollständiger Resektion zur Verfügung (3,4). In der zulassungsrelevanten, multizentrischen, randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie COMBI-AD war das mediane rezidivfreie Überleben (RFS) sowohl in der Primäranalyse als auch nach einem medianen Follow-up von 2,8 Jahren erreicht, wobei die Kombinationstherapie das Risiko eines Wiederauftretens gegenüber Placebo signifikant um 53% reduzierte (HR=0,47; 95%-KI: 0,39-0,58; Median nicht erreicht vs. 16,6 Monate; p<0,001). Auch nach 3 Jahren lebten 6 von 10 Patienten im Kombinationsarm rezidivfrei (HR=0,47; p<0,001; 58% vs. 39%). Der Vorteil des rezidivfreien Überlebens im Kombinationsarm wurde in allen Subgruppen, einschließlich der Stadien IIIA, B und C beobachtet (2).

Neue Daten bestätigen Reduktion des Rezidivrisikos um über 50%

Jetzt wurden auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in München aktualisierte Ergebnisse dieser Phase-III-Studie mit einem medianen Follow-up von 44 bzw. 42 Monaten (im Verum- bzw. Placebo-Arm) vorgestellt (1). Das relative Rezidivrisiko war unter der Kombinationstherapie verglichen mit Placebo um 51% geringer (HR=0,49; 95%-KI: 0,40-0,59) (1). Die 4-Jahres-RFS-Rate war im Verum-Arm signifikant höher als im Placebo-Arm (54% (95%-KI: 49-59) vs. 38% (95%-KI: 34–44)) (1).

Um zu schätzen, bei wie vielen Patienten zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Rezidivereignis eintreten wird, hat man die aktuellen Daten aus der Studie COMBI-AD mit Hilfe eines theoretischen Cure-Rate-Modells analysiert (1). Der Anteil der Patienten ohne zukünftig zu erwartendes Rezidivereignis beträgt nach dieser Berechnung 54% (95%-KI: 49-59) für die Kombinationstherapie aus Dabrafenib und Trametinib verglichen mit 37% für den Placebo-Arm (95%-KI: 32-42) (1).

Gesundheitsbezogene Lebensqualität auf Placebo-Niveau

Vor dem Hintergrund dieser Wirksamkeitsdaten wurde in einer weiteren Analyse der Studie COMBI-AD, die auf dem diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellt wurde, der Einfluss von Dabrafenib kombiniert mit Trametinib auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Studienteilnehmer untersucht (5). Demnach waren die Punktzahlen gemäß visueller Analogskala (VAS) im Verum- und Placebo-Arm zur Baseline vergleichbar (79,0 vs. 80,4 von 100 möglichen Punkten) (5). Nach dem Behandlungszeitraum von 12 Monaten hatten sich diese Werte in beiden Studienarmen relativ zur Baseline nur geringfügig verändert (0,14 vs. -0,02 Punkte; adjustierte mittlere Werte) (5). Auch im Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 48 Monaten war die VAS-Punktzahl unter Dabrafenib + Trametinib jener unter Placebo ähnlich (5). Es liegen somit Hinweise vor, dass die Kombinationstherapie die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten nicht relevant beeinträchtigt (5).

Nebenwirkungen, die im Rahmen der Studie COMBI-AD beobachtet wurden, stimmten mit den Ergebnissen aus anderen Studien zu Dabrafenib in Kombination mit Trametinib überein (2). Neue Sicherheitssignale wurden nicht gemeldet (2). Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen (≥ 20%) im Verum-Arm zählten Fieber (Pyrexie), Fatigue, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall, Erbrechen, Gelenkschmerzen und Hautausschlag (2).

* Statistische Analyse mit Hilfe des Cure-Rate-Modells

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Hauschild A et al. Longer follow-up confirms relapse-free survival benefit with adjuvant dabrafenib plus trametinib in patients with resected BRAF V600-mutant stage III melanoma. J Clin Oncol 2018. doi:10.1200/JCO.18.01219.
(2) Long GV et al. Adjuvant Dabrafenib plus Trametinib in Stage III BRAF-Mutated Melanoma. N Engl J Med 2017;377:1813-1823.
(3) Fachinformation Tafinlar®. 50 mg / 75 mg Hartkapseln
(4) Fachinformation Mekinist®. 0,5 mg / 2 mg Filmtabletten
(5) Schadendorf D et al. Effect on health-related quality of life (HRQOL) of adjuvant treatment (tx) with dabrafenib plus trametinib (D + T) in patients (pts) with resected stage III BRAF-mutant melanoma. ASCO 2018; Abstract 9590.


Das könnte Sie auch interessieren

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"BRAF V600-mutiertes Melanom Stadium III: Aktualisierte Wirksamkeitsdaten zu Dabrafenib + Trametinib in der Adjuvanz"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischer Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich
  • FLT3-mutierte AML: Bei FLT3-TKD-Mutationen haben gleichzeitig auftretende NMP1-Mutationen einen hohen prognostischen Wert
  • Ruxolitinib bei Patienten mit Myelofibrose: Real-world-Daten bestätigen Sicherheit in der Langzeittherapie
  • DLBCL und B-Zell-ALL: Die Therapie mit CAR-T-Zellen etabliert sich und findet Eingang in weitere B-Zell-Malignome
  • Immunthrombozytopenie: Behandlungsfreie Remission wird ein neues Behandlungsziel