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Medizin

29. November 2017 Auszeichnung für Pionier der „Liquid Biopsy“

Der mit 50.000 Euro dotierte Meyenburg-Preis 2017 ging gestern an Nitzan Rosenfeld, Cancer Research UK in Cambridge. Er erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Arbeiten zum Nachweis von Tumor-Erbmaterial im Blut. Rosenfeld hat wesentlich dazu beigetragen, den Nachweis von Krebs-DNA im Blut so zu verbessern, dass die Technik in die Krebsmedizin Einzug halten kann.
Der Nachweis der Krebs-DNA in einer Blutprobe, bekannt unter dem Begriff „Liquid Biopsy“, eröffnet Medizinern eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Der studierte Physiker Nitzan Rosenfeld hat auf diesem Gebiet Pionierleistungen erbracht. In einem Milliliter Blut schwimmen etwa 10.000 Erbgutmoleküle gesunder Zellen, doch nur wenige Dutzend von Krebszellen. Rosenfeld hat Techniken entwickelt, um die aus Krebszellen stammenden Erbgutschnipsel, selbst wenn sie nur in Spuren vorkommen, zu vervielfältigen, zu sequenzieren und zu identifizieren.

Mit diesen Techniken können Ärzte in Zukunft mitverfolgen, ob der Krebs auf eine Behandlung anspricht. Da sich die „flüssige Biopsie“ problemlos in Monatsabständen wiederholen lässt, kann das nichtinvasive Verfahren auch eingesetzt werden um zu kontrollieren, ob ein Tumor nach der Therapie zurückkehrt. Optimistische Mediziner gehen sogar davon aus, dass sich in Zukunft Krebserkrankungen allein anhand einer Blutprobe entdecken lassen.

„Nitzan Rosenfeld hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Nachweis von Tumor-DNA im Blut von einem experimentellen Verfahren zu einer Methode heranreifen konnte, die der Krebsmedizin eine Vielzahl neuer Optionen eröffnet“, sagt Christof von Kalle, Vorstandsmitglied der Meyenburg-Stiftung. „Bei vielen häufigen Krebsarten konnten Kollegen mit großen Studien bereits zeigen, was die Liquid Biopsy leisten kann.“ So ließ sich anhand des Anstiegs der Krebs-DNA im Blut ein Wiederauftreten von Darmkrebs zehn Monate früher nachweisen als mit der Bildgebung. Bei Lungenkrebs konnten Kollegen zeigen, wie Resistenzen gegen die Therapie entstehen.“

Nitzan Rosenfeld hat am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel, promoviert. 2005 wechselte er zum Biotech-Unternehmen Rosetta Genomics, wo er die Entwicklung genetischer Krebstests leitete. Seit 2009 ist er Gruppenleiter am Cambridge Institute von Cancer Research UK, University of Cambridge.

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum


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