Sonntag, 21. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

25. Juli 2018 G-BA: Rituximab-Biosimilar für den Off-Label-Use beim Mantelzell-Lymphom verordnungsfähig

Auch für die Behandlung von Patienten mit Mantelzell-Lymphom, einer selteneren malignen Lymphom-Erkrankung (1), steht mit Truxima® (2) jetzt ein erstes Rituximab-Biosimilar zur Verfügung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem Off-Label-Use von Truxima® mit dem Beschluss zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie vom 19.04.2018 zugestimmt (3, 4).
Anzeige:
Etwa 10% der Rituximab-Verordnungen betreffen Patienten mit der Indikation Mantelzell-Lymphom (5). Diese malignen Lymphome gehören aufgrund der Histologie zu den indolenten B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL), verlaufen jedoch zumeist vergleichsweise aggressiv. Mit einer jährlichen Inzidenz von 2-3 pro 100.000 Einwohner macht das Mantelzell-Lymphom etwa 6-9% aller NHL aus mit einem Altersmedian zwischen 65 und 75 Jahren (1).

Der Originalantikörper Rituximab (MabThera®) (6) wurde beim Mantelzell-Lymphom vom G-BA durch Beschluss vom 17.03.2016 als verordnungsfähig im Off-Label-Use unter Beachtung der dazu gegebenen Hinweise anerkannt (Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage VI – Off-Label-Use, Teil A Ziffer XXVI Rituximab beim Mantelzell-Lymphom (3). Welche zugelassenen Arzneimittel in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten (Off-Label-Use) anwendungs- und für GKV-Versicherte verordnungsfähig sind, regelt der G-BA nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Arzneimittel-Richtlinie. Eine Anerkennung erfolgt bei positiver Empfehlung durch die Expertengruppe, bei Zustimmung des pharmazeutischen Unternehmers und nach Prüfung der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit der Anwendung des Wirkstoffes in der Off-Label-Indikation durch den G-BA.

Der Beschluss des G-BA zum Off-Label-Use von Truxima® beim Mantelzell-Lymphom ist nun am 13.07.2018 in Kraft getreten.

Quelle: Mundipharma

Literatur:

(1) https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/non-hodgkin-lymphome/b-zell-lymphome/hintergrund/basis.html, abgerufen am 13.07.2018.
(2) Fachinformation Truxima® 100 mg, Stand: Januar 2018; Fachinformation Truxima® 500 mg, Stand: Januar 2018.
(3) https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3295/, abgerufen am 13.07.2018.
(4) Bundesanzeiger BAnz AT 12.07.2018 B2.
(5) Oncology Analyzer der IMS Q4 2015.
(6) Fachinformation MabThera® i.v., Stand April 2018.


Das könnte Sie auch interessieren

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs

40 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs
© kuznetsov_konsta / Fotolia.com

Am 26. August 2016 begeht die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) im Rahmen ihrer Bundestagung ihr 40-jähriges Jubiläum. Als einer der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeverbände Deutschlands leistet sie unverzichtbare Hilfe für Betroffene und beeinflusst aktiv politische Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen. Dort tritt sie für die Bedürfnisse von Betroffenen ein – dass Patienten heute wesentlich mehr Recht auf Mitsprache...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"G-BA: Rituximab-Biosimilar für den Off-Label-Use beim Mantelzell-Lymphom verordnungsfähig"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren