Samstag, 25. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

15. Mai 2018 Basalzellkarzinom: Aktualisierte Leitlinie

Das Basalzellkarzinom zählt zu den häufigsten Krebsformen, mehr als 150.000 Menschen erkranken daran jedes Jahr in Deutschland. Auslöser ist meist zu viel Sonneneinstrahlung, weshalb dieser Tumor besonders häufig im Gesicht auftritt. Eine neue Leitlinie verweist darauf, dass es bei operativen Eingriffen nicht nur auf die vollständige Entfernung des Tumors ankommt, sondern auch auf ein funktionell und ästhetisch angemessenes Ergebnis. Worauf Patienten achten sollen, wie sie weißem Hautkrebs vorbeugen und wie Behandlungsergebnisse aussehen können, erläuterten Experten auf anlässlich des 135. Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).
Anzeige:
Ein Basaliom tritt besonders häufig an lichtbeschienener Haut auf. Betroffen sind vor allem ältere Menschen sowie Personen, die freizeit- oder berufsbedingt viel Zeit im Freien verbracht haben wie etwa Landwirte oder Bauarbeiter. Liegt ein Tumor vor, ist eine vollständige chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes wichtig, zugleich aber auch der Erhalt aller Körperfunktionen sowie ein ästhetischer Wundverschluss. So regelt es eine neue Leitlinie, die kurz vor der Publikation steht. „Die Leitlinie hat zum Ziel, dass alle Patienten eine optimale Therapie erhalten“, sagt DGCH-Präsident Prof. Dr. med. Jörg Fuchs.
 
Dafür muss der Chirurg alle erforderlichen Techniken zur Wundversorgung beherrschen. Grund: Erst die Untersuchung des Pathologen zeigt, ob es gelang, den Tumor vollständig mit einem ausreichenden Sicherheitssaum zum gesunden Gewebe zu entfernen. „Es kann sich also kurze Zeit nach der Operation herausstellen, dass die Gewebeentfernung doch umfassender und weiträumiger erfolgen muss als zunächst angenommen“, erläutert Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hans-Peter Howaldt von der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG).
 
Um das so entstandene größere Loch ästhetisch ansprechend zu verschließen, kann eine aufwändigere plastische Rekonstruktion notwendig werden, die über das direkte Verschließen einer Wunde mit einer Naht hinausgeht. Zu diesen Techniken zählt unter anderem die indische Nasenplastik – hierbei formen die Chirurgen aus Stirnhaut eine neue Nase. Oder sie verpflanzen einen Mikrolappen, ein Stück Haut, das mit anhängender Arterie dem Unterarm oder der Wade entnommen wird. „Damit verschließen wir eine größere Wunde am Hals oder am Gesicht, wobei dieses Transplantat seine Blutversorgung selbst mitbringt“, betont Howaldt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
 
Kommt es zum Einsatz derartiger Techniken, zählt nicht nur das ästhetische Ergebnis. Auch der Erhalt der körperlichen Funktionen ist wichtig. „Hautlappenplastiken sollen möglichst so transplantiert werden, dass die Schnitte entlang der Hautspannungslinien verlaufen und die ästhetischen Einheiten des Gesichtes respektiert werden, Augenlider problemlos geöffnet und geschlossen werden können, die Lippenbewegungen nicht beeinträchtigt sind“, erläutert Howaldt. Leiden Patienten unter einem lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinom, sollte vor Beginn der Behandlung ein Tumorboard eingeschaltet werden. „Dort klären verschiedene Disziplinen, ob im Einzelfall eine Bestrahlung, eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung sinnvoll ist“, sagt der Chirurg.
 
Damit es dazu gar nicht erst kommt, sind vorbeugende Verhaltensmaßnahmen dringend empfohlen. „Sich der Sonne ungeschützt längere Zeit direkt auszusetzen, ist tabu“, warnt Howaldt. So sollte man zwischen elf und vierzehn Uhr auf einen Strandbesuch verzichten oder sich unter einem Sonnenschirm aufhalten. Generell sei es sinnvoll, so Howaldt, einen Sonnenhut zu tragen. „Diese Maßnahmen gelten ganz besonders für Kinder, die auch noch nach Jahren verschiedene Formen von Hautkrebs in der Folge von zu intensiver Sonneneinwirkung und zu wenig Sonnenschutz bekommen können“, betont der Gießener Chirurg.

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Chirurgie


Das könnte Sie auch interessieren

Geballtes Wissen zu Krebs für alle

Geballtes Wissen zu Krebs für alle
© Krebsinformationsdienst, DKFZ; Bild: Pixabay 849820

Der offizielle Startschuss fiel am 30. März 1999. Die Internetseite des Krebsinformationsdienstes (KID), einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums, ging online. Heute nutzen monatlich rund 600.000 Besucher die Seite. Gefragte Themen sind Hintergründe zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neue Therapieverfahren, aber auch Tipps zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Alle, die sich vor Krebs schützen möchten, finden ausführliche Informationen über...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Basalzellkarzinom: Aktualisierte Leitlinie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.