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Medizin

10. Juni 2015 6. Akademie Knochen und Krebs: Hoher Stellenwert der antiresorptiven Therapie mit Denosumab bestätigt

Im Mittelpunkt der 6. Akademie Knochen und Krebs (AKUK), die unter dem Vorsitz von Dr. med. Friedrich Overkamp, Recklinghausen, und Prof. Dr. Ingo J. Diel, Vorsitzender der Deutschen Osteoonkologischen Gesellschaft (DOG), Mannheim, stattfand, stand die Frage, wie sich die modernen therapeutischen Möglichkeiten am besten nutzen lassen, um Patienten mit soliden Tumoren und Knochenmetastasen ein aktives Leben mit guter Qualität zu erhalten. Der hohe Stellenwert von Denosumab, das in den ESMO-Guidelines bei Knochenmetastasen bevorzugt empfohlen wird, wurde dabei hervorgehoben (1).

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Die 2010 von Amgen ins Leben gerufene Akademie Knochen und Krebs bietet onkologisch tätigen Gynäkologen, Internisten und Urologen im jährlichen Turnus die Gelegenheit, mit Experten fach- und indikationsübergreifend über die angemessene Behandlung von Tumorpatienten mit Knochenmetastasen oder Tumortherapie-assoziierter Osteoporose zu diskutieren. Zudem wurden auch aktuelle Themen in der Krebstherapie wie z.B. die Immunonkologie und aktuelle Behandlungskonzepte bei Mamma-, Prostata- und Bronchialkarzinom sowie beim Multiplen Myelom vorgestellt und diskutiert. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. (DGHO), die Orthopädische Gesellschaft für Osteologie e.V. (DGO) und die Deutsche Osteoonkologische Gesellschaft (DOG) fungierten wieder als Schirmherren der AKUK.
 
Keine Kompromisse bei der knochenprotektiven Therapie
 
In den interaktiven Vorträgen, Workshops und Diskussionen bestätigte sich erneut der hohe Stellenwert der Osteoprotektion. "Aus der Behandlung von Patienten mit Knochenmetastasen ist die osteoprotektive Therapie nicht mehr wegzudenken", erklärte Prof. Diana Lüftner, Berlin, aktuell Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO). Nach Einschätzung Lüftners dürfe es keine Kompromisse bezüglich einer Verzögerung des Beginns der osteoprotektiven Therapie oder der vorgegebenen Applikationszeitpunkte geben, denn Knochenmetastasen und daraus resultierende Knochenkomplikationen führen zu Schmerzen und einer erhöhten Morbidität bis hin zur Invalidität. Laut ESMO-Guidelines soll Denosumab (XGEVA®) bereits ab der Diagnose der ersten Knochenmetastase verabreicht werden - und das unabhängig davon, ob Symptome bestehen (1). In der Praxis wird die supportive Therapie bislang jedoch nicht ausreichend umgesetzt, wie Diel betonte: "Wir müssen hier ganz klar von einer Fehlversorgung unserer Patienten sprechen und das obwohl wirksame Substanzen zur Verfügung stehen." Overkamp ergänzte: "Wir brauchen die osteoprotektive Therapie, um die Lebensqualität der Patienten möglichst lange zu erhalten."
 
Überlegene Wirksamkeit gegenüber Bisphosphonaten
 
Patienten mit Knochenmetastasen profitieren von dem humanen RANK-Ligand-Antikörper Denosumab - aufgrund seiner überlegenen klinischen Wirksamkeit im Vergleich zum Bisphosphonat Zoledronat, und anderer Vorteile, wie z.B. der von Nierenproblemen unabhängigen Einsetzbarkeit. Eine integrierte Analyse der 3 randomisierten, doppelblinden Zulassungsstudien, in der Daten von 5.723 Patienten mit Knochenmetastasen im Rahmen von Brustkrebs, Prostatakarzinom oder anderer Tumoren analysiert wurden, ergab eine signifikante Verlängerung der Zeit bis zur ersten Knochenkomplikation (skeletal related events, SRE, wie z.B. pathologische Frakturen, Rückenmarkkompression oder Bestrahlungen des Knochens) durch Denosumab im Vergleich zu Zoledronat um 8,2 Monate im Median (2). Knochenkomplikationen schränken die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein (3). Eine Verzögerung der Zeit bis zum Auftreten der ersten Knochenkomplikation trägt somit zu einer Erhöhung der Lebensqualität bei.
 
Hinauszögerung der Schmerzmedikation

Am meisten wünschen sich die Patienten jedoch nach Lüftners Erfahrung, dass sie vor chronischen, ihre Autonomie einschränkenden Knochenschmerzen bewahrt werden. Umso wichtiger ist daher, dass Denosumab auch die Zeit bis zur Schmerzprogression bzw. bis zur Behandlungsbedürftigkeit mit starken Opioiden signifikant im Vergleich zu der mit Zoledronat behandelten Kontrollgruppe verlängerte (4). In der Denosumab-Gruppe benötigten initial ohne bzw. mit schwachen Analgetika behandelte Patienten im weiteren Studienverlauf signifikant seltener starke Opioidanalgetika. Dadurch werden den Betroffenen auch deren potentiell belastende Nebenwirkungen erspart. Nach übereinstimmender Ansicht der Experten leistet die Therapie mit Denosumab einen eigenen Beitrag zur Vermeidung und Bekämpfung von Knochenschmerzen.

Quelle: Amgen

Literatur:

(1) Coleman R et al., Annals of Oncology 00:1-14,2014 doi:10.1093/annonc/mdu103
(2) Lipton A., Eur J Cancer 2012; 48: 3082-3092
(3) Stopeck AT et al., Journal of Clinical Oncology2010, 35: 5132-5139
(4) Von Moos R et al., Support Care Cancer 2013; 21: 3497-3507


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