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Medizin

01. August 2019 ASCO: Aktuelle Phase-III-Daten zur Kombinationstherapie Lenalidomid + Rituximab

Auf der diesjährigen Jahrestagung der ASCO wurden unter anderem aktuelle Daten der Phase-III-Studie AUGMENT zur Kombinationstherapie Lenalidomid (REVLIMID®) + Rituximab (R²) bei rezidivierten/refraktären (r/r) indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen vorgestellt. Ebenfalls auf dem ASCO präsentierte neue Daten zum Prüfpräparat Liso-Cel belegen das Potenzial dieser anti-CD19-CAR-T-Zelltherapie bei Patienten mit vorbehandelten Lymphomerkrankungen. Die zentralen Studienergebnisse zu diesen beiden Therapien sind für Sie im Folgenden zusammengefasst.
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AUGMENT: Studie zum Einsatz von Lenalidomid beim follikulären Lymphom und Marginalzonenlymphom

Im Mai 2019 wurde die immunmodulierende Substanz Lenalidomid in Kombination mit Rituximab (R²) von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung vortherapierter Patienten mit follikulärem Lymphom oder Marginalzonenlymphom in den USA zugelassen (1). Auf dem ASCO 2019 wurden weitere klinische Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie AUGMENT vorgestellt (Abstract #7514), die die Chemotherapie-freie Kombination zur Behandlung von Patienten mit r/r indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen untersucht (2, 3). An der multizentrischen, doppelblinden, randomisierten Studie nahmen 358 Patienten mit r/r follikulärem Lymphom (n=295) und Marginalzonenlymphom (n 63) teil. Diese erhielten entweder R2 oder Rituximab in Kombination mit Placebo. Hinsichtlich des primären Endpunkts, des progressionsfreien Überlebens (PFS) nach den IWG-Kriterien von 2007, zeigte sich R² gegenüber Rituximab + Placebo mit 39,4 vs. 14,1 Monaten (HR: 0,46; 95-%-KI: 0,34-0,62; p < 0,0001) signifikant überlegen (2, 3).

Die auf dem ASCO präsentierten Ergebnisse der sekundären und explorativen Endpunkte in Bezug auf die Zeit bis zur nächsten Anti-Lymphom-Behandlung (TTNLTb) bzw. Chemotherapie (TTNCTc) und das Ansprechen auf die Folgetherapie (PSF2) unterstreichen die überlegene Wirksamkeit der R²-Kombinationstherapie im Vergleich zur Kontrollgruppe (2). So waren zum Data Lock das mediane TTNLT, TTNCT und PSF2 für R² noch nicht erreicht und gegenüber Rituximab + Placebo signifikant verlängert (HR: 0,54, 0,50 bzw. 0,52). 49 von 178 Patienten aus dem R²-Arm (28%) und 80 von 180 Patienten aus dem Kontrollarm (44%) erhielten eine Folgetherapie. Das Ansprechen auf die Folgetherapie zeigte sich in der mit R² behandelten Patientengruppe höher als bei den Patienten, die Rituximab + Placebo erhalten hatten (ORR: 57% vs. 36%; CR: 31% vs. 16%) (2).

TRANSCEND-NHL-001: Liso-Cel als Behandlungsoption bei ZNS-Lymphomen

Circa 3% der Patienten mit systemischem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) erleiden ein Rezidiv im zentralen Nervensystem (ZNS). Ein solches sekundäres ZNS-Lymphom geht mit einem medianen Überleben von < 3 Monaten einher (4, 5). Eine effektive Standardtherapie existiert bisher jedoch nicht (6). Eine mögliche zukünftige Behandlungsoption für Patienten mit r/r Non-Hodgkin-Lymphomen stellt das Prüfparat Liso-Cel (JCAR017) dar. Liso-Cel ist ein CD19-gerichtetes chimäres Antigen-Rezeptor-T (CAR-T-)Zellprodukt mit definiertem CD4+/CD8+ T-Zell-Verhältnis (6).

Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit

Anlässlich der diesjährigen ASCO-Jahrestagung wurde eine Subgruppenanalyse der laufenden TRANSCEND-NHL-001-Phase-I-Studie (7, 8) zur Sicherheit und Wirksamkeit von Liso-Cel bei Patienten mit sekundären ZNS-Lymphomen vorgestellt (Abstract #7515). In die Studie waren Patienten mit bestätigten Non-Hodgkin-Lymphomen (DLBCL, primär mediastinale B-Zell-Lymphome, follikuläre Lymphome Grad 3B und Mantelzell-Lymphome) eingeschlossen worden, deren Erkrankung nach mindestens 2 vorangegangenen Therapielinien refraktär bzw. rezidiviert war. Darunter waren auch Patienten mit sekundären ZNS-Lymphomen. Patienten, die erst im Studienverlauf eine ZNS-Beteiligung entwickelten, konnten die Studienteilnahme fortsetzen (6). Das CAR-T-Zellpräparat Liso-Cel wurde im Anschluss an eine lymphodepletierende Chemotherapie entweder in der Dosierung 50 × 106 oder 100 × 106 CAR-T-Zellen als einmalige Infusion verabreicht (6).

In der aktuellen Subgruppenanalyse wurden die Daten von 9 Patienten mit sekundären ZNS-Lymphomen ausgewertet, von denen 6 bereits zu Studienbeginn ZNS-Metastasen hatten. 4 Patienten erreichten eine CR. Davon befinden sich 2 Patienten 270 und 545 Tage nach der CAR-T-Zelltherapie weiterhin in Remission (6). Unerwünschte neurologische Ereignisse (Grad 3) und ein Zytokin-Freisetzungssyndrom (Grad 2) wurden jeweils bei einem Patienten beobachtet. Es gab keine behandlungsassoziierten Todesfälle (6). Die auf dem ASCO präsentierte Subgruppenanalyse der TRANSCEND-NHL-001-Studie unterstreicht das Potenzial von Liso-Cel als sichere und wirksame Behandlungsoption für Patienten mit B-Zell-Non-Hodgkin Lymphomen, auch bei sekundärer ZNS-Beteiligung.
 

Quelle: Celgene

Literatur:

(1) FDA approves lenalidomide for follicular and marginal zone lymphoma, https://www.fda.gov/drugs/resources-information-approved-drugs/fda-approves-lenalidomide-follicular-and-marginal-zone-lymphoma (Letzter Zugriff: 13. Juni 2019).
(2) Gribben JG, et al. J Clin Oncol. 2019; 37 (suppl): abstr 7514.
(3) Leonard JP, et al. J Clin Oncol. 2019; 37: 1188-1199.
(4) Bernstein SH, et al. J Clin Oncol. 2009; 27: 114-119.
(5) Herr MM, et al. Blood. 2014; 124: 5389.
(6) Abramson JS, et al. J Clin Oncol. 2019; 37(suppl): abstr 7515.
(7) Abramson JS, et al. J Clin Oncol. 2018; 36 (15suppl): 7505.
(8) Palomba M, et al. Blood. 2018; 132: 3545.


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