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Medizin

07. Oktober 2016 Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis 2016 geht an Leitlinienforscher

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) e.V. vergibt den Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis in diesem Jahr an eine herausragende Arbeit aus dem Bereich der Leitlinienforschung. Ausgezeichnet wurden Dr. Christian Jacke, Prof. Dr. Ute S. Albert und Dr. Mathias Kalder für ihre Publikation "The adherence paradox: guideline deviations contribute to the increased 5-year survival of breast cancer patients", die von der Autorengruppe 2015 veröffentlicht wurde.
Die Arbeit wurde aufgrund ihrer innovativen Fragestellung, der hohen Relevanz für die Patientenversorgung und der anspruchsvollen wissenschaftlichen Methodik ausgewählt. Die Autoren konnten auf der Basis der Auswertung von klinischen Krebsregistern zeigen, dass die Leitlinientreue in der Therapie des Brustkrebses in der untersuchten Stichprobe zugenommen hat. Paradoxerweise zeigen ihre Ergebnisse auch, dass die Überlebenswahrscheinlichkeiten von S3-Leitlinien-non-konform behandelten Patientinnen im Zeitverlauf massiv gestiegen sind und über dem Niveau von adhärent-behandelten Patientinnen in der Vergleichsperiode 1996-1997 lagen. Die Autoren werten das Adhärenzparadoxon als Hinweis auf die fachgerechte Anwendung von Leitlinien in zertifizierten Brustkrebszentren. Die Wissenschaftler sprechen sich für leitlinienbasierte Entscheidungen im Gegensatz zu einer reinen Adhärenz-Maximierung aus.
 
Der mit 2.500 € dotierte Preis wird in Gedenken an das DNVF-Ehrenmitglied Herrn Prof. Dr. Wilfried Lorenz vergeben. Prof. Lorenz hat sich viele Jahrzehnte um die Versorgungsforschung und hier insbesondere um die patientenzentrierte Outcomeforschung verdient gemacht. Die Vergabe des Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreises 2016 fand im Rahmen der Eröffnungsfeier des 15. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung, am Mittwoch, dem 5. Oktober in der Urania Berlin statt.

Quelle: Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF)


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