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Medizin

03. Juni 2019 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC

Im Rahmen des 55. Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL (USA) wurden die 5-Jahresdaten aus der internationalen, unverblindeten Phase-Ib-Studie KEYNOTE-001 als eines der Kongresshighlights vorgestellt (1, 2). Die Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in verschiedenen Kohorten von Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, u.a. bei 550 behandlungsnaiven oder vorbehandelten Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) (3). Die aktuellen Daten belegen einen anhaltenden Überlebensvorteil für alle Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, der für Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) besonders ausgeprägt war (1, 2). Neue Sicherheitssignale im Langzeitverlauf wurden nicht beobachtet.
In der KEYNOTE-001-Studie, deren 5-Jahresdaten zum NSCLC beim ASCO in einer Poster- und Poster-Discussion-Session vorgestellt wurden (1,2), hatten vorbehandelte (n=449) oder zuvor unbehandelte (n=101) Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC eine Monotherapie mit Pembrolizumab erhalten (3). Die Patienten wurden bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten einer nicht zumutbaren Toxizität mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor behandelt. Die aktuelle Analyse wurde nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60,6 Monaten durchgeführt. Zum Zeitpunkt des Datenschnitts (5. November 2018) waren noch 100 der ursprünglich 550 Patienten am Leben. 60 Patienten standen seit mind. 2 Jahren unter eine Behandlung mit Pembrolizumab, 14 davon waren behandlungsnaiv und 46 vorbehandelt.

Die 5-Jahres-Überlebensrate für die behandlungsnaiven Patienten betrug 29,6% bei den Patienten mit TPS ≥ 50% und 15,7% für die Patienten mit TPS ≥ 1-49% bei einem medianen Überleben von 35,4 (TPS ≥ 50%) bzw. 19,9 Monaten (TPS ≥ 1-49%) (1). Bei den vorbehandelten Patienten ergaben sich vergleichbare Überlebensdaten, aber insgesamt auf einem etwas niedrigeren Niveau. Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug 25,0% bei den vorbehandelten Patienten mit TPS ≥ 50%, 12,5% für die Patienten mit TPS ≥ 1-49%  und 3,5% für die Patienten mit TPS < 1% bei einem medianen Überleben von 15,4 (TPS ≥ 50%) vs. 8,5 (TPS ≥ 1-49%) vs. 8,6 Monaten (TPS < 1%).

Besonders interessant war die Auswertung für die 60 Patienten, die mind. 2 Jahre lang (mediane Behandlungsdauer 36 Monate) Pembrolizumab erhalten hatten. Wie Garon et al in Chicago berichteten, waren 46 dieser Patienten zum Zeitpunkt der Analyse nach am Leben (1). Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug 78,6% für die behandlungsnaiven Patienten (n=14) und 75,8% für die vorbehandelten bei einer Gesamtansprechrate von 86% bzw. 91%. Als mediane Dauer des Ansprechens für die behandlungsnaiven Patienten wurden 52,0 Monate dokumentiert, während sie für die vorbehandelten Patienten noch nicht erreicht war. 58% der behandlungsnaiven und 71% der vorbehandelten Patienten sprachen zum Zeitpunkt des Datenschnitts immer noch auf Pembrolizumab an.

Wie Garon et al. berichteten, waren die Sicherheitsdaten konsistent mit dem bekannten Sicherheitsprofil von Pembrolizumab. 17% aller Patienten entwickelten eine immunassoziierte Nebenwirkung. Die Nebenwirkungsrate entsprach in etwa der, die nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3 Jahren ermittelt worden war. Es traten somit im Langzeitverlauf keine neuen Sicherheitssignale auf.

Zusammenfassend zeigen die beim ASCO vorgestellten Daten der Keynote-001-Studie, dass eine Behandlung mit einer Pembrolizumab–Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC im Langzeitverlauf verglichen mit historischen Kontrollen zu einer bedeutenden und klinisch relevanten Verbesserung des 5-Jahresüberlebens führte (1, 2). Unter dem Einfluss vom Pembrolizumab wurde eine 5-Jahresüberlebensrate von 23,2% bei behandlungsnaiven und 15,5% bei vorbehandelten Patienten erreicht, während laut Garon in der Vor-Immuntherapie-Ära die 5-Jahresüberlebenrate für metastasierte Patienten unter Standard-Chemotherapie lediglich bei etwa 5% lag. Einen besonders ausgeprägten Überlebensvorteil hatten – konsistent mit der derzeitigen Zulassungssituation für die Pembrolizumab-Monotherapie – Patienten mit TPS ≥ 50%, die eine 5-Jahresüberlebensrate vom mind. 25% erreichen. Bei den 60 Patienten, die mehr als 2 Jahre lang Pembrolizumab erhielten, lag die 5-Jahresüberlebensrate sogar bei mehr als 75%.

Garons Resümee: „Diese Daten, die die bislang längste Nachbeobachtungszeit für eine Pembrolizumab-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenen NSCLC repräsentieren, bestätigen einmal mehr, dass Pembrolizumab die Langzeitergebnisse für behandlungsnaive oder vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC zu verbessern vermag.“

cs

Quelle: ASCO 2019

Literatur:

1. Garon EB et al. 5-year long term survival for patients with advanced melanoma treated with pembrolizumab (pembro) in KEYNOTE-001. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr LBA 9516)

2. Arbour KC. Vortrag bei der Poster Discussion Session „Lung Cancer – Non Small Cell Metastatic“ im Rahmen der 55. ASCO-Jahrestagung am 2. Juni 2019 in Chicago/IL, USA

3. Garon EB et al. N Engl J Med 2015; 372(21); 2018-2028


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