Mittwoch, 13. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

05. Juni 2018 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim malignen Melanom – behandlungsnaive Patienten profitieren besonders

Im Rahmen des 54. Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL (USA) wurden erstmals 5-Jahresdaten aus der internationalen, unverblindeten Phase-Ib-Studie KEYNOTE-001 im Rahmen einer Poster-Session vorgestellt (1). Die Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in verschiedenen Kohorten von Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, unter anderem bei 655 Patienten mit malignem Melanom. Die aktuellen Daten belegen einen anhaltenden Überlebensvorteil für alle Melanom-Patienten, der für behandlungsnaive Patienten besonders ausgeprägt ist.
Pembrolizumab ist als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen zugelassen. In der Keynote-001-Studie hatten vorbehandete oder zuvor unbehandelte (n=151) Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem malignen Melanom Pembrolizumab 2 mg/kg KG oder 10 mg/kg KG alle 3 Wochen oder 10 mg/kg KG alle 2 Wochen erhalten (die empfohlene Dosis gemäß Fachinformation beträgt 2 mg/kg KG alle 3 Wochen). Die Patienten wurden bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten einer nicht zumutbaren Toxizität mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor behandelt.

Nach einer medianen Follow-up-Zeit von 55 Monaten befanden sich 35 Patienten noch immer unter der Therapie mit Pembrolizumab. 569 (87%) hatten die Behandlung abgebrochen, meist wegen Progress (42%). 63% der Patienten waren zum Zeitpunkt des Datenschnitts (1. September 2017) verstorben (54% der zuvor unbehandelten Patienten). Die geschätzte 5-Jahres-Überlebenstrate betrug 34% bezogen auf alle Patienten und 41% bezogen auf die behandlungsnaiven. Die 5-Jahres-Überlebensdaten waren damit den 4-Jahresdaten (38% and 48%) sehr ähnlich. Die Gesamtansprechrate (ORR) betrug 41% für alle Patienten und 52% für die behandlungsnaiven.

Als mediane Überlebenszeiten wurden 23,8 Monate für alle Patienten und 38,6 Monate für die behandlungsnaiven dokumentiert, das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 8,3 Monate bzw. 16,9 Monate. Bei den Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, war die Response in den meisten Fällen langanhaltend. Bei 73% aller Responder und 82% der behandlungsnaiven Responder war noch kein Progress aufgetreten. Die mittlere Dauer des Ansprechens war noch nicht erreicht, die längste beobachtete Response betrug 66 Monate.
 
Behandlungsassoziierte Nebenwirkungen traten bei 86% der Patienten auf, davon in 17% der Fälle Nebenwirkungen von Grad 3/4. Doch nur 8% der Patienten brachen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab. Langzeittoxizitäten wurden nicht beobachtet.

Eine Untersuchung auf Biomarker, die 18 Gene für die Antigenpräsentation, die Chemokin-Expression, die zytolytische Aktivität und die  adaptive Immunresistenz addressierte, ergab eine Assoziation zwischen dem verwendeten 18-Gen-Score und dem Ansprechen auf Pembrolizumab. Die Assoziation war unabhängig davon, ob die Patienten vorbehandelt waren oder nicht.

Bei 4 Patienten, die nach dem Erreichen einer kompletten oder partiellen Remission die Behandlung unterbrochen hatten und nach einer Beobachtungsphase erneut Pembrolizumab erhielten, ergaben sich Hinweise auf eine mögliche zusätzliche Antitumoraktivität durch die erneute Behandlung.

Zusammenfassend zeigen die beim ASCO vorgestellten Daten der Keynote-001-Studie, dass eine Behandlung mit Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem malignen Melanom zu einer 5-Jahresüberlebensrate von 34% führt, bei zuvor unbehandelten Patienten sogar von 41% – bei akzeptabler Tolerabilität. Dies bestätigt nach Ansicht der Autoren erneut die dauerhafte Antitumoraktivität und Verträglichkeit einer Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Es handelt sich bei den beim ASCO präsentierten Ergebnissen um die längsten Follow-up-Daten, die jemals für Pembrolizumab bei einer Tumorentität erhoben wurden.

red

 

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

(1) Hamid O et al. 5-year survival outcomes in patients (pts) with advanced melanoma treated with pembrolizumab (pembro) in KEYNOTE-001. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 9516)


Das könnte Sie auch interessieren

Ein Zebra erobert die sozialen Medien

Ein Zebra erobert die sozialen Medien
© #zebrasNETfinden

Mehr Aufmerksamkeit für Neuroendokrine Tumoren (NET) und die Förderung der Früherkennung – das war Ziel der Awareness-Aktion #zebrasNETfinden, die im Rahmen des internationalen NET Cancer Days am 10. November stattfand. Mit Infoständen in sieben deutschen Städten und einer Foto-Aktion in den sozialen Medien konnte die Kampagne eine Vielzahl von Menschen auf Symptome und Therapiemöglichkeiten dieser seltenen Krebserkrankung aufmerksam machen.

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim malignen Melanom – behandlungsnaive Patienten profitieren besonders"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression