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Medizin

25. April 2012 2. Internationaler Postgraduiertenkurs Kindliche Kraniopharyngeome

80 Teilnehmer aus 23 Ländern besuchten vom 19. bis 22. April 2012 den zweiten Internationalen Postgraduierten Kurs zu kindlichen Kraniopharyngeomen in Bad Zwischenahn. Zwanzig renommierte Referenten gaben den 60 jungen Kollegen aus Europa, Nord- und Südamerika und Australien einen Überblick über Diagnostik, Behandlung und Nachsorge des seltenen Hirntumors Kraniopharyngeom. Der Fortbildungskurs, veranstaltet von der Deutschen Kinderkrebsstiftung, verlief unter fachlicher Leitung von Prof. Dr. Hermann Müller, Kraniopharyngeom-Studienzentrale Oldenburg, sehr erfolgreich.
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Neue Aspekte zur endokrinologischen Therapie der hypothalamisch verursachten Adipositas betroffener Kraniopharyngeompatienten wurden von Prof. Erfurth, Lund, Schweden, Prof. Weiss, Jerusalem, Israel, Prof. Brämswig, Münster und Prof. Müller, Oldenburg referiert. Die Option bariatrischer Operationen (Eingriffe am Magen-Darm-Trakt) wurde hinsichtlich der eher enttäuschenden Langzeitfeffekte kritisch diskutiert. Prof. Dr. Pietsch, Bonn, gab einen Überblick zur Histologie und molekulargenetischen Befunden bei Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter.

Der zweite Tag des Kurses stand im Zeichen der neurochirurgischen Vorgehensweisen (Prof. Malucci, Liverpool, UK; Prof. Trippel, Freiburg; PD Dr. Flitsch, Hamburg; Prof. Mokry, Graz, Österreich und Prof. Pujet, Paris, Frankreich). Von einem radikalen neurochirurgischen Vorgehen wurde bei Vorliegen einer Hypothalamusbeteiligung des Kraniopharyngeoms abgeraten. Prof. Kortmann, Leipzig, Prof. Merchant, St. Jude, Memphis, USA und Prof. Alapetite, Paris, Frankreich erläuterten strahlentherapeutische Aspekte. Prof. Stokland illustrierte die skandinavischen Erfahrungen in der Behandlungen von Kraniopharyngeompatienten. Frau Prof. Warmuth-Metz, Würzburg, präsentierte Daten zur neuroradiologischen Differentialdiagnose sellärer Raumforderungen. Frau Prof. Bartels, Toronto, berichtete über erste ermutigende Erfahrungen der kanadischen Arbeitsgruppe mit der intracystischen Instillation von alpha-Interferon.

Der dritte Tag des Kurses war Fallpräsentationen und einer Diskussion zu multidisziplinären Therapiestrategien vorbehalten. Als Resumee der Diskussion bleibt festzuhalten, dass die Behandlung von Kraniopharyngeompatienten in Zentren mit ausreichender multidisziplinärer Erfahrung unter besonderer Berücksichtigung der besonderen Risiken von Patienten mit Hypothalamusbeteiligung erfolgen sollte.

Die Teilnehmer waren begeistert vom fachlichen Niveau und der gastlichen, sommerlichen Atmosphäre der Veranstaltung am Zwischenahner Meer.

Quelle: Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Oldenburg gGmbH


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