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Medizin
29. Mai 2013

13th St. Gallen International Breast Cancer Conference: Innovative Studienkonzepte mit nab-Paclitaxel vorgestellt

Mit nab-Paclitaxel (Abraxane®) steht ein lösungsmittelfreies Taxan zur Verfügung, das sich in Studien beim metastasierten Brustkrebs wegen seines im Vergleich zu herkömmlichen Taxanen überlegenen Nutzen/Risiko-Profils bewährt hat. Auf einem prIME-Oncology-Symposium im Rahmen der Brustkrebskonferenz in St. Gallen wurden neue Studienkonzepte in Adjuvanz und Neoadjuvanz vorgestellt, in denen das Potenzial von nab-Paclitaxel jetzt auch beim frühen Brustkrebs geprüft wird.

Das in Albumin-Nanopartikel verpackte nab-Paclitaxel ist beim metastasierten Brustkrebs zugelassen und wird in der AGO-Leitlinie unter anderem auch für die Firstline-Therapie empfohlen (1). Die Nutzung der Nanotechnologie hat zwei Vorteile: Zum einen kann auf die bei konventionellen Taxanen nötigen Solvenzien verzichtet werden, da die spezifischen Transportmechanismen von Albumin im Körper genutzt werden. "Damit entfallen lösungsmittel-bedingte Nebenwirkungen", betonte Prof. Dr. Gunter v. Minckwitz, Frankfurt, am Rande der Konferenz. Zum anderen wird durch Nutzung von Albumin als Transportprotein eine gezielte Anreicherung des Taxans und damit ein höherer Wirkstoffspiegel im Tumor erreicht.

Jetzt prüft man in den klinischen Studien ADAPT und GeparSepto, ob sich die Effektivitität der (neo-)adjuvanten Therapie beim frühen Brustkrebs durch nab-Paclitaxel weiter optimieren lässt. Prognostisch wichtig ist dies bei aggressiven Tumoren: Bei Frauen mit HER2-positivem oder tripelnegativem Brustkrebs (TNBC) sollte eine möglichst hohe Rate pathologischer Komplettremissionen (pCR) induziert werden, da sich die pCR hier als Surrogatmarker für ein besseres Überleben erwies, infomierte Prof. Dr. Nadia Harbeck, München.

Therapieindividualisierung in der ADAPT-Studie

Einen innovativen Ansatz verfolgt die ADAPT-Studie der Westdeutschen Studiengruppe (WSG), in der der Einsatz von neoadjuvanter oder adjuvanter Therapie vom Tumorsubtyp abhängig gemacht wird (2). Zudem wird die Therapieintensität individuell angepasst: Zusätzlich zur initialen Biopsie wird nach dreiwöchiger Induktionstherapie eine weitere Stanze entnommen, um Veränderungen in der Proliferationsdynamik anhand von Ki-67 und Recurrence-Score zu evaluieren und die weitere Therapie entsprechend maßzuschneidern, erläuterte Harbeck. So sollen sowohl Über- als auch Untertherapie vermieden werden - ein wichtiger Aspekt gerade bei Frauen mit Hormonrezeptor(HR)-positivem Brustkrebs. In der Gruppe HR-positiver Hochrisikopatientinnen wird eine Intensivierung der Taxan-Therapie vor allem auch durch Einsatz von nab-Paclitaxel erprobt.

ADAPT beinhaltet in weiteren Kohorten Frauen mit HER2-positiven Tumoren und TNBC - hier wird nab-Paclitaxel ebenfalls evaluiert. Bei TNBC-Patientinnen, die zur Prognoseverbesserung besonders stark auf eine neoadjuvante Therapie angewiesen sind, werden zwei Regime mit nab-Paclitaxel/Carboplatin und nab-Paclitaxel/Gemcitabin verglichen. Die Pilotphase der ADAPT-Studie rekrutiert mit Aufnahme von 230 Patientinnen sehr erfolgreich und wird demnächst abgeschlossen werden, berichtete Harbeck.

Auch die neoadjuvante GeparSepto-Studie der German Breast Group (GBG) ist erfolgreich gestartet und rekrutierte bereits 386 Patientinnen. Insgesamt sollen 1.200 Patientinnen mit unterschiedlichen Tumorsubtypen aufgenommen und die Therapie je nach Subtyp modifiziert werden. In GeparSepto erfolgt ein Direktvergleich einer wöchentlichen Therapie von konventionellem Paclitaxel versus nab-Paclitaxel - verabreicht jeweils über zwölf Wochen - gefolgt von vier Zyklen des Anthrazyklin-Regimes EC. Angenommen wird eine Steigerung der pCR-Rate von 33% mit konventionellem Taxan auf 41% mit nab-Paclitaxel. Außerdem soll in der Studie der prädiktive Wert des SPARC-Proteins geklärt werden, das am Transport von nab-Paclitaxel in die Tumorzelle beteiligt ist, erläuterte v. Minckwitz. Man vermutet, dass der Einsatz von nab-Paclitaxel bei Patientinnen mit hohem SPARC-Gehalt im Tumor günstiger ist als konventionelles Paclitaxel. Laut Interimsanalyse war die SPARC-Bestimmung bei 20% der ersten 60 Teilnehmerinnen positiv (3).

Literaturhinweise:
(1) www.ago-online.de; Guidelines Breast Version 2012.1D
(2) Wuerstlein R et al.; Breast 2013;22 (Suppl 1):Abstr. 152
(3) Loibl S et al.; Breast 2013;22 (Suppl 1):Abstr. 249

Quelle: Symposium "High-risk early breast cancer: Optimizing neoadjuvant strategies" im Rahmen der 13th St. Gallen International Breast Cancer Conference, 14. März 2013; Veranstalter: prIME Oncology (unterstützt von einer unrestricted grant von Celgene)


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