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Medizin

18. September 2019 18. September Informationstag zu Kopf-Hals-Tumoren am Medias-Klinikum Burghausen

Tumoren im Kopf-Hals-Bereich stellen mittlerweile die fünfthäufigste Krebserkrankung in Deutschland und Europa dar. Vom 16. bis 20. September 2019 hat die Europäische Kopf-Hals-Gesellschaft (European Head & Neck Society) daher eine Aktions- und Informationswoche zur umfassenden Aufklärung über diese Erkrankungen ausgerufen. In diesem Rahmen veranstaltet das Medias-Klinikum Burghausen am 18. September 2019 von 10 bis 15 Uhr einen Patienten-Informationstag. Neben der Möglichkeit  für individuelle Einzelgespräche mit den Experten des Klinikums finden im Anschluss ab 14 Uhr Vorträge zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Kopf-Hals-Tumoren statt.
 
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„Mit unserem Patienteninformationstag wollen wir im Rahmen der Aktionswoche der europäischen  Fachgesellschaft einen Beitrag zur Aufklärung über diese gefährlichen und oft lebensbedrohenden Tumorerkrankungen leisten“, macht Prof. Aigner deutlich und ergänzt: „Neben der Patienteninformation ist uns dabei auch der Austausch mit Fachkollegen über die verschiedenen therapeutischen Optionen wichtig. Daher werden wir unseren Aktionstag auch mit einer ärztlichen Fortbildung verbinden.“ Der Informationstag findet statt am Mittwoch, den 18. September von 10 bis 15 Uhr im Medias-Klinikum Burghausen, Krankenhausstraße 3a. Für persönliche Gespräche stehen Prof. Dr. med. Karl R. Aigner sowie die Privatdozenten Dr. Attila Kovács und Dr. Maximilian Bösch als Experten zur Verfügung. Ab 14 Uhr informieren die Experten im Rahmen von Vorträgen über die aktuellen Optionen in der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren sowie innovative Therapieverfahren wie die personalisierte Impfung gegen Krebserkrankungen. Anschließend wird der international bekannte Saxophonist Wilson de Oliveira mit seiner Band ein Konzert geben. Der gebürtige Uruguayer erkrankte  im Jahr 2010 selbst an einem Kopf-Hals-Tumor und wurde am Medias-Klinikum mit einer Regionalen Chemotherapie erfolgreich behandelt.

Jährlich 600.000 Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich

Nach Angaben der Fachgesellschaft erkranken jährlich ca. 600.000 Menschen an Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich. Tumore an Mundhöhle und Lippen sowie Tumore im Mund-Rachenraum und am Kehlkopf werden dabei am häufigsten diagnostiziert. In Deutschland werden die Erkrankungszahlen von den Fachgesellschaften mit mehr als 17.000 Betroffenen jährlich angegeben. Diese Tumore stellen damit mittlerweile die fünfthäufigste Krebserkrankung dar und haben in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Männer sind mehr als dreimal so häufig betroffen wie Frauen. Aufgrund der anfangs unspezifischen Symptome werden viele Erkrankungen erst in späten Stadien erkannt und sind mit einer geringen Überlebensprognose verbunden. „Je früher Tumore im Kopf-Hals-Bereich erkannt werden, umso größer sind die Heilungs- und Überlebenschancen“, erläutert Prof. Dr. Karl Aigner, Facharzt für onkologische Chirurgie und Ärztlicher Direktor des Medias-Klinikums, das als onkologische Fachklinik auf die Therapie weit fortgeschrittener Tumorerkrankungen spezialisiert ist.

Standardtherapie ist oft nicht nachhaltig

Normalerweise werden Kopf-Hals-Tumoren mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt, die allerdings mit schweren Nebenwirkungen wie dem Verlust der Sprechfähigkeit und des Gehörs oder chronischen schmerzhaften Entzündungen der Schleimhaut verbunden sein kann. Oft wird die dauerhafte Anlage einer Ernährungssonde (PEG) oder eines Luftröhrenschnittes notwendig, die mit einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität einhergehen und in dieser Patientengruppe zu einer überdurchschnittlich hohen Suizidrate gegenüber anderen Krebserkrankungen führen. Um die Nebenwirkungen zu reduzieren, werden bei operablen Tumoren daher heute meist eine Strahlen- und Chemotherapie geringerer Intensität sowie die minimalinvasive Entfernung des Tumors eingesetzt. Da viele dieser Tumore jedoch erst sehr spät erkannt werden, ist eine Operation oft nicht mehr möglich und bei rund einem Drittel der Patienten kommt es nach einer Standardtherapie zudem zu so genannten Rezidiven, d.h. der Tumor tritt erneut auf. Diese Patienten zeigen eine schlechte Überlebensprognose von häufig nur wenigen Monaten.

Regionale Chemotherapie als Therapiealternative

In fortgeschrittenen Stadien einer Erkrankung und wenn eine Standardtherapie erfolglos bleibt, kann die so genannte Regionale Chemotherapie (RCT) als weitere therapeutische Option eingesetzt werden. Bei der RCT wird eine Hochdosis-Chemotherapie ausschließlich auf den Tumor begrenzt durchgeführt. Damit lässt sich die Dosierung der chemotherapeutischen Medikation auf ein Vielfaches der Dosis erhöhen, die bei einer Standard-Chemotherapie über den gesamten Blutkreislauf des Patienten möglich wäre. Die Chemotherapie bei der RCT erfolgt mittels eines Katheters direkt über die Blutgefäße, die den Tumor versorgen. Nach der Passage durch den Tumor werden die Medikamente wieder aus dem Blut gefiltert, so dass sie nicht den gesamten Organismus belasten. Dadurch ist die RCT mit geringen bis keinen Nebenwirkungen verbunden.
 

Quelle: Medias-Klinikum Burghausen


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