Freitag, 19. Juli 2019
Navigation öffnen

Medizin

07. Februar 2019 BfS prüft radiologische Verfahren zur Krebsfrüherkennung

Radiologische Verfahren können bei der frühzeitigen Diagnose schwerer Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Daher wurden im neuen Strahlenschutzgesetz die Möglichkeiten zur Früherkennung ausgeweitet – allerdings unter strengen Voraussetzungen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird aus diesem Grund künftig intensiv mögliche Verfahren bezüglich Nutzen und Risiko bewerten.
Anzeige:
Ziel der Überprüfung ist es herauszufinden, ob neben dem Mammographie-Screening weitere radiologische Verfahren zur Früherkennung geeignet sind. Grundsätzlich in Frage kommen Untersuchungen zur Erkennung anderer Krebserkrankungen oder Herzleiden. Die endgültige Entscheidung über die Zulässigkeit eines solchen Verfahrens liegt beim Bundesumweltministerium.

Bislang ist die Röntgen-Mammographie die einzige Früherkennungsuntersuchung mit ionisierender Strahlung in der Bundesrepublik. Seit 2009 können in ganz Deutschland Frauen im Alter von 50-69 Jahren alle 2 Jahre eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen. Von diesem Angebot macht etwas mehr als die Hälfte aller Frauen dieser Altersgruppe Gebrauch. Ziel des flächendeckenden, qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programms ist es, die Zahl der Erkrankungen mit tödlichem Ausgang zu senken. Das Strahlenschutzgesetz, das am 31. Dezember 2018 in Kraft getreten ist, eröffnet nun die Möglichkeit für weitere Verfahren.

„Radiologische Verfahren spielen eine wichtige Rolle bei der Krebsfrüherkennung. Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Strahlenschutzgesetz die Möglichkeit für neue Früherkennungsmaßnahmen eröffnet hat“, betonte die Präsidentin des BfS, Inge Paulini anlässlich des Weltkrebstages am 04. Februar. „Internationale Studien zeigen, dass die frühzeitige Erkennung von schweren Krankheiten tatsächlich dazu führen kann, dass die Überlebenschancen steigen. Allerdings muss sorgsam abgewogen werden, ob der Nutzen einer derartigen Untersuchung die damit verbundenen Risiken rechtfertigt. Dies werden wir nun umfassend prüfen.“

Denkbar sind Untersuchungsverfahren mit ionisierender Strahlung zur Früherkennung von Lungen- oder Darmkrebs, Herzkranzgefäßverengungen oder Osteoporose. Es handelt sich hierbei um schwerwiegende Erkrankungen, die bereits in einem Frühstadium feststellbar sind und für die aufgrund von Risikofaktoren (z.B. starkes Rauchen) eine Zielgruppe festgelegt werden kann.

Mithilfe von radiologischen Früherkennungsverfahren und entsprechenden Therapieformen könnten sowohl die Lebensqualität als auch Heilungschancen und Lebenserwartung der betroffenen Personen verbessert werden. Jedoch müssen auch Risiken abgewogen werden, darunter insbesondere das Strahlenrisiko: Grundsätzlich gilt, dass jede Untersuchung mit Röntgenstrahlung und radioaktiven Stoffen mit einem gewissen – wenn auch vergleichsweise geringen – Strahlenrisiko verbunden ist. Eine medizinische Strahlenanwendung ist daher grundsätzlich nur gerechtfertigt, wenn der zu erwartende gesundheitliche Nutzen größer ist als das mit der Strahlenanwendung verbundene Risiko. Aufgabe des BfS ist es, diese Nutzen-Risiko-Abwägung verantwortlich durchzuführen.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"BfS prüft radiologische Verfahren zur Krebsfrüherkennung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren