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Medizin

08. November 2018 PD-1-Inhibition beim kutanen Plattenepithelkarzinom vielversprechend

Prospektive Phase-II-Studiendaten weisen den PD(programmed cell death)-1-Inhibitor Cemiplimab als wirksame Therapieoption für Patienten mit metastasiertem bzw. nicht mehr in kurativer Intention operablem, lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom aus. Nach Jahren der therapeutischen Stagnation eröffnet die PD-1-Inhibition die Chance auf ein längerfristiges Überleben dieser Patienten.
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Für Patienten mit metastasiertem bzw. nicht mehr kurativ operablem, lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom (cSCC) besteht ein hoher „medical need“, erläuterte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Hauttumorzentrum, Universitätsklinikum Essen. Die Prognose dieser Patienten ist schlecht, so der Experte weiter. Standard ist bislang die Platin-basierte Chemotherapie, die vergleichsweise toxisch ist und gerade von den mehrheitlich älteren Patienten oft nicht vertragen werde. Eine Alternative sei der EGFR-Antikörper Cetuximab, der jedoch deutlich geringere Ansprechraten erreiche. In beiden Fällen profitierten die Patienten i.d.R. nur kurzzeitig.

PD-1-Inhibition eröffnet neue Perspektive

Mit dem PD-1-Inhibitor Cemiplimab bestehe die begründete Hoffnung, die Überlebenszeit dieser Patienten deutlich zu verlängern, erläuterte Prof. Dr. Axel Hauschild, Hautklinik des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, mit Verweis auf prospektive Phase-I- und Phase-II-Studiendaten bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem bzw. bei metastasiertem cSCC. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie wurden als klinisch so bedeutsam eingestuft, dass sie bereits in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ publiziert sind, so Hauschild.

Fast die Hälfte der bereits metastasierten Patienten (28/59) der Phase-II-Studie erreichte unter Cemiplimab eine objektive Tumorrückbildung (ORR: 47,5%), darunter 4 Patienten mit kompletter Tumorremission (CR). Zuzüglich der Patienten mit anhaltender Tumorstabilisierung (≥ 16 Wochen) betrug die Krankheitskontrollrate (DCR) 61%. Die systemisch bereits vorbehandelten Patienten erreichten laut Hauschild ähnlich gute Ergebnisse wie die Gesamtpopulation. Die mediane Ansprechdauer war nach einem medianen Follow-up von 7,9 Monaten noch nicht erreicht.

Beeindruckend ist laut Hauschild auch die Ansprechgeschwindigkeit. Die Läsionen bildeten sich innerhalb von 6-8 Wochen zurück. Zudem zeige Cemiplimab ein gutes Nutzen-Risiko-Profil. Häufigste Nebenwirkungen waren Fatigue und Diarrhoe. Laut Hauschild ist die PD-1-Inhibition unabhängig vom Lebensalter ein wichtiger Therapiefortschritt. Die FDA-Zulassung liege bereits vor. Die Zulassung in Europa werde „sehnlichst“ erwartet.  

Birgit-Kristin Pohlmann

Quelle: Satellitensymposium „Highlights der Immuntherapie – PD-1 Inhibition beim kutanen Plattenepithelkarzinom“, ADO, 13.09.2018, Stuttgart; Veranstalter: Sanofi


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