Sonntag, 21. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. Oktober 2018 Immunonkologische Behandlung solider Tumoren: Checkpoint-Inhibitoren weiter im Aufwind

Die Liste der zugelassenen Indikationsgebiete für Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab wird immer länger. Zahlreiche positive Studiendaten bei verschiedenen soliden Tumoren lassen vermuten, dass dieser Trend unvermindert weitergeht. Bei einem Satellitensymposium von MSD beim DGHO 2018 wurden aktuelle Daten zu Pembrolizumab beim Lungenkarzinom, Kopf-Hals-Tumoren und gastrointestinalen Tumoren vorgestellt.
Anzeige:
Seit Kurzem ist Pembrolizumab (KEYTRUDA®) – neben seiner Zulassung als Monotherapie beim nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) – auch in Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-plattenepithelialen NSCLC zugelassen. Wie Prof. Dr. Hans-Georg Kopp, Stuttgart, berichtete, beruht die Zulassung auf den Daten der KEYNOTE-189-Studie, in der die Dreierkombination aus Pembrolizumab, Pemetrexed und Carboplatin gegen Pemetrexed/Carboplatin bei Patienten mit metastasiertem nicht-Plattenepithelkarzinom-NSCLC getestet wurde. Das mediane Gesamtüberleben (OS) war im Pembrolizumab-Arm noch nicht erreicht und betrug 11,3 Monate mit Chemotherapie alleine (HR=0,49; p<0,001). Der Benefit wurde in jeder PD-L1-Subgruppe mit unterschiedlichen Expressionsgraden erreicht, die Größe des Unterschieds war jedoch mit dem PD-L1-Status assoziiert.

Vergleichbare Ergebnisse, aber beim Plattenepithel-NSCLC, zeigen Interimsdaten der Phase-III-Studie KEYNOTE-407. Hier erbrachte die Hinzunahme des Checkpoint-Inhibitors zum Chemotherapie-Schema Carboplatin/(nab-)Paclitaxel ebenfalls eine signifikante OS-Verlängerung (median 15,0 v.11,3 Monate; HR=0,64; p=0,0008). Der Überlebensvorteil war – anders als beim Nicht-Plattenepithelkarzinom – weitgehend unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression der Tumoren. Für das Plattenepithelkarzinom-NSCLC liegt noch keine Zulassung für Pembrolizumab vor, so Kopp.

Die Checkpoint-Blockade ist bereits ein etabliertes Therapieprinzip bei rezidivierten oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren (R/M-SCCHN), erklärte Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover. Pembrolizumab stelle eine neue zugelassene Option für PD-L1 exprimierende R/M-SCCHN (TPS ≥ 50%) dar.

Für die Behandlung gastrointestinaler Tumoren hat Pembrolizumab derzeit noch keine Zulassung. Für Mono- und Kombinationstherapien mit Pembrolizumab liegen aber erfolgversprechende Studiendaten für das kolorektale Karzinom (vor allem MSI-high), das hepatozelluläre Karzinom und das Magenkarzinom vor, so Prof. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Mannheim.

Dr. rer nat. Claudia Schöllmann

 

Quelle: Symposium „PD-1-Therapie strategisch planen: Patienten-orientiert entscheiden“, DGHO, 30.09.2018, Wien; Veranstalter: MSD


Das könnte Sie auch interessieren

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten...

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immunonkologische Behandlung solider Tumoren: Checkpoint-Inhibitoren weiter im Aufwind"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.