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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. Juli 2018

Zweitlinientherapie von Magen- und Kolorektalkarzinom – Ramucirumab etablierter Standard

Für Patienten mit gastrointestinalen Tumoren haben sich die Therapieoptionen in den letzten Jahren erheblich erweitert. Neben der Chemotherapie hat inzwischen die Targeted Therapie mit Antikörpern einen hohen Stellenwert. So ist der gegen den VEGF-Rezeptor 2 gerichtete monoklonale Antikörper Ramucirumab (CYRAMZA®) seit geraumer Zeit Standard in der Zweitlinientherapie fortgeschrittener Adenokarzinome von Magen und gastroösophagealem Übergang (GEJ) sowie des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC), betonte PD Dr. Dominik Modest, München, auf einem Presse-Talk des Unternehmens Lilly im Rahmen der ASCO-Jahrestagung 2018 (1, 2).
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Gastrointestinale Tumoren gehören in Deutschland zu den häufigsten Malignomen: Das Magenkarzinom liegt laut Daten des Robert-Koch-Instituts bei Männern an achter, bei Frauen an neunter Stelle der Krebsneuerkrankungen (3). Das CRC ist mit Platz 3 bei Männern und Platz 2 bei Frauen sogar noch weiter oben in der Inzidenz angesiedelt; die Mortalität bleibt trotz aller therapeutischen Fortschritte hoch. Modest wies darauf hin, dass das Magenkarzinom mangels eines systematischen Screenings hierzulande oft erst spät diagnostiziert wird, sodass die palliative Systemtherapie weiterhin einen hohen Stellenwert hat. Dank der Erstlinientherapie mit Dubletten oder Tripelregimen konnte das Gesamtüberleben (OS) beim metastasierten Magenkarzinom im Vergleich zur alleinigen Supportivtherapie (BSC; best supportive care) deutlich verbessert werden.

Ramucirumab – beim Magenkarzinom zugelassener Antikörper

Auch in der Zweitlinientherapie gab es mit Einführung von Taxanen und Irinotecan mit einer OS-Verlängerung um 1,5 Monate Fortschritte gegenüber BSC (4,5). „Zwei Phase-III-Studien brachten dann für betroffene Patienten weitere Optionen“, berichtete Modest. Als „Landmark-Studie“ wertete er RAINBOW, in der das Zweierregime Ramucirumab + Paclitaxel bei 665 Patienten mit Adenokarzinomen des Magens und GEJ versus Paclitaxel allein (+ Placebo) nach vorangegangener Erstlinientherapie verglichen wurde (6). „Das Ramucirumab-Paclitaxel-Regime führte mit einer Reduktion des Sterberisikos um ca. 20% und einer OS-Verlängerung um 2,2 Monate zu einer dramatischen Verbesserung des Outcomes im Vergleich zum Taxan“, betonte Modest (HR=0,807; p=0,017). Mit median 9,6 Monaten wurde mit der Ramucirumab-Kombination das bisher längste OS in einer Studie der zweiten Therapielinie beim Magenkarzinom erreicht. Auch das progressionsfreie Überleben (PFS) wurde deutlich um 1,5 Monate verlängert (4,0 vs. 2,9 Monate; HR=0,635; p<0,0001). Ebenso war das Ansprechen durch die Ramucirumab-Addition signifikant verbessert (28% vs. 16%; p=0,0001).

Die vergleichsweise gute Wirksamkeit von Ramucirumab als Monotherapie beim Magenkarzinom bestätigte sich in der REGARD-Studie, in der der Antikörper zusätzlich zur BSC ebenfalls zu einer signifikanten OS-Verlängerung von nur 3,8 Monaten bei alleiniger BSC auf 5,2 Monate mit Ramucirumab führte (HR=0,776; p=0,047) (7). Trotz der intensiveren Therapie blieb die Lebensqualität in beiden Studien erhalten – ein wichtiger Aspekt in der palliativen Situation, der im Praxisalltag reproduzierbar ist, betonte Modest.

Dank dieser positiven Daten wurden beide Ramucirumab-Regime schnell in die Standardtherapie des Magenkarzinoms integriert und sind in nationalen und internationalen Leitlinien auf hohem Empfehlungsniveau verankert (8-10). Insbesondere das Regime Ramucirumab/Paclitaxel hat laut Modest im klinischen Alltag einen hohen Stellenwert und ist in der Zweitlinientherapie des Magenkarzinoms „fast konkurrenzlos und aktuell nicht wegzudenken“.

Ramucirumab beim mCRC: auch nach Versagen von Bevacizumab und FOLFOX wirksam

Patienten mit einem im rechten Kolon lokalisierten mCRC und/oder mutiertem RAS erhalten heute überwiegend eine Erstlinien-Chemotherapie plus Bevacizumab, erinnerte Modest. Bei Progress ist der Wechsel von Chemotherapie und Antikörper eine effektive Option. Das belegt die RAISE-Studie mit Ramucirumab, in der alle Teilnehmer zuvor bereits mit Bevacizumab und FOLFOX vorbehandelt waren (11). Auch in dieser Ramucirumab-Studie wurde eine signifikante OS-Verlängerung erreicht: Nur mit FOLFIRI behandelte Patienten überlebten median 11,7 Monate, die zusätzlich mit dem Antikörper behandelten Teilnehmer dagegen 13,3 Monate, entsprechend einer signifikanten Reduktion des Mortalitätsrisikos um relativ 16% (HR=0,844; p=0,0219). Auch das PFS wurde signifikant um 1,2 Monate verbessert (4,5 vs. 5,7 Monate; HR=0,793; p<0,0005).

Damit bestätigte sich, dass es bei Progress unter Bevacizumab/FOLFOX sinnvoll sein kann, einen Switch sowohl bei der Chemotherapie als auch beim Antikörper durchzuführen. Denn aufgrund des breiten antiangiogenen Wirkstoffmechanismus von Ramucirumab, das anders als Bevacizumab nicht nur die Bindung des Liganden VEGF-A, sondern auch von VEGF-C und VEGF-D an den Rezeptor verhindert und so zu einer weitgehenden Inhibition des proangiogenen Signaltransfers führen kann (2), kann eine Effektivität auch nach Bevacizumab-Versagen erreicht werden. Auf Basis der vorliegenden Phase-3 Evidenz sei klar, dass man bei Ramucirumab von einer Effektivität auch nach Versagen einer Bevacizumab-basierten Erstlinie ausgehen könne. Modest wies abschließend darauf hin, dass Ramucirumab einen konstanten Nutzen in puncto OS-Verlängerung über alle Subgruppen hinweg zeige und die Chemotherapie-bedingte Toxizität vergleichbar bliebe.
Quelle: Lilly
Literatur:
(1) Presse-Talk ASCO-Jahrestagung 2018, Chicago, 4. Juni 2018
(2)Fachinformation Cyramza®, Stand Januar 2016
(3) Krebs in Deutschland; Robert Koch Institut; 10. Ausgabe 2015; (abgerufen am 25.07.2018) verfügbar unter www.gekid.de/Doc/krebs_in_deutschland_2015.pdf
(4) Kang JH et al. J Clin Oncol 2012;30:1513-18
(5) Ford HER et al. Lancet Oncol 2014;15:78-86
(6) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-35
(7) Fuchs CS et al. Lancet 2014;383:31-9
(8) NCCN Guideline Gastric Cancer, Version 3.2016
(9) Smyth EC et al. Ann Oncol 2016;27(suppl5):v38-v49
 
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