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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. September 2017

Multiples Myelom: Erfolgreiche Therapie mit oraler Triplett-Therapie

Der orale Proteasom-Inhibitor Ixazomib (NINLARO®) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason ist in der Behandlung erwachsener, vortherapierter Patienten mit Multiplem Myelom im klinischen Alltag angekommen. Bei einem Praxis-Workshop in Aschaffenburg standen die bisherigen persönlichen Erfahrungen der Behandler im Fokus.
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Die Entwicklung der Therapie des Multiplen Myeloms in den vergangenen Jahren bezeichnete Dr. Silke Schirrmacher-Memmel als Erfolgsstory: „Fast jeder Behandler kennt Patienten, die seit über 15 Jahren mit einem Multiplen Myelom leben. Aus meiner Sicht kann man deshalb beim Multiplen Myelom immer mehr von einer chronischen statt von einer palliativ zu behandelnden Erkrankung sprechen. Insbesondere die in der Langzeittherapie eingesetzten Therapieregime müssen dabei effektiv und verträglich sein.“

Gute Wirksamkeit auch bei zytogenetischer Hochrisikokonstellation

Schirrmacher-Memmel präsentierte dazu die positiven Daten der multizentrischen, randomisierten und placebokontrollierten Phase-3-Studie TOURMALINE-MM1, die 722 erwachsene Patienten mit rezidiviertem oder/und refraktären Multiplen Myelom einschloss (1,2). Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,7 Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben unter dem Proteasom-Inhibitor Ixazomib in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (Rd) um rund sechs Monate länger als unter Placebo+Rd (Hazard Ratio 0,74; 95%-Konfidenzintervall 0,59-0,94; p = 0,01) (2). Schirrmacher-Memmel unterstrich auch die verkürzte mediane Dauer bis zum Ansprechen unter Ixazomib+Rd von 1,1 Monaten (vs. Placebo+Rd 1,9 Monate) (2). „Das ist deutlich weniger als wir von einer oralen Therapie erwartet hätten“, kommentierte Schirrmacher-Memmel die Ergebnisse. Die Dauer des Ansprechens betrug 20,5 Monate unter Ixazomib+Rd vs. 15,0 unter Placebo+Rd (2). Die Behandlung mit Ixazomib+Rd war im Vergleich zu Placebo+Rd mit wenigen zusätzlichen Nebenwirkungen verbunden (1,2).
 
Eine weitere Auswertung von TOURMALINE-MM1 legt nahe, dass Ixazomib+Rd in der Studie die negative Prognose zytogenetischer Hochrisiko-Konstellationen – beispielsweise Translokationen t(4;14) oder Deletion 17p – mit Blick auf das progressionsfreie Überleben ausgleichen konnte: Es betrug unter Ixazomib+Rd 21,4 Monate bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko vs. 20,6 bei Patienten mit Standardrisiko (unter Placebo+Rd 9,7 vs. 15,6 Monate) (3). Schirrmacher-Memmel betonte: „Diese gute Wirksamkeit bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko ist ein wichtiger Aspekt in der Kommunikation mit betroffenen Patienten.“ Durch Kasuistiken wurde verdeutlicht, welche Möglichkeiten sich durch die Behandlung mit Ixazomib+Rd im Praxisalltag für die Patienten mit einem rezidivierten und/oder refraktären Multiplen Myelom ergeben können.
 
Die Adhärenz der Patienten fördern

„Eine vollständig orale Therapie kann die Lebensqualität von Patienten gegenüber Infusionstherapien steigern, da im Allgemeinen durch die Einnahme zu Hause normalerweise weniger Praxisbesuche nötig sind. Dies kann mit mehr Freiraum für Beruf und Freizeit verbunden sein. Auch reduzierte Anzahl an i.v.-Zugängen ist für Patienten oft ein relevanter Aspekt“, erklärte die onkologische Fachkraft Christiane Sauer. Für den Erfolg der oralen Therapie sei eine hohe Therapietreue der Patienten wichtig. Um diese zu erreichen, spielen auch die kommunikativen Fähigkeiten der Fachpersonen eine wesentliche Rolle, so Sauer und ergänzte: „Je besser sich der Patient informiert fühlt, je zufriedener der Patient ist, desto adhärenter ist er.“ Neben der Aufklärung zu Einnahme und Aufbewahrung ist daher eine ganzheitliche Betreuung gefragt. Die Praxis in Aschaffenburg bietet daher ein umfangreiches Angebot an Sport-, Koch- und Kosmetik-Kursen, die das körperliche und psychische Wohlbefinden der Patienten steigern sollen.
Quelle: Takeda
Literatur:
(1) Fachinformation NINLARO®, Stand November 2016.
(2) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-34.
(3) Avet-Loiseau H et al. Haematologica 2016;101(S1):80.

 
 
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