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Medizin

24. Juli 2017 10. Münchner Urologische Sommer-Akademie – Wissenschaft + Praxisnähe

Vorträge, OP-Hospitationen und Workshops in Kleingruppen – über zweieinhalb Tage bot die Münchner Urologische Sommer-Akademie auch 2017 den zahlreichen Teilnehmern anspruchsvolle und gleichzeitig praxisnahe Fortbildung. „Renommierte Experten, aktuelle Studienergebnisse und ein Schulterblick im OP“, so skizziert Prof. Dr. Christian Stief, Klinikdirektor der Urologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Konzept der erfolgreichen Veranstaltung. Prof. Dr. Jürgen Gschwend, Klinikdirektor der Urologie der Technischen Universität München (TUM), ergänzt: „Urologen aus ganz Deutschland schätzen den kompakten und intensiven Wissenstransfer sowie den Austausch mit Kollegen.“ Besonderen Zuspruch erfuhren in diesem Jahr die Vorträge der hochrangigen Wissenschaftler aus Kanada beziehungsweise den USA, Gleave und Evans.
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Auch Patienten mit viszeralen Metastasen profitieren von Enzalutamid

Moderne onkologische Therapien stellen im Sinne einer personalisierten Medizin individuelle Faktoren des Patienten in den Fokus. So kann beispielsweise die Form der Metastasierung für ein bestimmtes Behandlungsregime sprechen. Evans präsentierte dazu eine von ihm publizierte Subgruppenanalyse der PREVAIL-Studie, die Patienten mit viszeralen Metastasen evaluierte: Sie zeigte, dass Chemotherapie-naive Männer, deren kastrationsresistentes Prostatakarzinom unter einer Androgendeprivationstherapie fortschritt und die Metastasen in Lunge und/oder Leber hatten (viszerale Subgruppe, n=204), von einer Therapie mit Enzalutamid ebenso profitieren wie Patienten mit Metastasen ausschließlich in Knochen beziehungsweise Lymphknoten (n=1.513) (1). Ein denkbarer Grund für das Ansprechen viszeraler Metastasen könnte Evans zufolge sein, dass sich in 70% der Leberbiopsien eine Amplifikation des Androgenrezeptors nachweisen lässt (2).

Neue Biomarker und therapeutische Targets

Die Arbeitsgruppe um Evans forscht darüber hinaus intensiv an der Identifikation neuer Tumormarker und therapeutischer Targets bzw. der Aufklärung von Resistenzmechanismen. Ziel ist es, mit Kenntnis der individuellen Tumorbiologie für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln.

Molekulare Analysen beziehungsweise genetische Sequenzierungen stehen auch bei der Arbeitsgruppe um Gleave im Zentrum. So versucht man derzeit die bisher offene Frage nach der optimalen Sequenz von Abirateron und Enzalutamid für eine erfolgreiche individuelle mCRPC-Therapie im Rahmen einer randomisierten Cross-over-Studie unter Nutzung der genomischen Analyse zellfreier DNA und RNA zu klären. Dabei hofft man, anhand individueller Veränderungen des Tumors valide Aussagen zum Ansprechen auf die eine und/oder andere Therapie sowie zur Prognose des Patienten treffen zu können (3).

Urologische Themenvielfalt für die Praxis

Die diesjährige Sommer-Akademie bot darüber hinaus zahlreiche weitere spannende Themen rund um die Urologie: So gab es beispielsweise Updates zur Therapie der Überaktiven Blase und des Nierenzellkarzinoms sowie einen Vortrag zu ambulanten Versorgungsaspekten in der Palliativmedizin. Besonderen Zuspruch fanden die Workshops in Kleingruppen, in denen es unter anderem um kommunikative Herausforderungen in der Uroonkologie, das Management von Harnröhrenstrikturen und komplementärmedizinische Optionen beim Prostatakarzinom ging.

Quelle: Astellas

Literatur:

(1) Evans CP et al. Eur Urol 2016;70:675-683
(2) Small et al. J Clin Oncol 2015;33(Suppl.): Abstract 5003
(3) Clinical Trials.gov NCT02125357


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