13. Oktober 2014

Therapieentscheidung bei Mammakarzinom: EndoPredict sagt Wirksamkeit von Chemotherapie vorher

Patientinnen, denen EndoPredict® ein hohes Rückfallrisiko vorhersagt, haben einen deutlich höheren Nutzen von einer Chemotherapie als Patientinnen mit einem niedrigen Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine unabhängige Forschungsgruppe nach Untersuchung von Genexpressionsprofilen und histologischen Daten von 553 Patientinnen. Alle Patientinnen waren an Hormonrezeptor-positivem und HER2/neu-negativem Mammakarzinom erkrankt.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das EndoPredict-Ergebnis sowohl den Verzicht auf eine Chemotherapie bei Niedrigrisiko-Patientinnen rechtfertigt, als auch deren gezielten Einsatz bei Hochrisiko-Patientinnen.

"Der EndoPredict ist der erste Test seiner Art, bei dem bereits bei der Entwicklung ausschließlich Hormonrezeptor-positive und HER2/neu-negative Tumoren berücksichtigt wurden", sagt Dr. Christoph Petry, Geschäftsführer der Entwickler-Firma Sividon Diagnostics. "Er ist also der erste Genexpressionstest, der für die Brustkrebspatientinnen, die ihn benötigen, wirklich maßgeschneidert worden ist. Wir freuen uns, dass unabhängige Wissenschaftler nun bestätigen konnten, dass eine Chemotherapie den Patientinnen, für die EndoPredict ein hohes Metastaserisiko vorhersagt, tatsächlich besser hilft."
 
Niedrigrisiko-Patientinnen nach EndoPredict haben zum einen eine sehr gute Prognose, zum anderen profitieren sie kaum von einer Chemotherapie. "Die Therapie wäre für die Patientinnen eine unnötige Belastung", erklärt Petry. "Hochrisiko-Patientinnen haben tatsächlich häufig einen echten Nutzen von einer Chemotherapie, wie nun in der aktuellen Untersuchung wieder gezeigt wurde."

Literaturhinweis:
François Bertucci, Pascal Finetti, Patrice Viens et al.
EndoPredict Predicts for the response to neoadjuvant chemotherapy in ER-positive, HER2-negative breast cancer, Cancer Letters (2014),
http://www.cancerletters.info/article/S0304-3835(14)00513-8/abstract

 
Quelle: Sividon Diagnostics