07. Juli 2017

Mammakarzinom: Empfehlung für Genexpressionstest in St. Gallen

Der MammaPrint® Genexpressionstest wird in der aktualisierten Leitlinie von St. Gallen zum dritten Mal zur Entscheidungsfindung von Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium empfohlen. Die 15. Ausgabe der "St. Gallen Leitlinien zum internationalen Konsens über die Diagnose und Behandlung von Brustkrebs“ wurde kürzlich in „Annals of Oncology“ (1) veröffentlicht.
Im Rahmen der diesjährigen Konferenz wurde MammaPrint® in den Konsens des Panels aufgenommen, damit der Test als prognostisches Instrument bei Entscheidungen über die adjuvante (postoperative) Behandlung von Patientinnen mit Lymphknoten-positivem Brustkrebs eingesetzt werden kann.

In der alle zwei Jahre überarbeiteten Leitlinie wurde angemerkt, dass der MammaPrint®-Test nun in einer prospektiven Studie bewertet wurde. Die Ergebnisse der klinischen Studie „Microarray In Node-negative and 1 to 3 positive lymph node Disease may Avoid ChemoTherapy (MINDACT)“ wurden im August 2016 (2) veröffentlicht. Die prospektiven Daten zeigen, dass Patientinnen mit „MammaPrint® low risk-Ergebnis und einem geringen Grad an Lymphknotenbefall eine gute Prognose mit oder ohne Chemotherapie zu haben scheinen“. Es wurde lediglich ein weiterer Genexpressionstest als Entscheidungsgrundlage für Lymphknoten-positive Patientinnen empfohlen.

Lymphknoten-positive Patientinnen werden oft hinsichtlich des Wiederauftretens der Krebserkrankung aufgrund ihres Alters und der Tumorgröße als Hochrisikopatienten eingestuft. Allerdings zeigen die Daten der MINDACT-Studie, dass über 60 % dieser Patientinnen mit MammaPrint® in die „genomische Niedrigrisiko“-Gruppe eingestuft wurden und keine signifikante Verbesserung durch die Chemotherapie zeigten.

Mit den aktualisierten „St. Gallen“-Richtlinien wird MammaPrint® auch weiterhin bei der Entscheidungsfindung über eine adjuvante Chemotherapie bei Tumoren empfohlen, bei denen keine Lymphknoten befallen sind (Lymphknoten-negative Patientinnen), sowie als prognostischer Marker, um als Entscheidungsgrundlage bei der adjuvanten endokrinen (Hormon-)Therapie bei Lymphknoten-negativen Patientinnen zu helfen.

Dr. William Audeh, Chief Medical Officer bei Agendia, sagt: „Es ermutigt uns sehr, dass MammaPrint® nicht nur zum dritten Mal in diese wertvollen Leitlinien aufgenommen wurde, sondern auch zu sehen, dass die Empfehlung von MammaPrint® erweitert wurde, sodass der Test lediglich einer von zweien ist, die als Entscheidungsgrundlage für Patientinnen mit Lymphknoten-positivem Brustkrebs empfohlen werden. Die richtungsweisende MINDACT-Studie liefert das höchstmögliche Maß an klinischen Beweisen für den klinischen Nutzen von MammaPrint® und mit dem Konsens von St. Gallen wird der Test zum dritten Mal in diesem Jahr auf der Grundlage dieser eindeutigen Daten in einer Richtlinie empfohlen“.

MammaPrint® wurde kürzlich von der deutschen Gynecological Oncology Group (AGO) als klinischer Nachweis mit „Level 1A“ der European Group on Tumor Markers (EGTM) anerkannt und der Test wird für die Verwendung in anderen wichtigen Best-Practice-Leitlinien empfohlen, darunter in denen der European Society for Medical Oncology (ESMO).
 
Agendia
Literatur:
(1) Curigliano G, Burnstein H, Winer E et al. De-escalating and Escalating Treatments for Early Stage Breast Cancer: The St. Gallen International Expert Consensus Conference on the Primary Therapy of Early Breast Cancer 2017. Ann Oncol 2017 mdx308.
(2) Cardoso F, van’t Veer LJ, Bogaerts J et al. 70-Gene Signature as an Aid to Treatment Decisions in Early-Stage Breast Cancer. N Engl J Med 2016; 375: 717-29.