14. Dezember 2016

MONALEESA-2-Analyse belegt für Ribociclib plus Letrozol gegenüber Letrozol alleine ein überlegenes PFS bei prädefinierten Subgruppen

Die Kombination aus Ribociclib und Letrozol reduzierte das Risiko für Progression oder Tod bei Patientinnen, die bei Erstdiagnose bereits metastasiert waren, um 55% (1). Selbst bei Patientinnen mit drei oder mehr Metastasen reduzierte die Kombination das Risiko um 54% (2). Unerwünschte Ereignisse waren mild bis mäßig ausgeprägt und im Allgemeinen reversibel, da durch Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen beherrschbar (1,2).
 

Ergebnisse einer weiteren Analyse der Phase-III-Studie MONALEESA-2 zeigen eine Verbesserung des PFS durch die Kombination von Ribociclib mit Letrozol bei allen prädefinierten Subgruppen von Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem, Hormonrezeptor-positivem/HER2-negativem (HR+/HER2-) Brustkrebs. Dies galt auch für Frauen, die zum Zeitpunkt der Neudiagnose bereits metastasiert waren, Frauen mit viszeralen Metastasen sowie für Frauen, die ausschließlich Knochenmetastasen aufwiesen (1,2).

Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit von Ribociclib plus Letrozol in der Erstlinientherapie und zeigen, dass Patientinnen in allen untersuchten Subgruppen von der Therapie profitierten. Dies war unabhängig von der jeweiligen Krankheitslast oder der Tumorlokalisation und schloss auch Patientinnen mit aggressiver Erkrankung ein. Die Daten wurden am 9. Dezember 2016 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt (Abstracts P4-22-05 und P4-22-16).

Erstlinientherapie mit Ribociclib + Letrozol bei Patientinnen mit de novo HR+/HER2-, fortgeschrittenem Brustkrebs: Eine Subgruppenanalyse der MONALEESA-2-Studie

In einer Analyse prädefinierter Subgruppen der MONALEESA-2-Studie wurden die Sicherheit und Wirksamkeit von Ribociclib plus Letrozol gegenüber Letrozol alleine bei 227 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits eine metastasierte Erkrankung aufwiesen, evaluiert (1). Da diese Patientinnen zuvor nicht mit einer systemischen Therapie für Brustkrebs im Frühstadium behandelt wurden, können diese Tumoren eine andere Biologie aufweisen, was im Vergleich zu wiederauftretenden Mammakarzinomen zu Unterschieden im Ansprechen führen könnte (1). Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs bei Erstdiagnose reduzierte die Kombination aus Ribociclib und Letrozol das Risiko für Progression oder Tod gegenüber der Monotherapie mit Letrozol um 55% (Hazard Ratio (HR)=0,448, 95%-Konfidenzintervall (KI): 0,267-0,750) (1). Die PFS-Rate nach 12 Monaten betrug 82% im Kombinationsarm verglichen mit 66% unter Letrozol alleine (Abb. 1) (1).
 

Abb. 1: MONALEESA-2: Die PFS-Rate nach 12 Monaten betrug 82% im Kombinationsarm verglichen mit 66% unter Letrozol alleine (nach (1)).
Abb. 1: PFS-Rate nach 12 Monaten betrug 82% im Kombinationsarm verglichen mit 66% unter Letrozol alleine (1)


Wie in der Gesamtpopulation der Studie waren die unerwünschten Ereignisse mild oder moderat ausgeprägt (1). Zudem wurden sie durch das studienbegleitende Monitoring früh entdeckt und waren im Allgemeinen reversibel, also durch Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen beherrschbar (1). Häufigste unerwünschte Ereignisse von Grad 3/4 bei ≥15% der Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs bei Erstdiagnose waren unter der Kombination bzw. der Monotherapie Neutropenie (55,3 vs. 0,9 %) und Leukopenie (21,1 vs. 0%) (1).

Erstlinientherapie mit Ribociclib + Letrozol bei Patientinnen mit HR+/HER2-, fortgeschrittenem Brustkrebs und viszeralen Metastasen oder ausschließlichem Skelettbefall: Eine Subgruppenanalyse der MONALEESA-2-Studie

393 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und viszeralen Metastasen sowie 147 Patientinnen, bei denen ausschließliche Knochenmetastasen vorlagen, wurden im Rahmen der MONALEESA-2-Studie in separaten prädefinierten Subgruppen ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Analysen zeigen, dass eine Kombinationstherapie mit Ribociclib und Letrozol in beiden Subgruppen im Vergleich zur Monotherapie überlegen war: in der Erstlinie wurde das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod bei Patientinnen mit viszeralen Metastasen um 47% reduziert (HR=0,535; 95%-KI: 0,385-0,742), bei Patientinnen mit auf das Skelett beschränkten Metastasen um 31% (HR=0,690, 95%-KI: 0,381-1,249) (2). Neben den Patientinnen mit weniger als drei Metastasen (HR=0,607, 95%-KI: 0,437-0,845) profitierten auch Patientinnen mit mehr als drei Metastasen, also der aggressivsten Form der Erkrankung (HR=0,456, 95%-KI: 0,298-0,700), deutlich (2).

Die Kombinationstherapie war auch in dieser Subgruppe in der Regel gut verträglich. Häufigste unerwünschte Ereignisse (≥ 20%) vom Grad 3/4 bei Patientinnen mit viszeralen Metastasen waren unter der Kombination bzw. der Monotherapie mit Letrozol Neutropenie (64,0 vs. 1%) und Leukopenie (20,8 vs. 0,5 %) (2). Bei Patientinnen mit ausschließlichem Skelettbefall waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse (≥ 20%) vom Grad 3/4 in den jeweiligen Armen Neutropenie (53,6 vs. 1,3%) und Leukopenie (23,2 vs. 1,3%) (2). Die MONALEESA-2-Studie wird fortgeführt, um sekundäre Endpunkte einschließlich des Gesamtüberlebens zu evaluieren. Ribociclib (LEE011) wurde von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) im August 2016 als „Breakthrough Therapy” eingestuft und wurde im Oktober 2016 für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren bewilligt.
 
Novartis
Literatur:
(1) O’Shaughnessy J. First-line ribociclib + letrozole in patients with de novo HR+, HER2- advanced breast cancer: A subgroup analysis of the MONALEESA-2 trial. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2016; Abstract #P4-22-05.
(2) Burris H. First-line Ribociclib + Letrozole in Patients With HR+, HER2– Advanced Breast Cancer Presenting With Visceral Metastases or Bone-only Disease: A Subgroup Analysis of the MONALEESA-2 trial. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2016; Abstract #P4-22-16.