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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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30. Oktober 2015

DGHO 2015: Neue zielgerichtete Therapieoption bei CLL und FL mit Idelalisib

Mit der Zulassung zielgerichteter Therapien, die den Signaltransduktionsweg des B-Zell-Rezeptors hemmen, wie der PI3Kdelta-Inhibitor Idelalisib, stehen neue Behandlungsoptionen für die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und das follikuläre Lymphom (FL) zur Verfügung. Im Rahmen eines Satellitensymposiums von Gilead Sciences auf dem DGHO-Kongress präsentierten Experten aktuelle klinische Daten und ihre praktischen Erfahrungen mit den neuen Therapieansätzen.

Aktuelle Behandlungsstrategien bei FL

„Das Follikuläre Lymphom bleibt eine unheilbare Erkrankung“, gab Prof. Dr. Michele Ghielmini, Bellinzona, Schweiz, zu bedenken. Wichtig sei es daher, die bestmögliche Behandlungsstrategie für die Therapie eines FL-Patienten zu finden, um den Patienten ein möglichst langes Leben mit guter Lebensqualität zu ermöglichen. Unerlässlich sei es laut Ghielmini, dass jede Chemotherapie zusammen mit Rituximab gegeben werde. Bei einer FL von Grad 1 oder 2 könne man für die Erstlinientherapie aus einer Reihe von gleichwertigen Chemotherapie-Schemata auswählen, im Fall einer Grad-3a/b-FL empfiehlt er, R-CHOP zu verwenden. Tritt ein Rezidiv auf, sind entweder eine Stammzelltransplantation oder eine Hochdosis-Chemotherapie angezeigt. Ein alternativer Ansatz wird mit der Entwicklung von zielgerichteten und immunonkologischen Therapien verfolgt. Einige Small Molecules wie Idelalisib, Venetoclax, Ibrutinib, Temsirolimus oder Belinostat konnten hier schon vielversprechende Ergebnisse liefern. „Idelalisib wurde im letzten Jahr aufgrund positiver Studienergebnisse als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit FL, das refraktär gegenüber zwei vorangegangenen Therapielinien ist, zugelassen“, erklärte Ghielmini. Auch der PD-1-Blocker Pidilizumab zeigte ermutigende Daten. Er konnte im Rahmen einer Studie in Kombination mit Rituximab beim FL-Rezidiv zu mehr komplettem Ansprechen führen.

Rezidivtherapie bei CLL

Auch bei der CLL konnte der PI3Kdelta-Inhibitor Idelalisib in der Rezidivtherapie positive Ergebnisse liefern. „Die Rezidivtherapie bei der CLL ist sehr heterogen, es können viele unterschiedliche Substanzen und Kombinationen eingesetzt werden“, sagte PD Dr. Barbara Eichhorst, Köln. Sie wies darauf hin, dass vor allem die Dauer des Ansprechens wichtig sei, da ein frühes Rezidiv (definiert als ≤ 2 Jahre) mit einer schlechten Prognose korreliert. In der Primär-Studie 115 und der Extensions-Studie 117 zeigte sich unter der Therapie mit Idelalisib und Rituximab ein signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) im Vergleich zur Behandlung mit Placebo und Rituximab (median 19,4 vs. 7,3 Monate; HR=0,25, 95%-KI 0,16-0,39; p<0,0001) (1). Auch das Gesamtüberleben (OS) konnte deutlich verbessert werden: Während es unter Placebo und Rituximab bei 20,8 Monaten liegt, ist es unter der Kombination aus Idelalisib und Rituximab noch nicht erreicht (HR=0,34, 95%-KI 0,19-0,6; p=0,0001) (Abb. 1).

Abb. 1: Gesamtüberleben unter Idelalisib und Rituximab versus Placebo und Rituximab signifikant erhöht, nach (1).


„Idelalisib wirkt auch bei Hochrisiko-Mutationen wie Deletion 17 auf dem TP53-Gen“, erklärte Eichhorst. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da die CLL typischerweise der klonalen Evolution unterliegt, und es daher auch zu Hochrisiko-Mutationen kommen kann, die eine Chemotherapie-Resistenz bedingen.

Nebenwirkungsmanagement unter Idelalisib

Zu den wichtigsten unerwünschten Nebenwirkungen (adverse Events, AEs) unter Idelalisib äußerte sich Prof. Dr. Ulrich Jäger, Wien. So ist das Neutropenie-Risiko relativ hoch, weswegen er eine rechtzeitige Prophylaxe mit G-CSF empfiehlt. Darüber hinaus treten auch nicht-hämatologische relevante AEs auf, wobei v.a. Diarrhoe und Colitis zu beachten sind. Bei nur milder Ausprägung sind diese mit den üblichen Medikamenten relativ gut handhabbar, beim Auftreten von ≥ Grad-3-AEs können Therapiepausen erforderlich werden. „Auch an Pneumonitis muss man unter Idelalisib früh genug denken, und dann gegebenenfalls mit einer Therapiepause reagieren und im Anschluss mit reduzierter Dosis weiter behandeln“, so Jäger abschließend.

sk
Quelle: Symposium „B-cell malignancies: B-reak through and B-eyond“, DGHO 2015, 10.10.2015, Basel; Veranstalter: Gilead Sciences
Literatur:

(1) Sharman J et al. ASH 2014; Abstract 330.

 
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