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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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01. März 2017

mCRPC: ctDNA-Test identifiziert neue potenzielle Targets

Die Analyse von zellfreier zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut soll bei der Suche nach neuen Angriffspunkten für die Prostatakrebsbehandlung helfen. In einer Studie, die Guru Sonpavde, Birmingham, auf dem ASCO GU vorstellte, wurden anhand eines kommerziell verfügbaren Liquid-Biopsy-Tests bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) einige genetische Änderungen in der ctDNA aufgefunden, die mit einer schlechteren Prognose für die Patienten assoziiert waren (1).
Zellfreie ctDNA kann umfassende Informationen über die verschiedenen genetischen Änderungen im Tumor liefern. Heutzutage können Therapien manchmal auf die genetischen Veränderungen des Tumors maßgeschneidert angewendet werden, aber diese Veränderungen entwickeln sich oft erst im Laufe der Zeit. Die Tests an zellfreier ct- DNA können genutzt werden, um neue genetische Veränderungen aufzuspüren, und anhand dieser Informationen können laufende Behandlungen, die zu einer Resistenz geführt haben, gestoppt werden und die Patienten auf eine andere Therapie umgestellt werden. In der vorgestellten Studie wurde zellfreie ctDNA aus Blutproben von 514 Patienten mit mCRPC analysiert. Der Bluttest (Guardant360), der bereits mit geringen Mengen an Patientenblut auskommt, bestimmt Veränderungen in 70 Krebs-relevanten Genen. Der Zusammenhang zwischen DNA-Veränderungen und klinischen Outcomes wurde bei 163 Patienten untersucht. Zusätzlich wurde bei 64 Patienten anhand periodisch durchgeführter Bluttests untersucht, welche genomischen Veränderungen sich im Laufe der Zeit entwickelten.

Fast alle Patienten (94%) hatten zumindest eine genetische Veränderung, die anhand der ctDNA detektiert werden konnte. Eine höhere Gesamtzahl an genetischen Veränderungen, einschließlich der Veränderungen am Androgenrezeptor (AR)-Gen, war mit schlechteren Therapieverläufen assoziiert sowie mit einem Trend zu einem kürzeren Überleben (allerdings war die Differenz im Überleben nicht statistisch signifikant). Die am häufigsten mutierten Gene waren TP53 (36%), AR (22%), APC (10%), NF1 (9%), EGFR, CTNNB1 und ARID1A (jeweils 6%), BRCA1, BRCA2 und PIK3CA (jeweils 5%). Die Gene mit den meisten Kopienzahlerhöhungen waren AR (30%), MYC (20%) und BRAF (18%). Eine erhöhte Anzahl an Genkopien kann zu einer Überfülle von Proteinen führen, die das Krebswachstum begünstigen. Momentan gibt es keine zugelassenen Behandlungen für das Prostatakarzinom, die diese spezifischen genetischen Mutationen angehen, obwohl einige bereits in klinischen Studien getestet werden.

In der Gruppe der Patienten, an denen die periodischen Bluttests durchgeführt wurden, wurden häufig neue Veränderungen im AR-Gen beobachtet. Darauf basierend resümierten die Autoren, dass Therapien beim mCRPC, die auf die AR-Mutationen abzielen, in Zukunft vielversprechend sein werden. Da die Veränderungen, die anhand der Bluttests in der ctDNA detektiert wurden, denen in früheren Tumorgewebeanalysen gefundenen Ergebnissen ähnlich waren, schlussfolgerten die Autoren, dass die ctDNA-Testung eine gleichwertige und dabei nicht-invasive Alternative zur Gewebebiopsie sein könnte. Es werde jedoch noch eine kontrollierte, prospektive klinische Studie benötigt, die dies bestätigt, räumte Sonpavde ein.

(übers. v. sk)
2017 Genitourinary Cancers Symposium
Literatur:
(1) Guru Sonpavde, Rebecca J Nagy, A. Oliver Sartor et al.
Circulating tumor (ct)-DNA alterations in metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC): Association with outcomes and evolution with therapy.
J Clin Oncol 35, 2017 (suppl 6S; abstract 149)
http://meetinglibrary.asco.org/content/179025-197
 
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