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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. Februar 2016

mCRPC: Radium-223-dichlorid rechtzeitig anwenden

Der Alphastrahler Radium-223 ist das erste Radionuklid, das sowohl das Überleben verlängert als auch die Lebensqualität erhält. Studiendaten aus einem internationalen Early-Access-Programm liefern nun Hinweise darauf, dass Patienten von einem Therapiebeginn bereits bei niedriger Metastasenlast profitieren.

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"Im klinischen Alltag sollte mit dem Therapiebeginn nicht zu lange gewartet werden", betonte Professor Dr. Axel Heidenreich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, auf dem Journalisten-Klinikworkshop "Therapiereport Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen: 9 von 10 Prostatakrebs-Patienten sind betroffen" am Universitätsklinikum Köln, "denn sonst ist der Zug abgefahren. Dieses Problem sehen wir aktuell in Deutschland bei vielen der kastrationsresistenten Prostatakarzinom-Patienten. Ein Drittel der Patienten erhält nicht die ihnen zustehende Therapie, da oft zu lange gewartet und der zeitgerechte Einsatz bestimmter Substanzen verpasst wird". Vor diesem Hintergrund plädiert Heidenreich für einen frühzeitigen Einsatz von Radium-223 bei kastrationsresistenten Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen. An seine Kollegen appelliert der Urologe, Symptome frühzeitig abzufragen. Denn viele Patienten nehmen ihre Schmerzen und die damit verbundene tägliche Einnahme von Schmerzmitteln als gegeben hin oder haben Angst vor einer möglichen Krankheitsverschlechterung. Der Alphastrahler sollte nach Meinung von Heidenreich nicht erst am Ende der Therapiekaskade des kastrationsresistenten ossär metastasierten Prostatakarzinoms verabreicht werden, wie es bei den bisher etablierten Radionukliden der Fall ist.

Radium-223 auch unter Real-Life Bedingungen sicher und wirksam

Aufschlussreiche Ergebnisse liefert eine Phase-IIIb-Studie, die im Rahmen eines internationalen Early-Access-Programms (iEAP) durchgeführt wurde (1): In das iEAP wurden Patienten aus Kanada, Israel und Europa aufgenommen, die in der Phase zwischen Abschluss der Zulassungsstudie und Marktzulassung eine Behandlung mit Radium-223 erhielten (1). Die iEAP-Daten bestätigen, dass Radium-223 auch unter Real-Life Bedingungen eine vergleichbare Wirksamkeit und Sicherheit entfaltet wie unter Studienbedingungen (1, 2). Vorläufige Daten* des iEAP geben Hinweise darauf, dass Patienten, die parallel zu Radium-223 die neueren antihormonellen Therapeutika Abirateron und Enzalutamid erhielten, länger leben als Patienten ohne diese begleitende Therapie (1). Weitere vorläufige Daten* geben einen Hinweis auf ein längeres Gesamtüberleben, wenn die Patienten eine Serumkonzentration der alkalischen Phosphatase von < 220 U/l, symptomatische Knochenmetastasen, jedoch fehlende Schmerzsymptomatik aufweisen, sowie in ihrem Alltagsleben wenig
eingeschränkt sind (ECOG Performance Status 0-1) (1).

Vorrangiges Therapieziel ist Verlängerung des Lebens und Erhalt der Lebensqualität

"Knochenmetastasen sind stark assoziiert mit einer deutlich verkürzten Lebensdauer", erklärt Professor Heidenreich. Bei Patienten mit einem kastrationsresistenten metastasierten Prostatakarzinom breiten sich in 9 von 10 Fällen die Tumorzellen bis in die Knochen aus (2). Da in diesem Krankheitsstadium eine Heilung nicht mehr möglich ist, geht es vorrangig darum, das Leben zu verlängern, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten. Seit November 2013 steht eine innovative Behandlungsoption zur Verfügung, die gezielt gegen Knochenmetastasen wirkt: der Alphastrahler Radium-223-dichlorid (Xofigo®) (2, 3). Zugelassen ist Radium-223 zur Behandlung von Erwachsenen mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom, symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte Metastasen in inneren Organen wie Leber, Lunge und Gehirn (2, 3). Wie Heidenreich darlegt, verbindet das Radiopharmazeutikum die beiden Therapieziele Lebensverlängerung und Symptomkontrolle ideal miteinander. In der Zulassungsstudie verlängerte sich das mediane Gesamtüberleben um 3,6 Monate und die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (z.B. pathologischer Knochenbruch) um 5,8 Monate im Vergleich zu Placebo; das Sicherheitsprofil erwies sich als günstig (2).

Erhalt der Lebensqualität ist entscheidend für Patienten

Symptomatische ossäre Metastasen liegen im engeren Sinne vor, wenn der Patient über Schmerzen klagt oder aufgrund von Schmerzen regelmäßig Schmerzmittel benötigt, pathologische Frakturen vorliegen, eine Bestrahlung der Knochenmetastasen oder eine chirurgische Intervention aufgrund von Knochenmetastasen notwendig wird. Gleichzeitig zeigt sich die Symptomatik im weiteren Sinne durch eine Funktions- und Mobilitätseinschränkung. Das derzeit etablierteste Verfahren, um Knochenmetastasen zu erkennen und das Ansprechen der Therapie zu überprüfen, ist die Skelettszinitigraphie. Professor Dr. Alexander Drzezga, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Köln, beschreibt das Prinzip dahinter: "Bei der Knochenszinitigraphie lagern sich leicht radioaktiv markierte Diphosphonate in Abhängigkeit vom Knochenstoffwechsel am Knochenmineral an. Das heißt, die radioaktive Substanz wird in Bereiche mit hohem Knochenstoffwechsel eingebaut, dazu gehören insbesondere auch Metastasen." Der Wirkmechanismus von Radium-223 funktioniere ähnlich wie das Prinzip der Skelettszintigraphie. "Radium-223 geht in den Knochen hinein. Es lagert sich an Knochenmetastasen an und bestrahlt diese mit einer therapeutischen und nicht nur mit einer diagnostischen Dosis", so Drzezga. Als Alphastrahler verfügt Radium-223 nur über einen kleinen Radius, umliegendes gesundes Gewebe wird daher weitgehend verschont. Für die Patienten ist es nach Erfahrung von Professor Dr. Markus Dietlein, leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Uniklinik Köln, entscheidend, dass unter Radium-223 die Knochenschmerzen oder die Einnahme von Schmerzmitteln verringert werden und die Mobilität erhalten bleibt. Dietlein berichtet weiter, wie wichtig es für die Patienten sei, den Alltag so normal wie möglich zu leben und beispielsweise auch Reisen zu unternehmen.

Urologe und Nuklearmedizin behandeln im Team

"Die Therapie mit Radium-223 erfolgt in enger Zusammenarbeit von Urologe oder Onkologe und Nuklearmediziner", erläutert Dietlein. Im Rahmen dieser interdisziplinären Zusammenarbeit stellt der Urologe die Indikation. Der Nuklearmediziner bestätigt die Indikationsstellung des Kollegen, verschreibt das Radionuklid und verabreicht Radium-223 ambulant in den Praxisräumen beziehungsweise im nuklearmedizinischen Zentrum. Hierzu ist eine Umgangsgenehmigung nach der Strahlenschutzverordnung notwendig. "Die anschließenden Kontrolluntersuchungen übernimmt wieder der Kollege aus der Urologie oder Onkologie", so Dietlein.

* Es handelte sich hierbei um univariate Post-hoc-Analysen: Eine Post-hoc-Analyse ist eine statistische Auswertung, die zu Studienbeginn noch nicht vorgesehen war. Sie dient der Generierung von neuen Hypothesen. Die mit der Post-hoc-Analyse gewonnen Hypothesen müssen in einer neuen Studie überprüft werden.

Bayer
Literatur:

(1) Saad F et al. 51st Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology in Chicago (ASCO), Illinois (USA); Abstract No 5034; Poster Board #26.
(2) Parker C, et al. N Engl J Med. 2013; 369:213-223.
(3) Xofigo® (Radium-223-dichlorid) 1000kBq/ml Injektionslösung, Fachinformation (Stand Januar 2015), Bayer Pharma AG.

 
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