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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. November 2016

mCRPC: Individuelle Behandlungsstrategien für eine gute Prognose

Aufgrund der Entwicklung verschiedener Biomarker sowie zahlreicher neuer Therapiemöglichkeiten werden Ärzte die Möglichkeit haben, Prostatakarzinom-Patienten zukünftig individueller zu behandeln. Das war das Fazit der Referenten bei einem von Astellas Pharma unterstützten Symposium im Rahmen des 68. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Leipzig. Seit einigen Jahren stehen neben den klassischen Therapien, der Androgendeprivationstherapie (ADT) und der Chemotherapie, neuere Substanzen wie Enzalutamid (Xtandi®) zur Verfügung, die die Therapiemöglichkeiten beim metastasierten Prostatakarzinom (mCRPC) deutlich erweitert haben. Verschiedene Biomarker werden zukünftig zudem die Möglichkeit bieten, das individuelle Therapieansprechen und damit die Prognose exakter vorherzusagen und die Therapie darauf auszurichten.
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Nach wie vor ist der PSA-Wert einer der wichtigsten Biomarker, so die Einschätzung von Prof. Dr. Andres Jan Schrader, Leiter der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Münster. Bereits eine Studie von 1993 konnte eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens bei einer Senkung des PSA-Wertes um mehr als 50% nachweisen (1). Ein weiterer wichtiger Prognosefaktor sei darüber hinaus der Allgemeinzustand des Patienten, zusammengefasst im Karnofsky Score (1). Auch die Lokalisation der Metastasen gebe Aufschluss über das zu erwartende Gesamtüberleben des Patienten (2).

Testosteronwert unter 20 ng/dl für eine längere progressionsfreie Zeit

Wie wichtig darüber hinaus der Testosteronwert als Biomarker sei, belege eine neuere Analyse der PR-7-Studie durch Klotz und Kollegen (3). Diese konnte zeigen, dass bei Patienten mit hormonabhängigem Prostatakrebs die Senkung des Testosteronspiegels auf unter 20 ng/dl (0,7 nmol/l) im ersten Jahr der Androgendeprivationstherapie mit einem signifikant verlängerten Überleben (cause specific survival, CSS) sowie längerer progressionsfreier Zeit korreliert. Um sicherzustellen, dass dieser Wert erreicht wird, sollten Ärzte regelmäßig den Testosteronspiegel ihrer Patienten bestimmen. Bei unzureichendem Ansprechen sollten sie zudem einen Wechsel des Präparates in Erwägung ziehen. Die Zulassungsstudien mit Eligard® (Leuprorelinacetat) haben gezeigt, dass es bei circa 90% der Patienten den Testosteronspiegel verlässlich auf 20 ng/dl senkt (4,5,6).

Schlechtere Prognose für ARV7+-Patienten?

Als weitere Biomarker führte Schrader die Anzahl zirkulierender Tumorzellen (7) sowie verschiedene genetische Veränderungen des Androgenrezeptors an (8). Aktuell sei insbesondere die Splicevariante AR-V7 im Gespräch. Mittlerweile sei gezeigt worden, dass Patienten mit dieser Splicevariante eine schlechtere Prognose haben. Zu der Frage, ob sie auf die neueren Androgen-Rezeptor-Antagonisten ansprechen oder nicht, gebe es widersprüchliche Daten. In einer eigenen Untersuchung konnte Schrader zeigen, dass die Patienten mit einer Senkung des PSA ansprechen, vor allem dann, wenn sie zuvor nicht mit Enzalutamid oder Abirateron behandelt worden waren.

Prof. Dr. Christian Gratzke, Leiter des Interdisziplinären Prostatazentrums am Klinikum der Universität München, präsentierte aktuelle Therapiekonzepte. Beim neu diagnostizierten metastasierten hormonabhängigen Prostatakarzinom sei die Kombination einer ADT mit Taxanen für "Chemotherapie-fitte" Patienten die Therapiemöglichkeit der Wahl. Gerade bei einer hohen Tumorlast profitierten die Patienten mit einem signifikanten Überlebensvorteil von 17 Monaten (9). Die neue Leitlinie der European Association of Urology (EAU) hat daher die Kombination aus ADT und Chemotherapie beim neu diagnostizierten hormonabhängigen Prostatakarzinom als Standardtherapie definiert (10).

Zur Behandlung des mCRPC stünden nun mit Enzalutamid (Xtandi®) und Abirateron moderne Substanzen zur Verfügung, die die Überlebenszeit signifikant verlängern. Zurzeit werde in verschiedenen Studien untersucht, ob Patienten auch von Sequenz- oder Kombinationsschemata mit Enzalutamid und Abirateron profitieren. Hierzu liegen bislang keine validen Daten vor. Aktuell müsse sich der Arzt bei der Therapiewahl auf individuelle Faktoren stützen, wie z.B. die Vortherapie, bestehende Komorbiditäten sowie die Lokalisation von Metastasen.
Astellas
Literatur:
(1) Kelly WK et al. J Clin Oncol 1993;11:607-15
(2) Halabi S et al. J Clin Oncol 2016;10;34:1652-9
(3) Klotz L et al. J Clin Oncol 2015;33:1151-6
(4) Perez-Marreno R et al. Clinical Therapeutics 2002;24:1902-14
(5) Chu FM et al. The Journal of Urology 2002;168:1199-203
(6) Crawford ED et al. The Journal of Urology 2006;175:533-6
(7) de Bono JS et al. Clin Cancer Res 2008;14:6302-9
(8) Robinson D et al. Cell 2015;161:1215-28
(9) Sweeney CJ et al. N Engl J Med 2015;373:737-46
(10) Mottet N et al. EAU Guidelines on Prostate Cancer Update 2016, online publiziert unter: uroweb.org
 
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