Mittwoch, 18. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
22. November 2012

mCRC: Intensive Erstlinientherapie auch im palliativen Setting/ KRAS-wt-Patienten können von Chemotherapie plus Cetuximab profitieren

In der palliativ intendierten Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) kann eine intensive Erstlinientherapie aus FOLFIRI oder FOLFOX und EGFR-Antikörper Cetuximab Vorteile für Patienten mit KRAS-Wildtyp bringen. Entsprechende Daten stellten Experten auf einem Symposium während der Jahrestagung der DGHO* vor und diskutierten den Stellenwert dieser Therapieoption.

Anzeige:
 
 

„Entsprechend des Updates der ESMO-Guidelines, das sich in diesem Aspekt an der deutschen S3-Leitlinie orientiert, verfolgt die Therapie des mCRC heute je nach Patientengruppe unterschiedliche Ziele“, erläuterte Professor Dirk Arnold, Hamburg. So ist bei Patienten mit initial nicht-resektablen, jedoch potentiell sekundär resektablen Lebermetastasen (Gruppe 1) eine intensive neoadjuvante Therapie angezeigt. Patienten mit multiplen, nicht-resektablen Metastasen und rasch fortschreitender Erkrankung oder symptomatischen Manifestationen (Gruppe 2) sollen ebenfalls eine intensive, jedoch palliativ intendierte Therapie mit dem Ziel der raschen Proliferationskontrolle erhalten. Hingegen können Patienten mit langsam wachsenden, asymptomatischen Metastasen (Gruppe 3) leitliniengemäß auch eine weniger intensive palliative Therapie erhalten, besonders, wenn zunächst eine nebenwirkungsarme Behandlung seitens des Patienten gewünscht wird. „Diese letzte Gruppe macht jedoch bis zu 70 % aller mCRC-Patienten aus, so dass sich die Frage stellt, ob nicht auch diese Patienten unter bestimmten Voraussetzungen von einer intensiveren Therapie profitieren“, so Arnold.*

Cetuximab-Kombination verbessert klinische Endpunkte

Dass solch eine Strategie erfolgreich sein kann, wenn das Vorliegen eines KRAS-Wildtyps (KRAS-wt) gegeben ist, zeigte Arnold am Beispiel der Erbitux®-Zulassungsstudie CRYSTAL (1). In diese wurden insgesamt 1.198 therapienaive Patienten mit EGFR-exprimierendem mCRC eingeschlossen, etwa 80% davon waren aus den Patientengruppen 2 und 3. Im Verhältnis 1:1 randomisiert erhielten die Patienten entweder eine Behandlung ausschließlich mit Standard-Chemotherapie** oder eine Kombination mit Cetuximab. Im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie ermöglichte die Zugabe des Antikörpers in der retrospektiven Analyse der 666 Patienten mit KRAS-wt signifikante Verbesserungen im Gesamtansprechen (ORR: 57,3 vs. 39,7%; p<0,001), im medianen progressionsfreien Überleben (PFS: 9,9 vs. 8,4 Monate; HR: 0,696; p=0,0012) und im medianen Gesamtüberleben (OS: 23,5 vs. 20,0 Monate; HR: 0,796; p=0,0093) (2).

Hoher Stellenwert des Ansprechens

Arnold zufolge ist die in der Studie gezeigte besondere Qualität des Ansprechens unter der Cetuximab-Kombination für alle drei Patientengruppen von großer Bedeutung. So zeige eine höhere Ansprechrate an, dass mehr Patienten von der Behandlung profitieren könnten. Darüber hinaus haben die quantitative Ausprägung des Tumorgrößenrückgangs und dessen rasches Eintreten einen direkten klinischen Nutzen: Durch eine deutlichere maximale Tumorschrumpfung erhöht sich bei Patienten der Gruppe 1 die Chance auf eine Resektion, während eine rasche Größenreduktion bei der Gruppe 2 eine schnellere Symptomlinderung ermöglicht. Dass die Kombination von Cetuximab mit FOLFIRI hierin der alleinigen Chemotherapie bei symptomatischen Patienten überlegen ist, zeigte eine retrospektive Subgruppenanalyse der CRYSTAL-Studie. Danach bewirkte die unter der Kombination erreichte Tumorverkleinerung bereits nach acht Wochen eine maximale Symptomlinderung, was unter FOLFIRI doppelt so lange, nämlich 16 Wochen, in Anspruch nahm (3).

Frühe Tumorschrumpfung ist wichtiger prognostischer Faktor

Das Erreichen einer frühen Tumorschrumpfung (≥20% innerhalb von 8 Wochen) habe über den oben gezeigten direkten klinischen Nutzen hinaus auch einen hohen prognostischen Stellenwert für alle drei Patientengruppen, so Arnold.

Bei den mit Cetuximab plus FOLFIRI behandelten KRAS-wt-Patienten kam es häufiger zu einer stärkeren maximalen Tumorschrumpfung als unter der alleinigen Chemotherapie, und auch eine frühe Tumorgrößenreduktion war häufiger nachweisbar (4,5). Konkret zeigten die in einer retrospektiven Analyse von CRYSTAL ermittelten Daten, dass fast zwei Drittel (62%) der mit der Cetuximab-Kombination behandelten KRAS-wt-Patienten eine frühe Tumorschrumpfung ≥20% erreichten, was unter FOLFIRI alleine nur bei der Hälfte (49%) der Patienten der Fall war.

Im Vergleich zu Patienten, die unter der Cetuximab-Kombination nur eine Tumorreduktion von <20 % erzielten, war das mediane Überleben der besser ansprechenden Patienten 11,4 Monate länger (30,0 vs. 18,6 Monate; HR: 0,53; p<0,001). Bei den Patienten im FOLFIRI-Arm war dieser Unterschied mit 24,1 vs. 18,6 Monaten geringer ausgeprägt (p=0,006) (5). Vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich der prognostischen Bedeutung der frühen Tumorschrumpfung zeigte auch eine retrospektive Analyse der OPUS-Studie für KRAS-wt-Patienten. Verglichen wurde die Kombination aus Cetuximab und FOLFOX in der Erstlinie mit FOLFOX alleine (5).

Mit effektivster Kombination beginnen

Professor Claus-Henning Köhne zufolge sollte auch in der Palliativtherapie bereits in der Erstlinie eine möglichst intensive Behandlung erfolgen. So zeigte etwa eine gepoolte Analyse mit knapp 3.800 Patienten, dass bereits zu Beginn intensiv behandelte Patienten unabhängig vom Performance-Status länger überlebten als Patienten mit weniger intensiver Therapie (6). „Den Behandlungserfolg, den wir in der Erstlinie mit intensiveren Regimen erzielen, können wir bei einem Einsatz dieser Optionen in späteren Therapielinien nicht mehr erreichen“, erläuterte Köhne. Zudem erhielten in Europa weniger als 50% aller mCRC-Patienten überhaupt eine Drittlinientherapie.

Nach Köhnes Ansicht besitzt die Kombination von FOLFIRI oder auch FOLFOX mit Cetuximab bei KRAS-wt-Patienten generell einen sehr hohen Stellenwert in der Erstlinien-Behandlung: „Unter den aktuell gebräuchlichen Antikörpertherapien ist FOLFIRI plus Cetuximab hierbei die einzige, für die in einer Phase-III-Studie ein signifikanter Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen Chemotherapie nachgewiesen werden konnte. Die Kombination von Cetuximab mit einer Chemotherapie ist daher in der Erstlinie heute ein Therapiestandard bei mCRC-Patienten mit KRAS-wt, von dem auch rein palliativ behandelte Patienten profitieren können.“

Literaturhinweise:
(1) van Cutsem E. et al. N Engl J Med 2009; 360: 1408- 1417
(2) van Cutsem E. et al. J Clin Oncol 2011; 29: 2011-2019
(3) Griebsch I. et al. J Clin Oncol 2011, 29 (Suppl); Abstract 3626
(4) van Cutsem E et al. ASCO GI 2010; Abstract 281
(5) Piessevaux H. et al. JSMO 2012, Abstract IS9-3
(6) Sargent DJ et al. JCO 2009; 27: 1948-55

* „Erbitux in der palliativen Erstlinientherapie des mCRC“
** FOLFIRI

Quelle: MerckSerono
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs