Samstag, 16. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
03. Juli 2017

Zielgerichtete Therapien verbessern die Prognose beim metastasierten Mammakarzinom

Die Entwicklung HER2-gerichteter Substanzen hat die Prognose von Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom (mBC) entscheidend verbessert. Firstline-Standard beim HER2-positiven mBC ist die doppelte Antikörper-Blockade mit Pertuzumab (Perjeta®▼) und Trastuzumab (Herceptin®▼) plus Docetaxel. In der Secondline ist Trastuzumab Emtansin (Kadcyla®▼) die Therapie erster Wahl. Beim HER2-negativen mBC hat sich die Kombination aus Bevacizumab (Avastin®) und Paclitaxel als Behandlungsstandard etabliert, wenn eine Chemotherapieindikation besteht und eine Therapie mit hoher Ansprechrate benötigt wird. Im Rahmen der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) in Berlin berichteten Prof. Dr. Nadia Harbeck, München, und PD Dr. Sherko Kümmel, Essen, über den Stellenwert der zielgerichteten Therapie beim mBC und über ihre Erfahrungen aus der klinischen Praxis.
Anzeige:
 
 
Behandlungsdruck beim HER2-negativen mBC: Eine Indikation für Bevacizumab

Behandlungsdruck ist ein bedeutender Faktor für die Therapiewahl beim HER2-negativen mBC. In dieser akuten Therapiesituation hat sich Bevacizumab plus Paclitaxel – seit der Zulassung vor 10 Jahren – als Firstline-Standard etabliert, der unabhängig vom Hormonrezeptor-Status ein zuverlässiges und rasches Ansprechen erzielt. So lag die objektive Ansprechrate (ORR) in verschiedenen Studien stets zwischen 49% ± 5% (1-4). In der nicht-interventionellen Studie ML21165 aus Deutschland sprachen sogar 62% der Patientinnen auf das Avastin®-Regime an (5). Die Daten zu Bevacizumab Firstline sind auch hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens (PFS) konsistent: In unterschiedlichen Studien lag das mediane PFS jeweils zwischen 9,6 und 11,3 Monaten (1-4). In der Zulassungsstudie E2100 entsprach dies nahezu einer Verdopplung gegenüber der alleinigen Paclitaxel-Therapie (11,3 vs. 5,8 Monate) (1). Aktuelle Real-World-Daten aus Frankreich zeigen unter klinischen Alltagsbedingungen, dass Patientinnen, die Firstline mit Bevacizumab behandelt wurden, unabhängig vom Hormonrezeptor-Status median fast 8 Monate länger überlebten als unter alleiniger Chemotherapie (27,7 vs. 19,8 Monate; HR: 0,672; p < 0,001)(6). „Diese Resultate aus der Routinepraxis, die mithilfe valider Methoden erhoben wurden, bilden eine wichtige Ergänzung zur klinischen Datenlage und bestätigen den hohen Stellenwert von Bevacizumab in der Firstline-Therapie des HER2-negativen mBC“, betonte Harbeck. Klinische Daten und Informationen aus der Praxis zeigen zudem, dass Bevacizumab nach Ende der Chemotherapie als Erhaltungstherapie bis zum Progress weitergegeben werden sollte (7-11).

Pertuzumab Firstline: Signifikanter Überlebensvorteil von 15,7 Monaten

Firstline-Standard beim HER2-positiven mBC ist die doppelte Antikörper-Blockade mit Pertuzumab und Herceptin®▼ plus Docetaxel – das bestätigt auch die erneute Doppelplus-Bewertung der AGO Mamma (12). Rationale für die uneingeschränkte Empfehlung der AGO ist die Zulassungsstudie CLEOPATRA: In der Phase-III-Studie überlebten Frauen mit metastasierter Erkrankung im Median 15,7 Monate länger, wenn sie Pertuzumab im Rahmen der Firstline Therapie zusätzlich zu Trastuzumab und Docetaxel erhielten (56,5 vs. 40,8 Monate; HR: 0,68; p < 0,001) (13). Insgesamt überlebten die Frauen unter dem Pertuzumab-Regime fast 5 Jahre – das ist die bis dato längste mediane Gesamtüberlebenszeit, die für diese Patientinnen in prospektiven Studien erreicht wurde. Der signifikante Überlebensvorteil bestätigte sich in allen klinisch relevanten Subgruppen: Die Patientinnen profitierten unter anderem unabhängig vom Hormonrezeptor-Status, dem Alter (< 65 Jahre / ≥ 65 Jahre) und der (neo-)adjuvanten Vorbehandlung (13). „Unsere Erfahrungen aus dem klinischen Alltag bestätigen, dass die doppelte Antikörper-Blockade mit Perjeta®▼ und Trastuzumab die derzeit effektivste Firstline-Therapie beim HER2-positiven Mammakarzinom ist und daher keiner Patientin vorenthalten werden sollte“, betonte Kümmel. „Das gilt auch für Patientinnen mit positivem Hormonrezeptor-Status: Wenn wir diese Patientinnen zunächst endokrin in Kombination mit Herceptin®▼ behandeln, ist ein zulassungskonformer Einsatz von Perjeta®▼ in der Firstline nicht mehr möglich – dadurch verlieren diese Patientinnen die Chance auf den signifikanten Überlebensvorteil.“

Trastuzumab Emtansin Secondline: Überlebensvorteil von 5,8 Monaten

Kadcyla®▼ ist erste Wahl für die Secondline-Therapie von Patientinnen mit HER2-positivem mBC, die bereits mit Herceptin®▼ und einem Taxan behandelt wurden. Die Behandlung bietet den Patientinnen in dieser bereits fortgeschrittenen Therapiesituation die Aussicht auf einen signifikanten Überlebensvorteil. In der Zulassungsstudie EMILIA überlebten Patientinnen unter Trastuzumab Emtansin im Medien 30,9 Monate – und damit 5,8 Monate länger als unter der Kombination Capecitabin plus Lapatinib (25,1 Monate; HR: 0,68; p < 0,001) (14). Die Daten der THERESA-Studie untermauern die hohe Wirksamkeit von Trastuzumab Emtansin auch in späteren Therapielinien: Im Kontrollarm erhielten die Patientinnen eine Therapie nach Wahl des Arztes, die bei über 80% Trastuzumab-basiert war (15,16). Für die Trastuzumab Emtansin-Patientinnen wurde ein signifikanter Überlebensvorteil von 5,6 Monaten im direkten Vergleich mit HER2-basierten Therapien (Trastuzumab oder Lapatinib) dokumentiert (22,7 vs. 17,1 Monate; HR: 0,75) (15,16). Aufgrund der stärkeren Vorbehandlung war die erreichte Gesamtüberlebenszeit kürzer als in der EMILIA-Studie (22,7 vs. 30,9 Monate) (14-16). Daher wird empfohlen, Trastuzumab Emtansin frühzeitig – d.h. primär in der zweiten Therapielinie – einzusetzen. Dies bestätigt auch die Leitlinienempfehlung der AGO Mamma, die Kadcyla®▼ beim HER2-positiven mBC als einzige Therapie für die Secondline mit einem Doppelplus bewertet (12). „Sowohl in der EMILIA- als auch in der THERESA-Studie war der Wirksamkeitsvorteil in den Trastuzumab Emtansin-Armen unabhängig vom Hormonrezeptor-Status“, erklärt Kümmel. „Deshalb sollte auch bei den HER2+/HR+ Patientinnen in der Zweitlinientherapie Trastuzumab Emtansin eingesetzt werden.“

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624/14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (https://humanweb.pei.de oder Fax: +49 6103/77-1234).
Roche
Literatur:
(1) Gray R et al. J Clin Oncol 2009; 27: 4966-72
(2) Lang I et al. Lancet Oncol 2013; 14: 125-33
(3) Miles D et al. Eur J Cancer 2015; 51 (Suppl s3): S287, Abstract #1866
(4) Müller V et al. SABCS 2016; Poster P6-13-02
(5) Schneeweiss A et al. Anticancer Res 2016; 36: 967-74
(6) Delaloge S et al. Ann Oncol 2016; 27: 1725-32
(7) Smith J et al. Ann Oncol 2011; 22: 595-602
(8) Smith J et al. Breast Cancer Res Treat 2011; 130: 133-43
(9) Schmidt M et al. SABCS 2013; Poster P2-16-03
(10) Mentuccia L et al. J Clin Oncol 2015; 33 (Suppl): Abstract #549
(11) Gamucci T et al. J Cell Physiol 2017; 232: 1571-8
(12) AGO Kommission Mamma. Empfehlungen 2017. www.ago-online.de
(13) Swain S et al. NEJM 2015; 372 (8): 724-34
(14) Verma S et al. NEJM 2012; 367: 1783-91
(15) Krop IE et al. Lancet Oncol 2014; 15: 689-99
(16) Wildiers H et al. SABCS 2015 (Oral Presentation); S5-05
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017