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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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04. Juli 2012

Zellbiologie: Vorschlag zur Vereinfachung der Namensgebung von Histonvarianten

35 internationale Forscher, unter den fünf Deutschen auch PD Dr. Jan Postberg von der Universität Witten/Herdecke und dem HELIOS-Klinikum Wuppertal, schlagen ein einheitliches System zur Benennung von Histonvarianten vor. Dadurch werden zukünftige Entdeckungen bei der Entschlüsselung des Erbgutes wesentlich erleichtert. Die Gruppe unter Leitung von Paul Talbert und Steven Henikoff vom Howard Hughes Medical Institute in Seattle schlägt vor, sich an der stammesgeschichtlichen Entstehung der Histone zu orientieren. Davon abgeleitet sollen Verwandtschafts- und Funktionsbeziehungen sichtbar gemacht werden, die zuvor nicht erkennbar waren.

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Histone sind für die Zellfunktion extrem wichtige Eiweiße, die im Zellkern mit der DNS, also dem Erbgut, verknüpft sind. Die Erbinformation wird aber nicht allein genetisch von diesem einer gedrehten Leiter ähnlichen Molekül vererbt, sondern andere Stoffe wirken dabei auch mit – vor allem eben die Histone. Welche zentrale Funktion diese kleinen Proteine einnehmen, zeigt folgendes Beispiel: Das Histon H4 unterscheidet sich zwischen Rind und Erbse in nur zwei Aminosäuren.

Wie aber im Detail die Histone in den Komplex aus DNS und Proteinen - das Chromatin - eingebaut werden, ist nach neuesten Erkenntnissen mitbestimmend für die Zugänglichkeit der DNS für die Maschinerien der Genexpression, Replikation und anderer wichtiger Zellfunktionen. Wahrscheinlich können dadurch Informationen auch epigenetisch verschlüsselt werden, also nicht auf der Ebene der DNS-Sequenz. Und es scheint, dass diese Informationen im Laufe eines Menschenlebens durch Umwelteinflüsse und Lebensstil beeinflusst werden können – anders als in der Regel der genetische Code. Die Erforschung dieser epigenetischen Informationsverschlüsselung stellt eine der größten Herausforderungen des postgenomischen Zeitalters dar. „Für mich steht außer Zweifel, dass wir damit auf die Spur der molekularen Ursachen für die Entstehung zahlreicher Krankheiten kommen werden und diese dann auch besser diagnostizieren und vielleicht auch heilen können“, zeigt Postberg den großen Zusammenhang auf, der derzeit unter dem Stichwort personalisierte Medizin diskutiert wird.

Genau diese Forschung aber behindert bisher jene quasi babylonische Vielfalt fast willkürlicher Namensgebung für die verschiedenen erforschten Histonvarianten, was eine Vernetzung der Forschungsergebnisse erschwert. Jan Postberg hat während seiner Tätigkeit am Institut für Zellbiologie der UW/H bei Prof. Hans J. Lipps und jetzt als Forschungsgruppenleiter am HELIOS Klinikum Wuppertal mehrere Arbeiten über Histonvarianten veröffentlicht – von der Evolutionsgeschichte und Funktion von Histonvarianten in Wimperntierchen bis zur Neubeschreibung des Histons H3.5 im Menschen (Postberg et al., 2008; Postberg et al., 2010; Schenk et al., 2011).

Literaturhinweis:
Der Artikel auf Epigenetics & Chromatin:
http://www.epigeneticsandchromatin.com/content/5/1/7/abstract

Quelle: Universität Witten/Herdecke
 
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