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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. September 2014

Wie das Gespräch zwischen Arzt und Krebspatient besser gelingt

Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, ist häufig erst einmal erschüttert - und wenig aufnahmefähig für die weiteren Ausführungen seines Arztes. Wie das Gespräch trotzdem gelingen kann, was Ärzte dabei beachten müssen und welche neuen Erkenntnisse es dazu gibt, ist Thema des Fachsymposiums "Patient-centered Communication in Cancer Care: New Directions" des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) am Freitag, 19. September 2014. Zu Gast sind Ärzte, Wissenschaftler und Kommunikationstrainer aus den USA, der Schweiz und Deutschland.

Bei der Tagung werden auch Erfahrungen und Studienergebnisse aus sechs Jahren KoMPASS, dem Heidelberger Kommunikationstraining für Krebsmediziner, vorgestellt. Bei einer Podiumsdiskussion kommen Patientenvertreter zu Wort und geben Anregungen aus Sicht der Betroffenen. Hauptredner des Symposiums ist Professor Walter Baile vom MD Anderson Cancer Center in Houston. Er ist der wohl international renommierteste Wegbereiter einer patientenzentrierten Kommunikation in der Versorgung von Krebspatienten.

Die Vortragssprache, ausgenommen der Podiumsdiskussion, ist Englisch. Veranstaltungsort ist das Kommunikationszentrum des DKFZ, Konferenzräume I und II, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg. Die Teilnahme ist kostenlos, aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich. Es sind noch Plätze frei.

Arztgespräch und Krebsinformationsdienst

"Eine auf den Patienten ausgerichtete Kommunikation ist gerade in Zeiten zunehmend komplexer - und für den Patienten häufig nur schwer überblickbaren - Untersuchungsverfahren und Therapien entscheidend für eine hohe Versorgungsqualität. Um die häufig langwierigen und sehr belastenden Therapien zu verstehen, sich darauf einstellen und eventuell auch mitentscheiden zu können, brauchen Patienten verständlich übermittelte Informationen und individuelle Beratung", sagt Veranstaltungsorganisatorin PD Dr. Monika Keller, Universitätsklinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin Heidelberg, "Im Rahmen des Symposium wollen wir diskutieren, wo wir in Deutschland stehen, wie wir Ärzte noch besser vorbereiten können und was wir dabei von anderen Ländern lernen können."

Ein kompetenter Partner für Patienten und Ärzte, wenn es darum geht, komplexe Informationen rund um das Thema Krebs verständlich aufzuarbeiten und zu vermitteln, ist seit knapp 30 Jahren der Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ: "Auf den individuellen Bedarf zugeschnittene, verlässliche Informationen, die verständlich und empathisch vermittelt werden, können Krebspatienten und Angehörigen helfen, sich in dieser bedrohlich empfundenen Situation zu orientieren und Sicherheit zu gewinnen", sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des KID. "Mit einer patientenzentrierten Kommunikation von Ärzten und Betreuern einerseits und den ergänzenden Informations- und Gesprächsangeboten des KID andererseits können wir den Betroffenen von zwei Seiten her entgegenkommen. Deshalb haben wir uns auch für diese Veranstaltung engagiert."

Praxisnahes Kommunikationstraining mit Schauspieler-Patienten

Um Ärzten in der Onkologie bestmöglich auf schwierige Gespräche mit ihren Patienten vorzubereiten, haben Ärzte und Psychologen des Universitätsklinikums Heidelberg mit einer Anschubförderung durch die Deutsche Krebshilfe e.V. 2008 das Kommunikationstraining KoMPASS (Kommunikative Kompetenz zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung durch strukturierte Fortbildung) ins Leben gerufen. Die Schulungen werden in Heidelberg sowie sechs weiteren Krebszentren in Deutschland angeboten und von den Heidelberger Experten geleitet. Ziel ist es, an Standards anzuschließen, wie sie z.B. in England und der Schweiz bereits mit Erfolg etabliert sind. "In vielen Ländern gehören Kommunikationstrainings bereits zur Facharztweiterbildung, in Deutschland sind sie bislang nicht verpflichtend. Eine effektive Gesprächsführung kann und muss man aber lernen", erklärt Dr. Keller, Mitbegründerin und Leiterin des Projekts.

Wie überbringt man eine niederschmetternde Diagnose? Welche Nachrichten sind dem jeweiligen Patient in diesem Moment zumutbar, welche Informationen braucht er, was kann er überhaupt noch aufnehmen? Wie mit Angst, Trauer oder Wut der Patienten und Angehörigen umgehen? In den praxisnahen Trainings üben die Teilnehmer in kleinen Gruppen mit erfahrenen Lehrern und speziell ausgebildeten Schauspielern, die in die Rolle von Patienten oder Angehörigen schlüpfen.

"Ein solches Gespräch auf Augenhöhe schafft Vertrauen und darauf sind gerade Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen angewiesen, um sich besser mit der belastenden Therapie arrangieren sowie Angst und Stress abbauen zu können", so Dr. Keller. Aber auch Ärzte erfahren eine enorme Entlastung: Bisher haben rund 500 teilgenommen, die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Eine wissenschaftliche Begleitstudie mit 325 Ärzten belegte, dass das Trainingsprogramm umsetzbar und vor allem auch wirksam ist. Beim Symposium soll es daher auch um die Frage gehen, wie die patientenzentrierte Gesprächsführung flächendeckend Eingang in die klinische Praxis findet.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
 
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