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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. April 2017

Blut- und Knochenmarkkrebs: „Einmalige Forschungsmöglichkeiten am Standort Heidelberg“

Mit Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow wechselt ein ausgewiesener Experte für akute Leukämien von der Saale an den Neckar: Der 48-jährige Arzt und Wissenschaftler, der von 2014 bis Januar 2017 die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV in Halle leitete, ist neuer Ärztlicher Direktor der Klinik Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Er tritt damit in die Fußstapfen von Prof. Dr. Anthony D. Ho, unter dessen Leitung sich die Klinik in den vergangenen 19 Jahren zum führenden Zentrum für Blutstammzell-Transplantationen und Stammzell-Forschung in Deutschland entwickelte. Weitere Schwerpunkte der Klinik sind die Rheumatologie, innovative Zell- und Immuntherapien sowie die Erforschung der molekularen Ursachen von Leukämien und Lymphomen. Dazu kommen das in Deutschland einzigartige Amyloidose-Zentrum und das ebenso auf seinem Gebiet führende Myelomzentrum. „Die Klinik ist in sehr vielen Bereichen hervorragend aufgestellt und verfügt über internationales Renommee. Als Ärztlicher Direktor will ich dazu beitragen, diese Stärken noch weiter auszubauen“, so Prof. Müller-Tidow. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Prof. Müller-Tidow einen Experten für die interdisziplinäre Krebsbehandlung und personalisierte Medizin gewinnen konnten“, sagt Prof. Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg.
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Wissenschaftlich beschäftigt sich der Hämatologe und Onkologe mit akuten Leukämien, deren Therapieresistenzen, Resistenzmechanismen bei malignen Tumoren, neuen Behandlungsstrategien sowie seltenen, familiär auftretenden Krebserkrankungen des blutbildenden Systems. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt ist die Akute Myeloische Leukämie (AML), die häufigste akute Form des Blutkrebses bei Erwachsenen. Hier interessieren ihn besonders im Laufe des Lebens auftretende Modifikationen des Erbguts, sogenannte epigenetische Mechanismen, die krankhafte Veränderungen der Blut-Stammzellen hervorrufen können und sich durch spezielle Therapien möglicherweise wieder rückgängig machen lassen. Darüber hinaus plant er klinische Studien mit neuen Therapieansätzen bei behandlungsresistenter AML zu starten sowie ein neues Forschungsprogramm für erbliche hämatologische Erkrankungen aufzubauen. Ziel ist es, die genetischen Ursachen in den betroffenen Familien aufzuklären und neue Heilungschancen zu ermöglichen.

„Der Standort Heidelberg bietet durch die enge Vernetzung des Universitätsklinikums mit seinem Zentrum für seltene Erkrankungen, dem Deutschem Krebsforschungszentrum sowie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) einmalige Möglichkeiten, solche Studien und Forschungsprogramme erfolgreich umzusetzen“, sagt Müller-Tidow, der für seine Arbeiten bereits vielfach ausgezeichnet wurde. Im Bereich der Krankenversorgung will Müller-Tidow vor allem personalisierte Medizin, neue Therapieverfahren sowie Diagnostik und Therapie der Leukämien in Heidelberg ausbauen. Dazu möchte er neue diagnostische und therapeutische Verfahren etablieren: „Blutkrebs lässt sich heute je nach genetischen Veränderungen, und Eigenschaften der Krebszellen in viele Untergruppen einteilen. Je genauer diese Einteilung vorgenommen wird, desto gezielter kann die Therapie ausgewählt werden, desto besser die Behandlungserfolge.“ In der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg gibt es spezialisierte Arbeitsgruppen für die Diagnose und Behandlung der verschiedenen Erkrankungen, was sicherstellt, dass Betroffene möglichst schnell eine genaue Diagnose und einen individuellen Behandlungsplan mit passender Therapie – wenn möglich, im Rahmen einer Therapie-Studie – erhalten.

Carsten Müller-Tidow studierte Medizin in Aachen und Bonn, wo er 1995 promovierte. Seit 1994 war er am Universitätsklinikum Münster tätig, unterbrochen von einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der University of California und der University of Southern California in Los Angeles. 2009 erhielt er in Münster eine Professur für Hämatologie und Onkologie. 2014 folgte er dem Ruf an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo er bis zum Februar 2017 die Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Halle als Ärztlicher Direktor leitete.
Universitätsklinikum Heidelberg
 
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