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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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16. Juli 2013

Vielversprechende Ergebnisse beim NSCLC mit Afatinib und Nintedanib

Auf einer Post-ASCO-Pressekonferenz in Frankfurt am Main wurden die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien LUX-Lung 6 (1) und LUME-Lung 1 (2) vorgestellt, die Hoffnung auf weitere Fortschritte in der Therapie des fortgeschrittenen NSCLC geben. In den beiden Studien wurden die Wirkstoffe Afatinib und Nintedanib untersucht. Der irreversible ErbB-Familiy-Blocker Afatinib überzeugte mit einer signifikanten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) bei NSCLC-Patienten mit EGFR-Mutation in der Erstlinientherapie. Der 3fach-Angiokinase-Hemmer Nintedanib zeigte in Kombination mit Docetaxel einen Überlebensvorteil für Patienten mit NSCLC in der Zweitlinientherapie.

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Der ErbB-Family-Blocker Afatinib

Bei Afatinib handelt es sich um den ersten zur Zulassung eingereichten irreversiblen ErbB-Family-Blocker, der gegen alle relevanten Rezeptordimere der ErbB-Family gerichtet ist. Bereits im Vorjahr wurde auf dem ASCO die Phase-III-Studie LUX-Lung 3 präsentiert (3), deren Ergebnisse nun durch die Daten von LUX-Lung 6 bestätigt wurden. Hier wurde ein Vorteil für Afatinib bei Patienten mit fortgeschrittenem EGFR-mutationspositiven NSCLC gegenüber der Standard-Chemotherapie Gemcitabin/Cisplatin (Gem/Cis) gezeigt (1). Unter einer Erstlinien-Monotherapie mit Afatinib lebten die Patienten 11,0 Monate progressionsfrei, während die Patienten unter der Vergleichs-Chemotherapie nach 5,6 Monaten einen Progress erlitten (1).

Ebenso wie in LUX-Lung 3 führte die Behandlung mit Afatinib auch in LUX-Lung 6 im Vergleich zur Chemotherapie zu einer signifikanten und anhaltenden Tumorreduktion (66,9% vs. 23%; p<0,0001) (1, 3). Das Tumoransprechen auf die Afatinib-Therapie korrelierte zudem mit einer Verbesserung der mit Lungenkrebs assoziierten Symptome wie Husten, Schmerzen und Atemnot (4). Darüber hinaus hatten die mit Afatinib behandelten Patienten eine signifikant bessere Lebensqualität als die Patienten unter Chemotherapie. Zudem war das Zeitintervall bis zur Symptomverschlechterung bei Husten, Dyspnoe und Schmerzen gegenüber den mit Gem/Cis behandelten Patienten signifikant verzögert (4).
 
"Damit liegen die Daten von 2 Studien vor, die unabhängig voneinander zeigen konnten, dass Patienten mit NSCLC und EGFR-Mutation von Afatinib im Vergleich zu aktuellen Standard-Chemotherapien mit einer signifikanten Verzögerung des Tumorwachstums und einer besseren Lebensqualität profitieren können", kommentierte Prof. Eckart Laack, Hamburg.

Die häufigsten Nebenwirkungen (NW) von Grad 3 in LUX-Lung 6 waren unter Afatinib Rash (14,2%), Diarrhoe (5,4%) und Stomatitis/Mukositis (5,4%). Diese NW sind für EGFR-Hemmer bekannt und waren kontrollierbar und reversibel. Bei den Patienten im Chemotherapie-Arm wurden als häufigste Grad-3-NW Neutropenie (17,7%), Erbrechen (15,9%) und Leukopenie (13,3%) beobachtet. Während im Afatinib-Arm 5,9% der Patienten die Therapie aufgrund von NW abbrachen, waren es im Chemotherapie-Arm 39,8%.

Der 3fach-Angiokinasehemmer Nintedanib

Wie PD Dr. Martin Reck, Großhansdorf, erklärte, hat der Großteil der NSCLC-Patienten keine EGFR-Mutation und ist daher schwerer zu behandeln. Für dieses Patientenkollektiv gibt es nun für die Zweitlinientherapie aussichtsreiche Ergebnisse der Phase-III-Studie LUME-Lung 1. Der orale, zielgerichtete 3fach Angiokinase-Hemmer Nintedanib zusätzlich zu Docetaxel verabreicht, verlängerte in der Studie das Gesamtüberleben von NSCLC-Patienten mit Adenokarzinom gegenüber der alleinigen Chemotherapie von 10,3 auf 12,6 Monate (HR=0,83; p=0,0359) (Abb. 1) (2). Auch beim primären Endpunkt, dem PFS, wurde unter Nintedanib plus Docetaxel die Zeit bis zum erneuten Tumorwachstum signifikant verlängert (HR=0,79; p=0,0019). Dieser Vorteil erwies sich als unabhängig von der Tumorhistologie (2).


 
Das progressionsfreie Überleben (PFS) war unter Afatinib in der Erstlinie in den Studien LUX-Lung 6 und LUX-Lung 3 vergleichbar:

LUX-Lung 6 – PFS:
• Afatinib: 11,0 Monate (Gesamtpopulation)
• Gemcitabin/Cisplatin: 5,6 Monate
• HR=0,28; p<0,0001
(primäre Analyse durch ein unabhängiges Gremium)

LUX-Lung 3 – PFS:
• Afatinib: 11,1 Monate (Gesamtpopulation) bzw. bis zu 13,6 Monate bei den häufigsten Mutationen
• Pemetrexed/Cisplatin: 6,9 Monate
• HR=0,58, p=0,0004

Häufigste unerwünschte Ereignisse waren gastrointestinale NW und reversible Leberenzymerhöhungen, welche durch supportive Maßnahmen oder Dosisreduktion gut beherrschbar waren. Hinsichtlich klassenspezifischer NW, wie sie für antiangiogene Therapien bekannt sind (Hypertonie, Blutungen oder Thrombosen vom Schweregrad 3), zeigten sich keine Unterschiede. Die Zahl der Studienabbrüche war in beiden Behandlungsarmen ebenfalls vergleichbar.

"Die Ergebnisse der LUME-Lung 1-Studie sind besonders beachtenswert, da nun seit knapp 10 Jahren wieder Bewegung in die Zweitlinien-Behandlung von NSCLC-Patienten kommt", sagte Reck. "Erstmals ließ sich mit einer Antiangiogenese-Therapie ein Überlebensvorteil bei NSCLC-Patienten nach Versagen einer Erstlinien-Chemotherapie erreichen", so Reck. "Nintedanib könnte eine neue Behandlungsoption sein, die wir für diese Patientenklientel dringend benötigen."

sk

Literaturhinweise:
(1) Wu YL ewt al. J Clin Oncol 31, 2013 (suppl; abstr. 8016).
(2) Reck M et al. Oral presentation at ASCO 2013; 31.5-4.6.2013.
(3) Yang JC et al. J Clin Oncol 2012; 30(18, Suppl): abstr. LBA 7500.
(4) Greater SL et al. J Clin oncol 31, 2013 (suppl; abstr. 8061).

Quelle: Post-ASCO-Pressekonferenz "Patientengerechte Therapie beim NSCLC - Was bringen die neuen Substanzen?", 19.06.2013, Frankfurt/Main; Veranstalter: Boehringer Ingelheim
 
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