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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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07. Juni 2016

Vielversprechende Behandlungsergebnisse mit Pembrolizumab bei fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren

Viele Kopf-Hals-Tumoren werden erst spät diagnostiziert. Oft ist die Erkrankung schon bei der Erstdiagnose lokal fortgeschritten, oder es haben sich Fernmetastasen entwickelt. Zudem treten bei vielen Patienten nach der Behandlung des Primärtumors Rezidive oder Metastasen auf. Wie Daten aus zwei während des 52. Jahreskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/IL (USA) vorgestellten Studien zeigen, könnte eine Therapie mit Pembrolizumab (KEYTRUDA®) den Betroffenen in dieser Behandlungssituation neue Chancen bieten.
Die Kombination einer platinbasierten Chemotherapie mit Cetuximab gilt derzeit als Standard für die Erstlinientherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (SCCHN). Versagt diese Therapie, gibt es praktisch keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten mehr. Unter Methotrexat werden dann nur noch Ansprechraten von etwa 5% und Überlebenszeiten von sechs bis acht Monaten erreicht.

Pembrolizumab (KEYTRUDA®) hat sich bei Patienten mit fortgeschrittenem SCCHN in der KEYNOTE-012-Studie als gut wirksam erwiesen. Im Rahmen des ASCO wurden ein Update dieser Studie sowie weitere Daten aus der KEYNOTE-055-Studie vorgestellt (1).

In der laufenden, offenen und nicht randomisierten Phase-1b-Studie KEYNOTE-012 wurde Pembrolizumab in Monotherapie (10 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen oder 200 mg als Fixdosis alle drei Wochen) bei Patienten mit fortgeschrittenen SCCHN und PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1)-Positivität eingesetzt. Unter der Behandlung wurde eine Gesamtansprechrate (ORR) von 18% erzielt, mit acht kompletten und 26 partiellen Remissionen. Zum Zeitpunkt der Analyse zeigten 65% der Patienten ein Therapieansprechen, das in einigen Fällen seit mehr als 30 Monaten bestand. Bei 85% der Patienten wurde das Ansprechen seit ≥6 Monaten, bei 71% seit ≥12 Monaten beobachtet. Die mediane Dauer des Ansprechens ist bislang noch nicht erreicht.

Insgesamt 60% der Patienten wiesen zum Zeitpunkt der Analyse eine Reduktion ihrer Zielläsion auf. Die 6-Monats-Gesamtüberlebensrate betrug 58%, die 12-Monatesrate 38%, das mediane Gesamtüberleben (OS) acht Monate. Das progressionsfreie Überleben (PFS) erreichte im Median zwei Monate, mit 6-Monats-Raten von 25% und 12-Monats-Raten von 17%. Die Therapie wurde von den Patienten gut vertragen.

In der Phase-II-Studie KEYNOTE-055 wurden 172 Patienten mit fortgeschrittenem SCCHN unabhängig von ihrem PD-L1-Status eingeschlossen und in Monotherapie mit einer Fixdosis von 200 mg Pembrolizumab alle drei Wochen behandelt (2). Die Studienteilnehmer hatten zuvor unter einer platinbasierten Chemoimmuntherapie mit Cetuximab eine Progression erfahren.

Die vorläufige Analyse der ersten 50 Patienten der Studie erbrachte eine ORR von 18%. Eine weitere Analyse von 92 Patienten, für die bereits ein mindestens sechsmonatiges Follow-up vorlag, ergab eine ORR von 17%, eine Stabilisierung der Erkrankung bei 17 Patienten und eine Krankheitsprogression bei 51 Patienten. Wurde die ORR in Abhängigkeit vom HPV (Humanes Papillomavirus)-Status analysiert, ergab sich eine ORR von 22% bei HPV-positiven und von 16% bei HPV-negativen Patienten. Die Betrachtung in Korrelation mit der PD-L1-Expression erbrachte eine ORR von 17% bei Patienten mit Tumoren, die PD-L1 exprimierten und von 8% bei Patienten ohne eine entsprechende Expression.

Insgesamt wurde bei 54% der Patienten eine Abnahme ihrer Zielläsion erreicht. Die mediane Zeit bis zum Therapieansprechen betrug zwei Monate, die mediane Dauer der Nachbeobachtung sieben Monate. Zum Zeitpunkt der Analyse sprachen noch insgesamt 75% der Patienten auf die Therapie an. Das PFS erreichte im Median 2,1 Monate mit einer 6-Monats-PFS-Rate von 24%. Das mediane OS betrug acht Monate mit einer 6-Monats-OS-Rate von 65%. Das Sicherheitsprofil erwies sich als konsistent zu den in früheren Untersuchungen gemachten Beobachtungen.

Insgesamt erwies sich Pembrolizumab somit als vielversprechende Therapie für Patienten, denen bislang nur limitierte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zurzeit wird Pembrolizumab auch in den Phase-III-Studien KEYNOTE-040 und KEYNOTE-048 im Vergleich zu einer konventionellen Chemotherapie getestet.
sw
ASCO 2016
Literatur:
(1) Mehra R et al. Efficacy and safety of pembrolizumab in recurrent/metastatic head and neck squamous cell carcinoma (R/M HNSCC): Pooled analyses after long-term follow-up in KEYNOTE-012. J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl): Abstract #6012
(2) Bauml J et al. Preliminary results from KEYNOTE-055: Pembrolizumab after platinum and cetuximab failure in head and neck squamous cell carcinoma (HNSCC). J Clin Oncol 2016; 34 (Suppl): Abstract #6011
 
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