Freitag, 15. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
08. Januar 2016

Verringertes Prostatakrebs-Risiko durch vegane Ernährung

Die Adventist Health Study 2 zeigt, dass eine vegane Ernährung das Prostatakrebs-Risiko verringert. In der großen, prospektiven Kohortenstudie mit 26.346 Teilnehmern entwickelten 1.079 Teilnehmer einen Prostatakrebs. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass durch eine rein pflanzliche Ernährungsweise das Risiko um 35% verringert werden konnte. Der deutsche Nobelpreisträger zur Hausen vermutet, dass onkogene Viren aus nicht durchgekochtem roten Fleisch nicht nur das Risiko für Dickdarmkrebs erhöhen, sondern aus dem Rektum in die Prostata gelangen und die Entstehung eines Tumors auch dort fördern können.

Anzeige:
 
 

Dieser Effekt war mit 37% insbesondere bei Mitteleuropäern vorhanden. Ein Trend war jedoch auch bei afroamerikanischen Männern sichtbar (Tantamango-Bartley et al. 2015). Als Ursache für das geringere Krebsrisiko bei veganer Ernährung vermuten Forscher die höhere Aufnahme von Ballaststoffen, Soja und antientzündlichen Antioxidantien aus Obst und Gemüse, sowie die geringere Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, tierischem Protein und des insulinähnlichen Wachstumsfaktors (Insulin-like Growth Factor-1, IGF-1) aus Milchprodukten.

Ein weiterer Grund, weshalb vegane Adventisten ein geringeres Prostatakrebsrisiko haben, ist vermutlich deren niedrigeres Körpergewicht. Vegane Adventisten haben im Vergleich zu Fleisch-essenden Adventisten einen um 5,2 Einheiten geringeren Body-Mass-Index (BMI) (Tonstad et al., 2009), was in der Regel mit einem niedrigeren Körperfettanteil einhergeht. Dass zwischen dem Körperfettgehalt und dem Risiko für Prostatakrebs ein Zusammenhang besteht, geht aus dem aktuellen Bericht des World Cancer Research Fund International zum Thema Prostatakrebs hervor, der im November 2014 erschienen ist (WCRF International, 2014).

In diesem Bericht werden vor allem zwei Faktoren als wahrscheinliche Ursachen für ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko herausgestellt: Faktoren, die zu einer höheren Körpergröße im Erwachsenenalter beitragen (Prostatakrebs) sowie ein erhöhter Körperfettgehalt (fortgeschrittener Prostatakrebs). Zu den Entwicklungsfaktoren, die die Körpergröße beeinflussen, gehören u. a. das Hormon Insulin und der insulinähnliche Wachstumsfaktor Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1). Insbesondere im Hinblick auf die Insulin- und IGF-1-Spiegel im Körper spielt die Ernährung eine wichtige Rolle für das Prostatakrebsrisiko. Durch ein gesundes Ernährungsverhalten können beide Werte selbst kontrolliert werden. Tierische Lebensmittel sind reich an Aminosäuren, die erhöhte IGF-1-Serumspiegel verursachen können (Allen et al., 2002; Clemmons et al., 1985). Der Verzehr von Milch erhöht sowohl den IGF-1-Spiegel als auch das Längenwachstum (Rich-Edwards et al., 2007). Eine Reduktion der Proteinaufnahme (Smith et al., 1995) und eine rein pflanzliche Ernährungsweise (Allen et al., 2000 und 2002) haben dagegen niedrigere IGF-1-Spiegel zur Folge.

Der EPIC-Studie zufolge steigert ein hoher Verzehr von Milchprotein das Prostatakrebsrisiko um 22% (Allen et al., 2008). Ursachen hierfür sind u. a.:
1. die damit verbundene hohe Aufnahme von Calcium, das laut World Cancer Research Fund (WCRF) und American Institute for Cancer Research (AICR) (WCRF, 2007) "wahrscheinlich" das Prostatakrebsrisiko erhöht,
2. die in der Milch enthaltenen insulinähnlichen Wachstumsfaktoren wie IGF-1 und
3. die besondere Wirkung des Milchproteins, den IGF-1-Serumspiegel beim Menschen zusätzlich zu erhöhen (Norat et al., 2007; Miura et al., 2007; Parrella et al., 2013).

Die heutige Kuhmilch liefert aber auch beachtliche Mengen an Östrogenen und Progesteron, die in der Promotion von Prostatakrebs eine wichtige Rolle spielen (Ganmaa et al., 2002). Insbesondere die Kombination von tierischen Proteinträgern wie Milch oder Fleisch mit Kohlenhydraten, die einen hohen glykämischen Index haben, wie Zucker oder Weißmehl, führt zudem zu einer sehr hohen Insulinausschüttung (Bao et al., 2011). Gleichzeitig können die in tierischen Lebensmitteln enthaltenen gesättigten Fettsäuren eine Insulinresistenz fördern und somit zusätzlich zu einem hohen Insulinspiegel beitragen. Die krebsfördernden Auswirkungen eines chronisch erhöhten Insulinspiegels im Blut sind bekannt. Daher dürfte die lebenslange übermäßige Zufuhr dieser Lebensmittel, insbesondere in Kombination mit Bewegungsmangel, den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt nachhaltig verändern und ein bisher kaum untersuchtes krebserregendes Potential darstellen.

Auch Übergewicht und der damit einhergehende erhöhte Körperfettgehalt bringen gesteigerte Blutspiegel an Wachstums- und Entzündungsfaktoren mit sich und nehmen Einfluss auf die Menge der im Körper vorhandenen Hormone (z. B. Insulin, Östrogene). Die erhöhten Insulinwerte bei übergewichtigen Menschen können das Wachstum von Krebszellen fördern. Durch die zudem erniedrigten Testosteronwerte ist zusätzlich die Zelldifferenzierung reduziert, was zu einem aggressiveren Krebs führen kann (WCRF International, 2014).

Unsere moderne Zivilisationskost mit reichlich Fleisch- und Milchprodukten, Zucker und Weißmehl sowie vielen stark industriell verarbeiteten Lebensmitteln führt zu einer Ansammlung von Fett in Bauch und Leber und fördert Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und das metabolische Syndrom (bestehend aus stammbetonter Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörung).

Nach außen sichtbar ist vor allem das Übergewicht, doch im Blut finden sich zu viele Fette, Cholesterin, Zucker, Insulin, IGF-1 und Aminosäuren, die eine anabole Mast auslösen und ideale Voraussetzungen für gut- und bösartiges Zellwachstum schaffen. Auch die Ausschüttung von Hormonen wird so stimuliert. In der Prostata führt dies zunächst zu einer gutartigen Prostatahyperplasie (BPH). Die BPH resultiert in einer vermehrten Anfälligkeit der Prostata für Entzündungen oder verstärkt diese in Form eines Teufelskreises. Denn Entzündungsprozesse fördern wiederum das Wachstum der Prostata und die BPH.

Die Stoffwechselprozesse bei einer chronischen Prostataentzündung (Prostatitis) fördern schließlich, insbesondere durch den dauerhaft erhöhten oxidativen und nitrosativen Stress, die Entstehung von Prostatakrebs. Dazu tragen auch Beschwerden beim Wasserlassen und Stuhlgang bei, die zum vermehrten Ausüben von Druck führen können, was das Eindringen von Keimen in die Prostata begünstigt.

Krankheitserreger kommen häufig über den Harnweg in die Prostata, jedoch lässt die anatomische Nähe zum Mastdarm auch an eine Einwanderung von Darmbakterien denken, insbesondere beim Vorliegen von Schleimhautschäden.

Durch die direkte nachbarschaftliche Lage der vergrößerten Prostata zum Dickdarm können auch krebserregende Substanzen, z. B. PAKs aus gegrilltem Fleisch (Knize und Felton, 2005), aus dem Rektum in die Prostata gelangen und die Entstehung eines Tumors zusätzlich fördern. Gegrilltes Fleisch ist nicht nur außen durch Verbrennungsprodukte krebserregend, sondern zudem innen häufig noch rot und ungar. Wie der deutsche Nobelpreisträger zur Hausen (2012) wohl richtig vermutet, können infektiöse Faktoren aus diesem nicht durchgekochten, roten Fleisch das Risiko für Dickdarmkrebs zusätzlich stark erhöhen. Konkret vermutet zur Hausen, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, onkogene Viren, die den Dickdarm infizieren. Der Weg vom Darm zur Prostata ist nicht weit.

Für Brustkrebs, wo ein solcher Zusammenhang deutlich unwahrscheinlicher ist, wurde er bereits belegt: In einer aktuellen Studie konnte das Auftreten von Brustkrebs mit dem Vorkommen von BLV-Viren aus Rindern (Bovine Leukemia Virus) im Brustgewebe in Verbindung gebracht werden. Frauen, bei denen das Virus im Brustgewebe nachgewiesen wurde, hatten ein 3-fach höheres Risiko für Brustkrebs als Frauen, bei denen das Virus nicht nachgewiesen wurde (Buehring et al., 2015).

Damit übertrifft das Virus andere häufig nachgewiesene Risikofaktoren für Brustkrebs wie z. B. Fettleibigkeit oder Alkoholkonsum. Das BLV-Virus kommt nicht nur in Rindfleisch, sondern insbesondere auch in Kuhmilch vor. Vor allem bei großen Kuhherden kann durch die Vermischung der Milch in den großen Milchtanks die Durchseuchung bei bis zu 100% liegen (USDA, 2008).

pte, Dr. Jacobs Institut
Literatur:

Prostatakrebs-Kompass - Prävention und komplementäre Therapie mit der richtigen Ernährungs- und Lebensweise.
Dr. med. Ludwig Manfred Jacob; 352 Seiten / 2014 / gebunden / 1. Auflage / EUR 19,90 /
ISBN 978-3-9816122-9-5. Auch als eBook erhältlich: EUR 12,99 / EPUB: ISBN 978-3-9816122-7-1 / MOBI: ISBN 978-3-9816122-8-8

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017