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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. Juli 2012

Umfrage: Onkologen setzen Geriatrisches Assessment nur selten ein

Das Geriatrische Assessment dient bei älteren Krebspatienten dazu, die von Diagnose und individueller Lebenssituation abhängige Therapiefähigkeit möglichst objektiv zu erfassen. Als Teil einer sorgfältigen Diagnostik hilft es, den physischen und mentalen Status des Patienten zu beurteilen und trägt damit zur Therapieentscheidung bei. Allerdings ist das Geriatrische Assessment in Deutschland noch nicht optimal etabliert, wie eine Umfrage beim Deutschen Krebskongress 2012 in Berlin zeigt (1).

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  Von den 277 befragten in der onkologischen Versorgung tätigen Ärzten gaben 12% an, bei Krebspatienten über 65 Jahren immer ein Geriatrisches Assessment durchzuführen. Für 47% der Befragten gehört es gelegentlich zu den Maßnahmen vor Therapiebeginn, während 39% nie ein Geriatrisches Assessment durchführen (Abb. 1).

Abb. 1: Häufigkeit, mit der bei Patienten über 65 Jahren vor Therapiebeginn ein Geriatrisches Assessment durchgeführt wird (n=277)

Die Onkologen, die Geriatrische Assessments gelegentlich einsetzen, tun dies vor allem aufgrund ihres persönlichen Eindrucks vom Patienten sowie bei bestehender Multimorbidität. Das kalendarische Alter spielt als Entscheidungskriterium nur eine untergeordnete Rolle (Tab. 1).

Bestehende Multimorbidität 74% 97
Persönlicher Eindruck 73% 95
Kalendarisches Alter 17% 22
Sonstiges, keine Angabe 7% 9

Tab. 1: Kriterien für die Durchführung eines Geriatrischen Assessments ( n=131, Mehrfachnennung möglich)

Das Geriatrische Assessment sollte allerdings nicht nur bei Patienten mit offensichtlichen Defiziten durchgeführt werden, auch bei scheinbar „fitten“  älteren Patienten kann es die Diagnostik ergänzen. Denn neben der Berücksichtigung der im Alter veränderten pathophysiologischen Vorgänge und pharmakokinetischen Parameter spielen auch die individuelle Belastbarkeit, das soziale Umfeld des Patienten sowie seine Lebensziele und Lebenserwartungen für die Therapieentscheidung eine wichtige Rolle.

„Vor diesem Hintergrund überrascht die große Zahl an Ärzten, die dieses Instrument im Rahmen der Diagnosestellung nie verwenden. Nationale wie auch internationale Fachgesellschaften empfehlen, das Geriatrische Assessment bei Patienten ab 70 Jahren vor Therapiebeginn generell durchzuführen“, kommentiert Privatdozent Dr. Ulrich Wedding, Chefarzt der Abteilung für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Jena, das Umfrage-Ergebnis. Gründe für den zurückhaltenden Einsatz könnten der zeitliche und organisatorische Aufwand sein. „Der Zeitaufwand beträgt circa 20 Minuten. Das Geriatrische Assessment ist allerdings keine primär ärztliche Aufgabe, sondern kann größtenteils durch medizinisches Assistenzpersonal durchgeführt werden“, so Wedding weiter.

Bekanntheit der Instrumente für das Geriatrische Assessment

Für die Durchführung des Assessments stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Das bekannteste ist der Barthel-Index. Er wird von 67 % der Befragten zur systematischen Erfassung der Selbständigkeit beziehungsweise Pflegebedürftigkeit eingesetzt. Auch der Mini-Mental-Status-Test zur Feststellung kognitiver Defizite ist verbreitet; jeder Dritte nutzt ihn.

Noch kaum bekannt ist hingegen das G8-Screening, ein Kurzfragebogen, der eine erste Einschätzung des Patienten ermöglicht. „Wir empfehlen, das G8-Screening im Rahmen eines 2-stufigen Vorgehens bei allen Patienten ab 70 Jahren durchzuführen. Gibt es hier Auffälligkeiten, sollte ein umfassenderes Geriatrisches Assessment erfolgen“,  so Wedding. Das G8-Screening wird auch von der Cancer in Elderly Task Force der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) als Bestandteil des Geriatrischen Assessments empfohlen (2). In diesem Screening werden Nahrungsaufnahme, Gewichtsverlust, Mobilität, neuro-psychologische Probleme, Body Mass Index (BMI) und Anzahl der Medikationen erfasst.

Literaturhinweis:
(1) Umfrage unter den Teilnehmern des Deutschen Krebskongresses 2012, Berlin, durchgeführt im Auftrag der Roche Pharma AG, 23. und 24. Februar 2012
(2) Recent Achievement of the EORTC Cancer in Elderly Task Force: www.eortc.be/home/NESG/achievements.html


 

 
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