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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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28. April 2016

Überdiagnose vermeiden: Neue Nomenklatur beim Schilddrüsenkarzinom

Eine neue Nomenklatur beim Schilddrüsenkarzinom führt dazu, dass erstmalig eine Krebsart zurückgestuft und fortan nicht mehr als Krebs bezeichnet wird. Die verkapselten follikulären papillären Schilddrüsenkarzinome (encapsulated follicular variant of papillary thyroid carcinoma, EFVPTC) wurden umbenannt in „nicht-invasive follikuläre thyroidale Neoplasmen mit papillär-artigen Kerneigenschaften“ (noninvasive follicular thyroid neoplasm with papillary-like nuclear features, NIFTP). Dadurch können künftig unangemessene und kostenträchtige Behandlungen und psychologische Konsequenzen einer Krebsdiagnose der Patienten vermieden werden.
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Trotz immer mehr Hinweisen auf ein absolut indolentes Verhalten des EFVPTC, wurden die meisten Patienten mit EFVPTC behandelt, als ob sie ein konventionelles Schilddrüsenkarzinom hätten. Um eine Überdiagnose und eine Überbehandlung zu vermeiden, wurden die biologischen und klinischen Charakteristika von EFVPTC untersucht. Im Rahmen einer internationalen, multidisziplinären, retrospektiven Studie wurden 109 Patienten mit nicht-invasivem EFVPTC eingeschlossen, die 10-26 Jahre beobachtet wurden und 101 Patienten mit invasiven EFVPTC, die 1-18 Jahre beobachtet wurden (1). Die Histologien wurden von 24 Pathologen aus 7 Ländern ausgewertet, um gemeinsame diagnostische Kriterien festzulegen und eine neue Nomenklatur zu entwickeln.

Alle 109 Patienten mit nicht-invasiven EFVPTC (67 wurden nur mit Lobektomie behandelt, keiner erhielt eine Radiojod-Ablation) waren noch am Leben ohne Hinweis auf die Krankheit zum Zeitpunkt des finalen Follow-ups (median 13 Jahre, Bereich 10-26 Jahre). Ein unerwünschtes Ereignis wurde bei 12 von 101 (12%) der Fälle von invasiven EFVPTC beobachtet, davon 5 Patienten, die Fernmetastasen entwickelten, von denen 2 an der Erkrankung verstarben. Basierend auf diesen Ergebnissen für nicht-invasive EFVPTC wurde der Name „nicht-invasive follikuläre thyroidale Neoplasmen mit papillär-artigen Kerneigenschaften“ (NIFTP) angenommen.

Die Autoren der Studie schlussfolgerten, dass Schilddrüsentumore, die als nicht-invasive EFVPTC diagnostiziert werden, aufgrund ihrer extrem günstigen Prognose künftig nicht mehr als „Krebs“ bezeichnet, sondern NIFTP genannt werden sollten. Diese Reklassifizierung wird eine große Gruppe von Patienten weltweit betreffen und eine signifikante Reduktion an psychologischen und klinischen Konsequenzen, die üblicherweise mit einer Krebsdiagnose assoziiert sind, nach sich ziehen.

(übers. von Redaktion, sk)
Literatur:
 
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