Mittwoch, 18. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
25. September 2013

Übelkeit und Erbrechen wirksam verhindern - Erfahrungen aus der gynäko-onkologischen Praxis

Die meisten Patientinnen mit Mammakarzinom können heute durch ein Zusammenspiel der verschiedenen therapeutischen Optionen geheilt werden. Einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität der Patientinnen während der Behandlung stellen supportive Maßnahmen dar. Beispielsweise können Übelkeit und Erbrechen durch eine an Leitlinien ausgerichtete antiemetische Prophylaxe weitgehend verhindert oder wirksam gelindert werden. Dr. Jörg Schilling aus Berlin berichtet im Interview, wie die Einführung des modernen Setrons Palonosetron (Aloxi®) die Antiemese bereichert hat.

Anzeige:
 
 

Interview mit Dr. Jörg Schilling, Gynäko-onkologische Schwerpunktpraxis Berlin, Stellvertretender Vorsitzender des Bundes Niedergelassenener Gynäkologischer Onkologen (BNGO) e.V.

Bild: Dr. Jörg Schilling

Wie lange verfügen Sie schon über Erfahrung mit Palonosetron?

Wir  Gynäkologen innerhalb des BNGO setzen dieses Setron schon seit der Einführung im Jahr 2005 ein und dokumentieren dies  in unserer verbandseigenen Datenbank. Wir waren von Anfang an überzeugt davon, es ist sehr gut wirksam, es hat eine lange Halbwertszeit und muss deshalb nur einmal vor der Chemotherapie intravenös gegeben werden und nicht wie die anderen Setrone mehrere Tage lang. Am Anfang haben wir die Substanz als Monotherapie eingesetzt, aber dann zunehmend auch in Kombination mit Dexamethason - und heute verwenden wir es sehr häufig auch im Rahmen einer Dreifachantiemese zusammen mit einem Neurokinin-1-Antagonisten und Dexamethason. Die Ergebnisse, die wir mit dieser antiemetischen Strategie erzielen, sind sehr gut. Wir haben die Daten soeben auf dem Symposium der Multinational Society of Supportive Care in Cancer (MASCC) und beim deutschen Senologiekongress präsentiert (1,2).

Welche Patientinnen bekommen bei Ihnen eine Dreifachantiemese?

Gemäß den ASCO-Leitlinien von 2011 (3) werden Chemotherapien, die ein Anthrazyklin und Cyclophosphamid, eine sogenannte AC-haltige Chemotherapie erhalten, als hoch emetogen eingestuft und sollten daher eine antiemetische Prophylaxe mit einer Dreifachkombination aus Setron, Neurokinin-1-Antagonist und Dexamethason erhalten. Dass dies zunehmend bei uns im Verband umgesetzt wird, jedoch noch nicht immer, sehen wir an einer Erhebung, die wir von November letzten Jahres bis jetzt durchgeführt haben (4): Hieraus geht hervor, dass zwar über 80% unserer Kollegen die Änderung in der Leitlinie kennen, aber bisher wenden sie nur etwa ein Drittel an. Dies hat mit Sicherheit unterschiedliche Gründe, die wir noch versuchen zu evaluieren. Offensichtlich sind viele Kollegen mit einer Zweierkombination - z.B. mit Palonosetron und Dexamethason - hinsichtlich der antiemetischen Kontrolle zufrieden. Wie zufrieden unsere Patientinnen sind, werden wir mit unserer neuen Umfrage zur Patientinnenzufriedenheit in unseren Praxen ergründen. Unsere Umfrage im letzten Jahr hat schon gezeigt, dass die Patientinnen sich bei uns sehr gut betreut fühlen (5).

Wo liegen die Vorteile von Palonosetron im Vergleich zu den anderen Setronen?

Wir sehen erstens eine sehr hohe Effektivität über den gesamten Chemotherapiezyklus hinweg, also sowohl in der akuten als auch der verzögerten Phase, in der nach einer Chemotherapie Übelkeit und Erbrechen auftreten können. Die älteren Substanzen wirken ja nur in der akuten Phase. Zum zweiten sehen wir, dass die Wirksamkeit auch bei wiederholten Zyklen bestehen bleibt. Dies ist besonders wichtig, weil die Patientinnen mit zunehmender Zahl an Chemotherapiezyklen erschöpfter sind und auch teilweise die Therapie schlechter vertragen. Wir wollen aber dafür Sorge tragen, dass sie von der Therapie möglichst wenig  beeinträchtigt werden. Außerdem haben wir den Eindruck, dass das Palonosetron auch gegen die Übelkeit sehr gut wirksam ist. In unseren Untersuchungen hatten nur ganz wenige Patientinnen schwere Übelkeit.

Wie wird Palonosetron angewendet?

Ich persönlich bevorzuge die intravenöse Gabe, aber inzwischen steht das Medikament auch als Weichkapsel zur Verfügung. Alle anderen Antiemetika gibt es ja auch zur Infusion oder zur oralen Einnahme. So kann jeder Arzt gemeinsam mit der Patientin entscheiden, welche Applikationsform bevorzugt wird oder welche z.B. auch besser in den Organisationsablauf der Praxis passt.

Das Interview führte Dr. Petra Ortner, München

Literaturhinweise:
(1) Schilling J. et al. MASCC/ISOO Symposium  2013; Abstr.# 0726
(2) Schilling J. et al. ; Jahrestagung der Dt. Ges. für Senologie 2013, P 047
(3) Basch E. et al. J Clin Oncol 2011; 29(31):4189-98
(4) Schilling J. et al. MASCC/ ISOO Symposium 2013 ; Abstr. # 0852
(5) Schilling J et al. Jahrestagung der Dt. Ges. für Senologie 2012

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs