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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. Mai 2012

Tumoranämie-Register: antianämische Therapiestrategien bei onkologischen Patienten

Die Anämie ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen bei Krebspatienten. Sie geht mit erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des Wohlbefindens einher und bedarf bei entsprechendem Leidensdruck einer effektiven Behandlung. Um verschiedene antianämische Therapiestrategien bei onkologischen Patienten mit Tumor- oder Tumortherapie-assoziierter Anämie im Behandlungsalltag in deutschen Arztpraxen zu erfassen, wurde das Tumoranämie-Register ins Leben gerufen.
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Ziel der multizentrischen, prospektiven, offenen Registerstudie ist es, bessere Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Verträglichkeit unterschiedlicher antianämischer Behandlungen sowie über die Therapieentscheidung der teilnehmenden Ärzte zu gewinnen. Das unabhängige Register soll rund 100 onkologische Schwerpunktpraxen einschließen, die jeweils maximal 100 Patienten betreuen. Es steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Dr. Tilman Steinmetz, Köln, der zusammen mit Herrn Prof. Harmut Link, Herrn Prof. Carsten Bokemeyer, Herrn Prof. Kleeberg und Herrn Dr. Marschner als wissenschaftlicher Beirat das Register betreut.

Mindestens die Hälfte aller an Krebs erkrankten Patienten leidet unter einer Anämie und ihren Folgen. Die Prävalenz variiert abhängig von der Tumorart und dem Tumorstadium. Bei soliden Tumoren haben rund 50% der Patienten schon bei der Diagnosestellung eine Anämie. (1) Die Mortalität, Morbidität und Lebensqualität werden durch die Anämie negativ beeinflusst. (2) So ist sie einer der Gründe für eine beeinträchtigende Fatigue und Leistungsmangel. Zu den wichtigsten Ursachen der Anämie zählen eine Schädigung des blutbildenden Systems des Knochenmarks durch die Chemotherapie und eine Zerstörung der Erythrozyten-Vorläuferzellen durch die Strahlentherapie. Auch durch chronische Blutungen oder Mangelernährung kann die Anämie entstehen. Weiterhin können Tumorerkrankungen selbst durch eine Aktivierung des Immunsystems und massive Freisetzung von pro-inflammatorischen Zytokinen die Resorption von Eisen aus dem Darm und die Mobilisation aus den Eisenspeichern herabsetzen und einen funktionellen Eisenmangel nach sich ziehen. (3)

Um die Lebensqualität von Tumorpatienten mit einer symptomatischen Anämie zu verbessern und Bluttransfusionen zu vermeiden, ist eine nachhaltige Normalisierung der Hämoglobinkonzentration und des Gesamtkörpereisens erforderlich. Die Säulen der Behandlung sind die Substitution mit Eisen und Vitaminen (Folsäure und Vitamin-B 12), die Gabe von Erythropoese-stimulierender Agentien (ESAs) und in schweren Fällen auch die Bluttransfusion. Bisher gab es allerdings kaum Informationen über die antianämische Behandlung in der onkologischen Routine sowie über mögliche Unterschiede in der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der eingesetzten Therapiestrategien.

Darstellung der antianämischen Therapie im onkologischen Praxisalltag

Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Anämie von Tumorpatienten in vielen Fällen übersehen wird und daher oftmals unbehandelt bleibt. Außerdem scheinen die betroffenen Patienten – sofern sie antianämisch behandelt werden – häufiger als erforderlich Bluttransfusionen zu bekommen. Um einen Überblick über die Versorgungssituation anämischer Krebspatienten in Deutschland und die dabei zum Einsatz kommenden Therapieoptionen zu erhalten, wurde das neue Tumoranämie-Register gestartet. In die multizentrische, prospektive, offene Registerstudie sollen insgesamt 1000 Patienten mit nachgewiesener Tumorerkrankung und Anämie (Hb < 11,0 g/dl bei Frauen bzw. Hb <12,0 g/dl bei Männern) erfasst werden, die deutschlandweit von insgesamt 100 onkologischen Schwerpunktpraxen betreut werden. Die Patientenrekrutierung soll im Juni 2012 abgeschlossen werden, mit den ersten Ergebnissen der Registerstudie wird in der ersten Jahreshälfte 2013 gerechnet.

Wirksamkeit und Sicherheit antianämischer Therapien auf dem Prüfstand

Im Fokus des neuen Registers stehen die Wirksamkeit und Verträglichkeit unterschiedlicher Therapiestrategien zur Korrektur der Tumoranämie. Primärer Zielparameter der Registerstudie ist die Veränderung des Hämoglobin-Werts zu Beginn der Behandlung und am Ende der 12-wöchigen Beobachtungszeit. Sekundäre Endpunkte umfassen den Vergleich der antianämischen Therapie in der Praxisroutine mit den Leitlinien der DGHO, der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) und des NCCN (National Comprehensive Cancer Network) sowie die Bewertung des Behandlungserfolgs, der Nebenwirkungen und der Lebensqualität durch die Patienten.

Die Auswahl der jeweiligen Therapie für den individuellen Patienten liegt im Ermessen der teilnehmenden Onkologen. Somit kann das neue Register dazu beitragen, die derzeitige Behandlungsrealität bei Patienten mit Tumoranämie zu erfassen.

Literaturhinweise:
(1) Ludwig H et al., Eur J Cancer 2004; 40: 2293-2306
(2) Caro et al., Cancer 2001 ; 91:14-21
(3) Weiss G, Goodnough LT., Anemia of chronic disease; N Engl J Med 2005; 352:1011-1023
Quelle: Vifor Pharma
 
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