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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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14. Juni 2017 Seite 1/3

Tumor-assoziierte Fatigue: bessere Lebensqualität für Krebspatienten unter komplementärer Misteltherapie

Eine häufige und für Patienten sehr belastende Nebenwirkung von Tumorerkrankungen und onkologischen Therapien ist die Tumor-assoziierte Fatigue (Cancer-related fatigue, CrF), berichtete Dr. Michael Klein, Recklinghausen, im Rahmen eines Satellitensymposiums von Mundipharma, das im Rahmen des Jahreskongresses der Arbeitsgemeinschaft "Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin" (ASORS) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) Ende März/Anfang April 2017 in München stattfand. Im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes hat als komplementärmedizinische und supportive Maßnahme auch die Misteltherapie ihren Platz, sagte Klein. Mittlerweile gebe es gute Daten aus verschiedenen klinischen Studien, die zeigen, dass eine komplementäre Misteltherapie allgemein die Lebensqualität von Tumorpatienten unter einer tumoraktiven Therapie verbessere. Einige Studien hätten zudem Hinweise auf eine Verbesserung der CrF durch Mistelextrakte ergeben, auch wenn die Qualität vieler Studien nicht optimal sei.
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Der Begriff CrF bezeichnet einen Zustand anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit, der durch Schwäche, Energiemangel und ein unverhältnismäßiges Ruhebedürfnis gekennzeichnet ist. Dabei lässt sich die außerordentliche Müdigkeit nicht durch Schlaf oder Erholungsphasen ausgleichen. Die CrF tritt meist während oder nach systemischen Therapien und Strahlentherapien auf, kann aber auch bei fortgeschrittener Tumorerkrankung oder erst nach der Behandlung auftreten. Die Beschwerden können bis zu Jahre nach Behandlungsende persistieren.

Wie Klein berichtete, ist die CrF multifaktoriell bedingt. Arzneimittelwirkungen, Schmerz, Anämie und psychische Belastungen gehen ebenso in das Beschwerdebild ein wie Schlafstörungen, Ernährungsstörungen, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit und Begleiterkrankungen (1,2). Pathophysiologisch seien proinflammatorische Prozesse, Veränderungen des Serotonin-Stoffwechsels und eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse an der Entstehung der CrF beteiligt, so Klein. Besonders gefährdet seien Patienten, die bereits während der Tumortherapie eine ausgeprägte Erschöpfung entwickelten, zusätzlich unter Schmerz und Übelkeit litten und bei denen in der Vorgeschichte bereits Depressionen oder andere psychischen Störungen aufgetreten seien.

Multifaktorielle Erkrankung bedingt multimodale Therapiestrategie

Ein komplexes Krankheitsbild wie die CrF könne in der Regel nicht durch eine singuläre therapeutische Intervention bekämpft werden, betonte Klein. Stattdessen sei ein multimodaler Behandlungsansatz notwendig, der kausale und symptomatische Therapiestrategien beinhalte.

Als nicht-medikamentöse Maßnahme sei körperliches Training empfehlenswert. Bereits während einer Chemotherapie könne ein Ausdauertraining eingebaut werden, das langsam gesteigert werden sollte, angepasst an die körperlichen Gegebenheiten und unter Berücksichtigung von Kontraindikationen. Körperliche Aktivität könne während der Therapie Beschwerden reduzieren und Funktionen erhalten, unmittelbar nach der Therapie die Leistungsfähigkeit verbessern. Auch psychotherapeutische/psychosoziale Interventionen sieht Klein als bedeutsam an. Die Patienten müssten lernen, ihr Aktivitäts- und Energiemanagement zu optimieren, gegebenenfalls mit Hilfe einer Verhaltenstherapie.

Zu den medikamentösen Therapiemöglichkeiten zählen Ginseng als traditionelles Mittel gegen Erschöpfung aller Art und der kurzzeitige Einsatz von Glukokortikoiden mit ihrem antiinflammatorischen und zentralnervösen Effekt. Psychostimulanzien wie Methylphenidat und Modafinil sollten im Rahmen eines Off-label-Use aufgrund der möglichen Nebenwirkungen nur zurückhaltend und unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden, ebenso das Glykoprotein-Hormon Erythropoetin (EPO).
 
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